Micron Aktie: 12,16-Prozent-Crash auf 755 Euro

Micron-Aktie stürzt nach Rekordhoch um über zwölf Prozent ab. Branchensorgen und Zinsängste belasten den Halbleiterwert.

Die Kernpunkte:
  • Zweistelliger Kursverlust am Freitag
  • Neues Rekordhoch erst am Mittwoch
  • Nvidia-Spekulationen verstärken Verkaufsdruck
  • Quartalszahlen am 24. Juni erwartet

Der Halbleiter-Sektor erlebt ein heftiges Beben. Monatelang kannten die Kurse nur eine Richtung. Am Freitag riss eine toxische Mischung aus Branchensorgen und Zinsängsten die Micron-Aktie massiv in die Tiefe. Ein zweistelliger Kursrutsch beendete die Rekordjagd abrupt.

Das Papier verlor zum Wochenschluss 12,16 Prozent und fiel auf 755 Euro. Noch am Mittwoch hatte der Speicherchip-Hersteller ein frisches Rekordhoch markiert. Von dieser Spitze hat sich der Kurs nun fast ein Fünftel entfernt.

Toxischer Mix für Tech-Werte

Mehrere Faktoren lösten den massiven Verkaufsdruck aus. Ein Bericht von SemiAnalysis sorgte für erhebliche Unruhe. Demnach könnte Nvidia den Speicherbedarf in seinen neuen Vera-Rubin-Servern reduzieren. Nvidia-Chef Jensen Huang bestätigte zwar am selben Tag die HBM4-Zertifizierung für Micron. Die Nervosität der Marktteilnehmer linderte das kaum.

Parallel dazu lieferte Broadcom einen enttäuschenden Ausblick für das KI-Geschäft. Hinzu kamen überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten. Mit 172.000 neuen Stellen wächst die Angst vor anhaltend hohen Zinsen. Die Folge: Investoren flüchteten in Scharen aus den teuren Halbleiterwerten.

Historische Rally bleibt intakt

Trotz des Rückschlags bleibt die langfristige Bilanz beeindruckend. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 180 Prozent auf der Anzeigetafel. Auf Sicht von zwölf Monaten gewann die Aktie über 700 Prozent.

Der Kurs notiert weiterhin weit über seinen langfristigen Trendlinien. Der wichtige 200-Tage-Durchschnitt verläuft tief unten bei 311 Euro. Analysten bleiben skeptisch. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 635 Euro. Experten halten die aktuelle Bewertung offenbar für ambitioniert.

Die nächste Bewährungsprobe steht bereits im Kalender. Am 24. Juni legt Micron die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal vor. Dann muss das Management die hohe Nachfrage nach HBM4-Speichern mit harten Daten belegen. Nur starke Prognosen können den aktuellen Boden verteidigen.

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