Micron Aktie: 1,8 Milliarden für P5-Fabrik in Taiwan
Micron profitiert von anhaltender KI-Nachfrage, investiert Milliarden in neue Werke und meldet Rekordumsätze. Analysten heben Kursziele an.

- Strukturelle Knappheit bei KI-Speichern
- Milliardeninvestition in taiwanesische Fabrik
- Erste US-Produktion modernster DRAM-Technik
- Rekordumsatz und optimistischer Ausblick
Die Halbleiterindustrie erlebt einen epochalen Wandel. Und Micron Technology sitzt direkt an der Quelle. Der US-Speicherhersteller kämpft mit einer strukturellen Knappheit – und meint das als gute Nachricht.
Die Nachfrage nach KI-Infrastruktur übersteigt die Produktionskapazitäten für High-Bandwidth Memory (HBM), DRAM und NAND Flash bei weitem. Das Unternehmen erwartet, dass dieser Engpass weit über das Jahr 2026 hinaus anhalten wird. Die Konsequenz: Micron baut aus – massiv und an mehreren Fronten.
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Milliarden für Taiwan
Ein zentraler Hebel ist die Übernahme der P5-Fabrik von Powerchip Semiconductor Manufacturing Corp (PSMC) im taiwanesischen Tongluo. Der Kaufpreis liegt bei 1,8 Milliarden Dollar. Das Werk bringt 300.000 Quadratfuß Reinraumfläche mit. Micron rüstet sie derzeit um, um HBM und moderne DDR5-Chips zu produzieren.
Im Gegenzug erhält PSMC eine Lizenz für Microns 1Y-nm-Prozesstechnologie. Damit kann der taiwanesische Partner ältere DRAM-Generationen fertigen. Micron lagert margenschwache Produkte aus und gewinnt Kapazität für die lukrativen KI-Chips.
Erste Produktion in den USA
Parallel dazu läuft die Expansion im Heimatmarkt. Am 22. Mai 2026 startete Micron die Fertigung von 1α-DRAM im Werk Manassas, Virginia. Es ist die modernste Speichertechnologie, die je in den USA produziert wurde. Ein 2-Milliarden-Dollar-Projekt.
Die neue Anlage soll die Auslieferung langlebiger DDR4- und LPDDR4-Wafer vervierfachen. Abnehmer sind kritische US-Sektoren: Automobilindustrie, Verteidigung und Luftfahrt. Diese Branchen brauchen zuverlässige Komponenten mit langer Verfügbarkeit. Die qualifizierte Produktion soll bis Ende 2026 erreicht sein.
Rekordzahlen und volle Auftragsbücher
Die Strategie zeigt bereits Wirkung. Im zweiten Geschäftsquartal 2026 meldete Micron einen Rekordumsatz von 23,86 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 12,20 Dollar – weit über den Erwartungen. Allein die Cloud-Speichersparte erzielte eine Bruttomarge von 66 Prozent.
Der Ausblick für das dritte Quartal ist optimistisch: Rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Bruttomarge von 81 Prozent. Grundlage sind bindende Verträge – die gesamte HBM4-Kapazität für 2026 ist bereits verkauft.
Mehrere Analysten haben ihre Kursziele nach oben angepasst. Melius Research sieht Potenzial bis 1.100 Dollar, Citigroup und Mizuho setzen Ziele bei 840 und 800 Dollar.
Die Aktie notiert am Dienstag bei 667,50 Euro – ein Minus von gut einem Prozent zum Wochenstart. Auf Jahressicht summiert sich das Plus auf über 700 Prozent. Trotz der Rallye liegt das zukünftige Kurs-Gewinn-Verhältnis bei nur etwa 8. Das könnte bedeuten: Der Markt unterschätzt die Dauer des aktuellen KI-getriebenen Speicherzyklus.
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