Micron Aktie: 196 Prozent Umsatzsprung im Q2

Micron baut die nächste Stufe der US-Speicherproduktion ausgerechnet in einer Phase, in der die Aktie nach einem extremen Lauf Luft holt. In Manassas startet der Konzern die Fertigung von 1-Alpha-DRAM. Für Washington und die Chipbranche ist das mehr als eine Standortmeldung.

Die Aktie schloss am Freitag bei 647,00 Euro, ein Minus von 1,36 Prozent; auf Wochensicht bleibt ein Plus von 3,75 Prozent.

Manassas wird zum Speicher-Signal

Micron fertigt die 1α-DRAM-Technologie erstmals auf amerikanischem Boden. Der Standort in Virginia rückt damit in eine strategisch wichtige Rolle, weil moderne Speicherchips bislang stark von asiatischen Kapazitäten abhängen.

Der Ausbau gehört zu einer Investition von 2 Milliarden Dollar in Manassas. Micron will damit das DDR4-Wafer-Angebot des Werks vervierfachen. Im Fokus stehen Anwendungen mit langen Produktzyklen, etwa in Autos, Verteidigung, Luftfahrt und Medizintechnik.

Das Timing ist wichtig. Weltweit verschiebt die Branche Kapazitäten in Richtung High-Bandwidth-Memory, weil KI-Rechenzentren mehr davon brauchen. Ältere Speicherstandards geraten dadurch leichter in Engpässe.

Manassas soll genau dort Druck herausnehmen. Der Standort ist Teil eines deutlich größeren US-Plans, für den Micron bis zu 200 Milliarden Dollar veranschlagt. Dazu zählen auch Projekte in Idaho und New York.

Margen laufen heiß

Operativ kommt der Schritt aus einer Position der Stärke. Im zweiten Fiskalquartal erzielte Micron einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar, was einem Plus von 196 Prozent entspricht. Die Nachfrage nach KI-Speicher hat das Geschäft stark beschleunigt.

Noch auffälliger sind die Margen. Der GAAP-Bruttogewinn erreichte 17,76 Milliarden Dollar, die GAAP-Bruttomarge lag bei 74,4 Prozent. Auf Non-GAAP-Basis kam Micron auf 74,9 Prozent.

Das zeigt, wie stark sich der Speicherzyklus gedreht hat. DRAM war lange ein hartes Volumengeschäft mit heftigen Preisschwankungen. Jetzt sorgt der KI-Boom für knappes Angebot und bessere Preise.

Für das dritte Fiskalquartal peilt Micron rund 33,5 Milliarden Dollar Umsatz an. Die Spanne liegt bei plus oder minus 750 Millionen Dollar, die Bruttomarge soll auf etwa 81 Prozent steigen. Das wäre ein weiteres Signal, dass der Konzern seine Preismacht ausbaut.

Kurs konsolidiert nach Rally

Auf Monatssicht stehen 55,57 Prozent Kursplus zu Buche, seit Jahresanfang sind es 140,52 Prozent; auf Jahressicht liegt Micron 669,51 Prozent vorn.

Kein Wunder, dass der Markt zwischendurch Gewinne mitnimmt. Nach einem solchen Lauf reicht schon etwas Branchendruck, um Halbleiterwerte kurzfristig zu belasten. Fundamental ändert der Rücksetzer wenig an der zentralen Geschichte: Micron sitzt an einer Engstelle des KI-Ausbaus.

Der nächste Branchentermin rückt schnell näher. Auf der Computex Taipei vom 2. bis 5. Juni dürften neue Details zu HBM- und DDR5-Lösungen wichtig werden. Der Quartalsbericht wird derzeit für den 24. Juni erwartet.

Bis dahin bleibt der Spagat klar: Die Bewertung hat viel Zukunft vorweggenommen, die operativen Zahlen liefern aber weiter Rückenwind. Manassas stärkt zudem die US-Fertigung genau dort, wo Speicher für KI und Industrie knapper wird.

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