Micron Aktie: 41,46 Milliarden Dollar Umsatz übertrifft Schätzung

Micron Technology übertrifft mit Rekordumsatz und -marge alle Erwartungen, die Aktie fällt dennoch um fast sieben Prozent.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz verdreifacht auf 41,5 Milliarden Dollar
  • HBM-Kapazität bis Ende 2027 ausgebucht
  • Kursrückgang als Gewinnmitnahme nach 824% Plus
  • Strategische Verträge sichern knapp die Hälfte des Umsatzes

Rekordergebnisse, ein neues Jahreshoch — und dann ein Kursrutsch von fast sieben Prozent. Micron Technology hat eine turbulente Woche hinter sich. Der Speicherchiphersteller lieferte Quartalszahlen, die die Branche aufhorchen ließen. Dennoch schloss die Aktie den Freitag bei 995,60 Euro.

Zahlen jenseits aller Erwartungen

Microns Ergebnis für das dritte Geschäftsquartal 2026 war historisch. Der Umsatz kletterte auf 41,46 Milliarden Dollar — mehr als dreimal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten im Schnitt rund 35,7 Milliarden Dollar erwartet. Die Non-GAAP-Bruttomarge erreichte 84,9 Prozent, nahezu doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 25,11 Dollar und übertraf die Konsensschätzungen um mehr als vier Dollar.

Treiber ist die explodierende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Micron profitiert davon strukturell: Der Markt für Hochleistungsspeicher ist knapp, die Preissetzungsmacht entsprechend groß.

HBM4 — ausverkauft bis 2028

Das Herzstück der Wachstumsstory ist High-Bandwidth Memory. Microns HBM-Kapazität ist bis Ende 2027 vollständig ausgebucht, die Nachfrage reicht bereits ins Jahr 2028. Aktuell liefert das Unternehmen HBM4 in großen Stückzahlen aus — unter anderem für Nvidias KI-Beschleuniger der Vera-Rubin-Generation.

Die nächste Stufe folgt 2027. Dann soll HBM4E in Serie gehen, gebaut auf dem 1-Gamma-DRAM-Knoten. Micron verspricht dabei 30 Prozent weniger Energieverbrauch als bei Konkurrenzlösungen. Das ist kein marginaler Vorteil — in KI-Rechenzentren, wo Stromkosten ein zentrales Thema sind, kann das den Ausschlag geben.

Stabile Einnahmen durch Mehrjahresverträge

Micron hat seine Abhängigkeit vom notorisch zyklischen Speichermarkt gezielt reduziert. Strategische Mehrjahresverträge mit Großkunden decken inzwischen knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes ab. Diese Verträge sichern feste Preise oder Abnahmemengen — und machen die Cashflows planbarer.

Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen einen bereinigten freien Cashflow von 18,3 Milliarden Dollar. Das Geld fließt in den Ausbau der Fertigungskapazitäten in den USA und Taiwan sowie in eine Quartalsdividende von 0,15 Dollar je Aktie, zahlbar am 21. Juli 2026.

Gewinnmitnahmen nach 824 Prozent Kursanstieg

Der Freitagsrückgang von 6,52 Prozent ist vor allem als Gewinnmitnahme zu werten. Kein Wunder: Wer die Aktie vor zwölf Monaten gekauft hat, sitzt auf einem Plus von 824 Prozent. Seit Jahresbeginn beträgt der Zuwachs noch immer 270 Prozent.

Der RSI liegt bei 59,7 — die extremen Überkauft-Signale vom Wochenhoch bei 1.103,80 Euro haben sich damit etwas abgebaut. Technisch handelt die Aktie rund 41 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Die nächste relevante Unterstützungszone liegt bei 900 Euro — ob sie hält, dürfte die Richtung der kommenden Handelswoche bestimmen.

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