Micron Aktie: 41,46 Milliarden Dollar Umsatz

Micron übertrifft Erwartungen mit Rekordzahlen, doch eine NAND-Warnung von TrendForce bremst die Rally. Analysten bleiben trotz Rücksetzer optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Umsatzsprung um 346 Prozent im dritten Quartal
  • Ausblick übertrifft Analystenschätzungen deutlich
  • TrendForce warnt vor NAND-Nachfrage-Normalisierung
  • Analysten sehen Rücksetzer als Kaufgelegenheit

Kaum ein Wert im Speicherchip-Sektor hat die vergangenen Tage so turbulent erlebt wie Micron. Nach einem fulminanten Kurssprung infolge außergewöhnlicher Quartalszahlen kühlte sich die Rally binnen 24 Stunden spürbar ab. Auslöser war eine Warnung des Marktforschers TrendForce vor einer Normalisierung der KI-getriebenen NAND-Nachfrage. Am Mittwoch schloss die Aktie bei 839,90 Euro, ein Minus von 1,51 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 12,44 Prozent zu Buche – ein Beleg dafür, wie stark die Nachrichtenlage rund um den Speicherchip-Hersteller aktuell schwankt.

Rekordzahlen und ein Ausblick, der Analysten überrascht

Den Auftakt der jüngsten Kursbewegung lieferten die Zahlen zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026. Micron meldete einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar, ein Plus von rund 346 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 25,11 Dollar und übertraf die Analystenschätzungen von rund 20 Dollar damit deutlich. Die Bruttomarge kletterte auf 84,9 Prozent, getrieben von der starken Nachfrage nach DRAM- und NAND-Produkten, die laut Unternehmensangaben um 343 beziehungsweise 361 Prozent zulegten.

Noch bemerkenswerter fiel der Ausblick aus: Für das vierte Quartal stellte Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar in Aussicht, bei einer Bruttomarge von etwa 86 Prozent und einem Gewinn je Aktie von rund 31 Dollar. Das Unternehmen verwies zudem auf 16 langfristige Lieferverträge mit Take-or-pay-Klauseln im Volumen von 22 Milliarden Dollar sowie auf einen HBM4-Hochlauf, der nach eigenen Angaben doppelt so schnell verläuft wie beim Vorgängerprodukt HBM3E. Die HBM-Kapazität für 2026 gilt bereits als vollständig ausverkauft.

Analysten bleiben trotz Rücksetzer optimistisch

Die Reaktion der Wall-Street-Häuser fiel überwiegend positiv aus. Bank of America erhöhte ihr Kursziel für Micron auf 1.550 Dollar und nahm den Titel in ihre „US 1 List“ auf. Die Analysten begründen dies unter anderem mit dem erwarteten Wachstum des Marktes für High-Bandwidth-Memory-Chips, den sie bis 2030 auf 246 Milliarden Dollar taxieren – ein Sprung um das Siebenfache gegenüber 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025. KeyBanc setzte das Kursziel sogar auf 1.750 Dollar und verwies auf anhaltende Speicherknappheit. JPMorgan bezeichnete den jüngsten Rücksetzer als Kaufgelegenheit.

Auch Morgan Stanley-Analyst Joseph Moore ordnete den branchenweiten Ausverkauf bei Speicherchip-Werten als Chance ein. Speicher sei ein Engpass für die gesamte KI-Wertschöpfungskette, so Moore. Der von ihm beobachtete Roundhill Memory ETF war zwischenzeitlich in einen Bärenmarkt gerutscht, bevor er sich wieder erholte – ein Muster, das sich in Micron nun im Kleinen wiederholt zu haben scheint.

NAND-Warnung bremst die Euphorie

Der Dämpfer kam ausgerechnet aus dem eigenen Sektor. TrendForce warnte, die derzeitigen NAND-Flash-Angebotsengpässe dürften sich ab der zweiten Jahreshälfte 2027 auflösen, weil die KI-getriebene Nachfrage sich normalisiere. Neben Micron gerieten auch Wettbewerber wie SanDisk, Western Digital, Seagate und SK Hynix unter Druck. Parallel bestätigten Spotpreis-Daten für DRAM zumindest kurzfristig noch eine robuste Nachfrage: Der Preis für DDR4-1Gx8-Module mit 3200 Megatransfers pro Sekunde stieg um 3,27 Prozent auf 41,1 Dollar, getragen von Nachfrage nach Markenprodukten.

Für die Aktie bedeutet das eine Konsolidierung nach einem außergewöhnlichen Lauf: Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro, erreicht Ende Juni, beträgt aktuell knapp 24 Prozent. Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Kursentwicklung dennoch beeindruckend. Kritischer beäugt wird unterdessen der Zeitraum: Insider hätten in den vergangenen 24 Monaten Aktien im Wert von über 100 Millionen Dollar verkauft, ein Umstand, den manche Beobachter als Warnsignal werten. Ob das Unternehmen 2026 tatsächlich einen Aktiensplit angeht, wie es in Marktkommentaren zuletzt diskutiert wurde, ist bislang nicht bestätigt.

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