Micron Aktie: 41,5 Milliarden Dollar Umsatz
Micron Technology übertrifft mit Rekordumsatz und -marge alle Erwartungen, die Aktie fällt dennoch um 6,5 Prozent.

- Rekordumsatz von 41,5 Milliarden Dollar
- Gewinn je Aktie übertrifft Analystenschätzungen
- HBM-Speicher als zentraler Wachstumstreiber
- Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen
Micron Technology liefert Zahlen, die in der Halbleiterbranche ihresgleichen suchen. Rekordumsatz, Rekordmarge, Rekord-Cashflow — und trotzdem verlor die Aktie am Freitag rund 6,5 Prozent. Das sagt viel über die aktuelle Stimmung an den Märkten.
Zahlen weit über den Erwartungen
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 28. Mai endete, erzielte Micron einen Umsatz von 41,5 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 346 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das fünfte Quartal in Folge mit einem neuen Rekord — und der größte sequenzielle Dollaranstieg in der Unternehmensgeschichte.
Der Gewinn je Aktie lag bei 25,11 Dollar. Analysten hatten im Schnitt 20,49 Dollar erwartet. Die Bruttomarge erreichte 84,9 Prozent — ein Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal. Damit übertrifft Micron sogar Nvidias zuletzt gemeldete Marge von 75 Prozent.
Das DRAM-Geschäft trug 31,3 Milliarden Dollar zum Umsatz bei, ein sequenzieller Sprung von 67 Prozent. NAND-Speicher verdoppelte sich nahezu und brachte 9,9 Milliarden Dollar ein. Der freie Cashflow belief sich auf 18,3 Milliarden Dollar.
HBM als Wachstumsmotor
Hinter diesen Zahlen steckt vor allem ein Produkt: High Bandwidth Memory, kurz HBM. Dieser Speichertyp ist unverzichtbar für KI-Beschleuniger — und Micron hat seine gesamte HBM-Produktion für 2026 bereits verkauft.
Das Unternehmen hat strategische Kundenverträge im Wert von 22 Milliarden Dollar abgeschlossen, davon 18 Milliarden Dollar als Bareinlagen. HBM3E- und HBM4-Produkte sind bis 2027 vollständig ausgebucht, die Nachfrage reicht bis 2028. CEO Sanjay Mehrotra sprach von einem Ergebnis, das „den strategischen Wert von Speicher im KI-Zeitalter widerspiegelt“.
Kein Wunder, dass die Preissetzungsmacht gestiegen ist. Wer ein knappes, kritisches Bauteil kontrolliert, diktiert die Konditionen.
Ausblick und Kurssituation
Für das vierte Quartal erwartet Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar und eine Bruttomarge von etwa 86 Prozent. Auch der freie Cashflow soll weiter wachsen.
Die Aktie schloss am Freitag bei 995,60 Euro — rund zehn Prozent unter dem Allzeithoch von 1.103,80 Euro, das erst am 25. Juni erreicht wurde. Auf Jahressicht hat sich der Kurs mehr als verdreifacht. Der RSI von 59,7 signalisiert eine neutral-bullische Ausgangslage, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 108 Prozent zeigt aber, wie nervös der Markt bleibt.
Der nächste wichtige Datenpunkt kommt von außen: Der US-Kernpreisindex PCE für Mai, den die Fed als bevorzugtes Inflationsmaß nutzt, wird in der kommenden Woche veröffentlicht. Ein schwacher Wert könnte Technologieaktien Rückenwind geben — ein starker würde den Gegenwind verlängern.
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