Micron Aktie: 5,7 Prozent Minus trotz Auto-Deal
Micron Technology verliert trotz neuer Autopartnerschaften an der Börse. Der Kursrutsch der vergangenen Wochen setzt sich fort, während Analysten uneins sind.

- Aktie fällt trotz neuer Autozulieferer-Verträge
- Starker Dreiwochen-Ausverkauf bei Micron
- Wall Street Analysten uneins über Zukunft
- Konkurrenzdruck durch SK Hynix Börsengang
Ein Konzern verkündet milliardenschwere Lieferverträge mit der Autoindustrie. Die Aktie fällt trotzdem um fast sechs Prozent. Bei Micron klafft die Kluft zwischen guten Nachrichten und Kursreaktion derzeit so weit auseinander wie selten zuvor.
Auto-Deal verkündet, Kurs bricht trotzdem ein
Micron Technology hat mehrjährige Lieferverträge mit wichtigen Autozulieferern unterschrieben. Zu den Partnern zählen Qualcomm, DENSO, Hyundai Mobis, Visteon und Harman. Die Vereinbarungen sollen den Speicherchip-Hersteller für den KI-getriebenen Umbau der Fahrzeugbranche positionieren.
Die Marktreaktion fiel trotzdem negativ aus. Die Micron-Aktie verlor 5,7 Prozent, obwohl der Konzern gleich mehrere große Automobil-Partnerschaften auf einmal bekanntgab. Diese Diskrepanz zeigt, wie nervös Anleger nach der starken Kursrallye des Chipherstellers inzwischen reagieren.
Der breite Markt half nicht. Der Nasdaq Composite fiel am Donnerstag um 1,47 Prozent auf 25.882 Punkte. Der S&P 500 gab um 0,51 Prozent auf 7.534 Zähler nach. Auch der Dow Jones schloss im Minus, während Tech-Werte insgesamt unter Druck gerieten.
Ein brutaler Dreiwochen-Ausverkauf
Micron ist innerhalb weniger Wochen von einem der größten KI-Gewinner an der Wall Street zu einem der schwächsten Performer geworden. Zum Freitagsschluss bei 746,30 Euro steht die Aktie über 30 Tage mit 17,74 Prozent im Minus.
Die längerfristige Bilanz bleibt trotzdem außergewöhnlich. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 196,03 Prozent zu Buche. Der aktuelle Ausverkauf schmälert einen historischen Boom, löscht ihn aber nicht aus.
Wall Street ist gespalten
Der Kursrutsch hat widersprüchliche Einschätzungen ausgelöst. Nach Angaben von TradingKey liegt Micron rund 22 Prozent unter seinen Höchstständen nach den letzten Quartalszahlen. UBS bezeichnet den Rückgang als vorübergehend und verweist auf die fundamentale Stärke des Geschäfts.
Investor Michael Burry positioniert sich Berichten zufolge auf der entgegengesetzten Seite dieser Wette. Für zusätzliche Aufregung sorgte CNBC-Moderator Jim Cramer. Er warnte Anleger, die Micron auf Kredit kaufen, mit deutlichen Worten vor herben Verlusten bereits am folgenden Montag.
Hinzu kommt Konkurrenzdruck aus Südkorea. Der Nasdaq-Börsengang von Rivale SK Hynix hat Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Kommentatoren werten den Börsengang als möglichen Angriff auf Microns dominante Stellung bei Hochleistungsspeicherchips (HBM).
Fondsmanager bleiben konstruktiv
Nicht alle institutionellen Investoren sind pessimistisch gestimmt. Ankur Crawford von Alger empfiehlt, auf Micron zu setzen, da die Cashflows künftig einen großen Teil der Marktkapitalisierung ausmachen dürften. Berichten zufolge baut auch ClearBridge seine Position in der Aktie aus – während der Fonds gleichzeitig Engagements bei anderen Mega-Cap-Tech-Werten reduziert.
Die nächsten Quartalszahlen stehen erst im September an. Bis dahin dürfte sich der Kurs vor allem an der allgemeinen Stimmung im Halbleitersektor orientieren, an der Versorgungslage bei HBM-Chips und daran, wie Anleger die neuen Auto-Verträge gegen die wachsende Konkurrenz durch SK Hynix abwägen. Der Markt sucht derzeit erkennbar nach einer neuen Bewertung für Microns Wandel vom zyklischen Speicheranbieter zum zentralen Baustein der KI-Infrastruktur.
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