Micron Aktie: Absturz nach Rekordzahlen

Trotz historisch starker Quartalszahlen verliert Microns Aktie massiv an Wert. Grund ist Googles neue Kompressionssoftware TurboQuant, die den Speicherbedarf für KI drastisch reduzieren könnte.

Die Kernpunkte:
  • Google stellt KI-Speicherkompression TurboQuant vor
  • Micron meldet Rekordumsatz und verdreifachten Gewinn
  • Aktienkurs verliert über 20 Prozent in einer Woche
  • Dividende wird trotz Unsicherheit erhöht

Der Speicherspezialist Micron hat gerade das stärkste Quartal seiner Geschichte abgeliefert. Umsatz und Gewinn übertrafen die kühnsten Erwartungen der Wall Street bei Weitem. Trotzdem trennen sich Anleger derzeit massiv von dem Papier. Der Grund für den plötzlichen Stimmungswechsel ist eine neue Software-Entwicklung von Google, die den gigantischen Hardware-Hunger der KI-Branche drastisch reduzieren könnte.

Googles TurboQuant ändert die Spielregeln

Alphabet hat mit „TurboQuant“ eine neue Kompressionsmethode vorgestellt, die den Speicherbedarf für große Sprachmodelle um das Sechsfache senken soll. Auf Nvidia-Grafikkarten vom Typ H100 verspricht Google zudem eine bis zu achtmal höhere Rechengeschwindigkeit. Diese Aussicht auf massive Effizienzgewinne durch reine Software trifft die Hersteller von Speicherchips hart, da Algorithmen künftig teure Hardware-Upgrades teilweise ersetzen könnten.

Die technologische Entwicklung überschattet die fundamental hervorragende Verfassung von Micron völlig. Im abgelaufenen zweiten Geschäftsquartal verdreifachte das Unternehmen seinen Umsatz nahezu auf 23,9 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie sprang auf 12,20 US-Dollar. Das Management betonte während der Zahlenvorlage, die Kundennachfrage mittelfristig nur zur Hälfte bis zu zwei Dritteln bedienen zu können. Dennoch verliert der Titel seit sechs Handelstagen kontinuierlich an Boden. Allein in den vergangenen sieben Tagen gab der Kurs um gut 20 Prozent nach und notiert aktuell bei rund 308 Euro.

Strukturelles Problem oder Kaufchance?

Nicht alle Marktbeobachter werten die Google-Software als langfristige Bedrohung für das Geschäftsmodell der Chiphersteller. TurboQuant zielt primär auf den sogenannten Inferenz-Speicher ab, also die Anwendung fertiger KI-Modelle. Das eigentliche Training dieser Modelle erfordert weiterhin gigantische Kapazitäten an Arbeitsspeicher. Analysten von Morgan Stanley betrachten den jüngsten Kursrutsch daher als potenzielle Einstiegsgelegenheit, da die Integration solcher Software-Lösungen in bestehende Systeme erfahrungsgemäß viel Zeit in Anspruch nimmt.

Allerdings stufte die Investmentbank Micron kürzlich als ihren absoluten Halbleiter-Favoriten ab und setzte stattdessen wieder Nvidia auf den Spitzenplatz. Nach der extremen Kursrallye der vergangenen Monate wachsen am Markt die Sorgen vor einem nahenden Höhepunkt der Gewinnentwicklung, da die Kapazitätsausweitungen der Branche an ihre Grenzen stoßen.

Ungeachtet der aktuellen Volatilität hält das Management an seiner aktionärsfreundlichen Politik fest und erhöht die Quartalsdividende von 0,12 auf 0,15 US-Dollar. Auch das langfristige Branchenumfeld bleibt angespannt. Der südkoreanische Konkurrent SK Hynix geht davon aus, dass das Angebot der Nachfrage noch bis 2030 um etwa 20 Prozent hinterherhinken wird. Konkrete Fakten zur tatsächlichen Leistungsfähigkeit der neuen Kompressionsmethode wird Google im kommenden Monat auf der KI-Konferenz ICLR in Brasilien präsentieren.

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