Micron Aktie: AI treibt Rally
Micron profitiert massiv von der KI-Nachfrage, meldet ein Rekordquartal und hat seine HBM-Kapazitäten bis 2026 ausgebucht. Analysten heben die Kursziele deutlich an.

- Starke Quartalszahlen mit Umsatzplus von 57 Prozent
- HBM-Kapazitäten bis Ende 2026 vollständig vergeben
- Mehrere Analysten erhöhen Kursziele deutlich
- Aktie erreicht neues 52-Wochen-Hoch
Micron profitiert derzeit wie kaum ein anderer Chipwert vom KI-Boom. Starke Quartalszahlen, ein voll ausgebuchtes Speicher-Geschäft und deutlich angehobene Prognosen haben die Fantasie im Markt angefacht. Jetzt sorgt auch Nvidia-Chef Jensen Huang mit klaren Aussagen zur Speicherknappheit für zusätzlichen Rückenwind.
Analysten und Nvidia befeuern Kursschub
Auslöser der jüngsten Kurswelle sind vor allem zwei Faktoren: eine Serie kräftiger Analystenhochstufungen seit Jahresbeginn und die Aussagen von Nvidia-CEO Jensen Huang auf der CES 2026 in Las Vegas. Huang betonte dort, dass der Markt für Speicher und Speicherbandbreite weiterhin „unterversorgt“ sei – ein direktes Argument für Anbieter wie Micron, die zentrale Bausteine der KI-Infrastruktur liefern.
Bereits am 2. Januar setzte Sanford C. Bernstein den Startschuss für die Rally, indem das Kursziel von 270 auf 330 US‑Dollar angehoben wurde. An diesem Tag sprang die Aktie zweistellig nach oben, begleitet von deutlich überdurchschnittlichen Umsätzen. In den Tagen danach folgten weitere Adressen der Wall Street mit optimistischen Einschätzungen:
- Morgan Stanley: Kursziel 350 US‑Dollar – Begründung: starkes DRAM-Ertragspotenzial in den Jahren 2026 und 2027
- HSBC: Start der Coverage mit Kursziel 330 US‑Dollar, Micron als klarer Profiteur knapper KI-Speicherkapazitäten
- KeyBanc: Kursziel 325 US‑Dollar, Hinweis auf einen möglichen „Superzyklus“ im Speichermarkt
Parallel dazu zeigen die bereitgestellten Kursdaten, wie stark der Trend bereits gelaufen ist: In den vergangenen 30 Tagen legte die Aktie um gut 60 % zu und markierte gestern mit 343,43 US‑Dollar ein neues 52‑Wochen-Hoch.
Rekordquartal legt die Basis
Der Kursschub baut auf außergewöhnlich starken Zahlen für das erste Geschäftsquartal 2026 auf, die Micron bereits am 17. Dezember 2025 vorgelegt hatte. Die wichtigsten Kennziffern lagen deutlich über den Erwartungen und signalisierten eine klare Trendwende im ansonsten traditionell zyklischen Speichergeschäft.
- Umsatz: 13,64 Mrd. US‑Dollar, +57 % im Jahresvergleich, rund 7 % über Schätzung
- Non-GAAP-EPS: 4,78 US‑Dollar, +167 % im Jahresvergleich, gut 22 % über Konsens
- DRAM-Umsatz: 10,8 Mrd. US‑Dollar, +69 % im Jahresvergleich, Preise +20 % gegenüber dem Vorquartal
- Non-GAAP-Bruttomarge: 56,8 % (Vorjahr: 39,5 %)
- Operativer Cashflow: 8,41 Mrd. US‑Dollar, nach 5,73 Mrd. im Vorquartal
Diese Zahlen zeigen: Micron kann nicht nur höhere Stückzahlen absetzen, sondern vor allem deutlich bessere Preise durchsetzen. Besonders der DRAM-Bereich profitiert von der hohen Nachfrage seitens Rechenzentren, die Kapazitäten für KI-Workloads aufbauen. Bernstein rechnet sogar damit, dass DRAM-Preise im kommenden Quartal nochmals um 20 bis 25 % gegenüber dem Vorquartal anziehen – ein Szenario, das die Margen weiter stützen würde.
Als Reaktion erhöhte das Management das Investitionsbudget für das Geschäftsjahr 2026 von 18 auf 20 Mrd. US‑Dollar. Die Botschaft: Micron baut aggressiv Kapazitäten aus, um die KI-getriebene Nachfrage bedienen zu können.
HBM ausverkauft – Sichtbarkeit bis 2026
Ein Kernstück der aktuellen Story ist das Geschäft mit High Bandwidth Memory (HBM), das für das Training und den Einsatz großer KI-Modelle unverzichtbar ist. CEO Sanjay Mehrotra machte auf dem Dezember-Call deutlich, wie angespannt die Lage ist: Die HBM-Kapazität ist nach Unternehmensangaben bis einschließlich 2026 vollständig vergeben.
Das verschafft Micron zwei wesentliche Vorteile. Erstens sorgt es für außergewöhnliche Planungssicherheit bei Umsatz und Preisen. Zweitens signalisiert es, dass die eigene Technologie im Hochleistungssegment angekommen ist: Micron ist als zentraler HBM-Lieferant für Nvidias kommende GeForce-RTX-50-Generation auf Blackwell-Basis gesetzt.
Parallel dazu erweitert der Konzern sein HBM-Packaging-Werk in Singapur. Die Produktion soll 2026 starten, mit weiterer Expansion im Jahr 2027. Mehrotra geht zudem davon aus, dass die Speichermärkte über 2026 hinaus „angespannt“ bleiben. Nach seiner Einschätzung wird Micron in den kommenden Jahren bei einigen großen Kunden nur etwa die Hälfte bis zwei Drittel des Bedarfs decken können – ein klarer Hinweis auf strukturelle Knappheit.
Ausblick: Starke Guidance, hohe Erwartungen
Für das zweite Geschäftsquartal 2026 hat Micron eine Prognose vorgelegt, die die bisherigen Marktschätzungen nahezu verdoppelt. Das Unternehmen stellt in Aussicht:
- Umsatz: 18,70 Mrd. US‑Dollar (± 400 Mio.) gegenüber Analystenerwartungen von 14,20 Mrd. US‑Dollar
- Bereinigtes EPS: 8,42 US‑Dollar (± 0,20) gegenüber Konsens von 4,78 US‑Dollar
Diese Guidance impliziert weiteres sequenzielles Wachstum bei Umsatz und Marge und neue Rekorde bei Umsatz, Bruttomarge, Gewinn je Aktie und Free Cashflow – sowohl für das zweite Quartal als auch für das Gesamtjahr 2026. Entsprechend wurden die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie im laufenden Geschäftsjahr in den vergangenen 30 Tagen um rund 80 % nach oben geschraubt.
Der nächste wichtige Termin ist der Q2-Bericht Ende März 2026. Im Fokus stehen dann insbesondere Updates zur HBM-Kapazität und Kundenallokation, die Preisentwicklung bei DRAM und NAND, der Fortschritt beim Packaging-Standort in Singapur sowie mögliche Neuigkeiten zum angekündigten Rückzug aus dem Consumer-Geschäft mit Crucial. Kurzfristig dürfte zudem die Hauptversammlung am 15. Januar 2026 weitere Details zur Kapazitätserweiterung und Kapitalallokation liefern – vor diesem Hintergrund bleiben die Erwartungen an Micron hoch.
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