Micron Aktie: Bonus-Poker?
Micron führt ab Geschäftsjahr 2027 quartalsweise Boni ein; ein Streik in Taoyuan ließ die Produktion laut Berichten unberührt.

- Aktie gewinnt im Halbleiteraufschwung 2,7 Prozent
- Needham hält an Kaufurteil und Kursziel fest
- D.A. Davidson bestätigt Kaufempfehlung mit 3.000 Dollar
- Taoyuan-Streik ohne Produktionsauswirkungen laut Medien
Micron Technology legte am Freitag im Sog der Erholung bei Halbleiterwerten um 2,7% zu. Reuters zufolge stieg der Halbleiterindex nach dem technologiegetriebenen Ausverkauf vom Donnerstag wieder. Den vorherigen Rückgang hatten erneute Sorgen um das Anlagethema künstliche Intelligenz ausgelöst; die Erholung bildete damit das Marktumfeld für Microns Kursgewinn.
Zwei Analysehäuser bestätigen Kaufempfehlungen
Needham bestätigte am Donnerstag seine Kaufempfehlung für Micron und beließ das Kursziel bei 1.650 $. Das Analysehaus änderte damit weder seine Einstufung noch die Zielmarke.
Ebenfalls am Donnerstag bekräftigte D.A. Davidson die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 3.000 $. Die Bestätigung folgte auf die Teilnahme am Technologie-Webinar des Unternehmens. Beide Häuser hielten somit an ihren positiven Einschätzungen fest, nannten allerdings deutlich unterschiedliche Kursziele.
Neues Bonussystem und Arbeitskonflikt
Neben der Sektorbewegung standen bei Micron Fragen der Mitarbeitervergütung im Mittelpunkt. Laut Reuters kündigte das Unternehmen am Donnerstag ein weltweites System quartalsweiser Mitarbeiterboni an, das im Geschäftsjahr 2027 starten soll. Die Höhe der Boni wird an die Unternehmensentwicklung gekoppelt.
Die Hälfte des Bonuspools soll nach Veröffentlichung der Ergebnisse bar ausgezahlt werden. Die andere Hälfte ist in Aktien vorgesehen, auf die Beschäftigte nach einem Jahr einen unverfallbaren Anspruch erhalten.
Bei Microns Standort Taoyuan begannen am Donnerstag elf Gewerkschaftsfunktionäre einen eintägigen Streik wegen der Gewinnbeteiligung. Medienberichten zufolge sollte die Aktion die Produktion nicht beeinträchtigen; die Verhandlungen blieben ungelöst.
Dagegen hatten Micron Memory Taiwan und die separate Gewerkschaft in Taichung bereits am Mittwoch eine Vereinbarung zu mehreren arbeitsbezogenen Fragen unterzeichnet. Reuters zufolge zogen sich beide Seiten daraufhin aus dem für Donnerstag angesetzten Schlichtungsverfahren zurück.
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