Micron Aktie: Burry short bei 1.051,87 Dollar

Investor Michael Burry positioniert sich mit einer Short-Wette gegen den Speicherchip-Hersteller Micron und kritisiert dessen zyklische Schwankungen.

Die Kernpunkte:
  • Burry geht short bei Micron
  • Aktie fällt von Rekordhoch zurück
  • Bullen verweisen auf KI-Nachfrage
  • Dividendenzahlung steht bevor

Michael Burry hat einen neuen Gegner gefunden. Der Investor, der mit seiner Wette gegen den US-Immobilienmarkt 2008 berühmt wurde, positioniert sich jetzt gegen Micron. Die Aktie des Speicherchip-Herstellers hat binnen sieben Handelstagen 8,79 Prozent verloren und schloss am Freitag bei 912,00 Euro.

Burry nennt Micron einen „Kapitalvernichter“

Burry veröffentlichte seine Short-Position über Substack. Er ging bei 1.051,87 Dollar je Aktie short und bezeichnete Micron als „Kapitalvernichter“ in einer psychologischen Blase. Seine Kritik zielt auf die historische Schwankungsanfälligkeit des Unternehmens.

Micron notiere weiter über dem 200-Tage-Durchschnitt als je zuvor seit 1984, so Burry, selbst nach dem jüngsten Rücksetzer. Er beschreibt das Unternehmen als Musterbeispiel für zyklische Extreme: 34 Kursrückgänge von mehr als 30 Prozent binnen 42 Jahren. Das reine DRAM- und Speichergeschäft neige zu Boom-und-Bust-Phasen.

Zusätzlich bemängelt Burry die langfristige Profitabilität. Die mediane Kapitalrendite liege bei rund 4 Prozent, die Eigenkapitalrendite bei etwa 7 Prozent. Beide Werte liegen deutlich unter den zweistelligen Kapitalkosten. Der freie Cashflow sei in rund 48 Prozent der Zeit negativ gewesen.

Burry wettet nicht nur gegen Micron. Auch Nvidia, Applied Materials, Tesla, Caterpillar und der Halbleiter-ETF SOXX stehen auf seiner Short-Liste. Dahinter steckt eine grundsätzliche Skepsis gegenüber einer möglichen Überdehnung im KI- und Chipsektor.

Aktie fällt von Rekordhoch zurück

Erst am 25. Juni markierte Micron mit 1.103,80 Euro ein 52-Wochen-Hoch. Mittlerweile liegt die Aktie 17,38 Prozent unter diesem Niveau. Der Titel bleibt trotzdem klar im Aufwärtstrend: Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 762,26 Euro, fast 20 Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Der 200-Tage-Durchschnitt von 391,42 Euro zeigt das Ausmaß der Rally besonders deutlich. Der aktuelle Kurs liegt 133 Prozent darüber. Der RSI von 52,2 signalisiert weder Überkauft- noch Überverkauft-Zustand. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 116,01 Prozent zeigt aber, wie nervös der Markt geworden ist.

Bullen halten dagegen

Nicht jeder teilt Burrys pessimistische Sicht. Bullische Stimmen verweisen auf starke aktuelle Geschäftszahlen, ausverkaufte HBM-Kapazitäten und Rückenwind durch die KI-Nachfrage. Nach dieser Lesart ist die Aktie auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden Quartale keineswegs teuer – manche Marktbeobachter sprechen sogar von einem neuen Paradigma statt eines gewöhnlichen Zyklushochs.

Auch Nvidia-Chef Jensen Huang äußerte sich zur Nachfragesituation. Die Nachfrage nach Speicherchips werde die Kapazitäten noch mehrere Jahre übersteigen, so Huang.

Die jüngsten Quartalszahlen stützen die bullische Argumentation. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das im Mai endete, stieg der Umsatz um 345 Prozent auf 41,4 Milliarden Dollar. Cloud- und Data-Center-Segmente wuchsen besonders stark, während sich NAND- und DRAM-Preise gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelten. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie kletterte um über 1.200 Prozent auf 25,11 Dollar.

Dividende trifft auf Volatilität

Die aktuelle Kursschwäche fällt ausgerechnet mit dem Stichtag für die nächste Dividendenzahlung zusammen. Der Vorstand hatte am 24. Juni eine Quartalsdividende von 0,15 Dollar je Aktie beschlossen. Anteilseigner, die am 6. Juli im Aktienregister stehen, erhalten die Zahlung am 21. Juli.

Micron steht damit zwischen zwei Erzählungen. Auf der einen Seite Burrys historischer Vergleich, der auf eine überdehnte Bewertung und einen bevorstehenden Zyklustief hindeutet. Auf der anderen Seite eine strukturell wachsende KI-Nachfrage, die laut Bullen diesen Zyklus fundamental von früheren unterscheidet.

Mit einem Kursplus von mehr als 790 Prozent binnen zwölf Monaten bleibt die Aktie eine der auffälligsten Wetten im Halbleitersektor. Ob der aktuelle Rücksetzer eine gesunde Korrektur bleibt oder der Beginn eines tieferen Abschwungs wird, dürfte sich an der Preisentwicklung für Speicherchips in den kommenden Quartalen entscheiden.

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