Micron Aktie: CXMT-Debüt in Shanghai trifft auf Burry-Short

CXMT-Börsengang und Michael Burrys erweiterte Short-Position belasten Micron, während Rekordzahlen und hohe Kursziele für Optimismus sorgen.

Die Kernpunkte:
  • CXMT feiert Rekorddebüt in Shanghai
  • Burry baut Short-Wette gegen Micron aus
  • Rekordquartal mit 345 Prozent Umsatzplus
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 2.000 Dollar

Zwei Nachrichten dominieren an diesem Montag das Bild von Micron: Der chinesische Speicherchiphersteller CXMT feierte in Shanghai ein spektakuläres Börsendebüt und tritt nun als neuer Wettbewerber im DRAM-Geschäft auf. Gleichzeitig hat Investor Michael Burry seine Short-Wette gegen den US-Speicherchiphersteller weiter ausgebaut. Dazwischen steht ein Unternehmen, das gerade ein Rekordquartal vorgelegt hat und von Analysten mit teils deutlich höheren Kurszielen bedacht wird. Im deutschen Handel notiert die Micron-Aktie aktuell bei 813,40 Euro, ein Plus von 0,52 Prozent am heutigen Tag.

CXMT sorgt für neue Konkurrenzsorgen

ChangXin Memory Technologies, kurz CXMT, legte am heutigen Montag den größten Technologie-Börsengang Chinas in diesem Jahr hin. Die Aktie schoss beim Debüt an der Shanghaier Börse um mehrere Hundert Prozent nach oben, der Börsenwert kletterte zeitweise auf umgerechnet mehrere Hundert Milliarden Dollar und machte CXMT kurzzeitig zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen Chinas. Der Chiphersteller ist nach Marktanteil der viertgrößte DRAM-Produzent der Welt, im ersten Quartal 2026 lag sein globaler Anteil laut Marktanteilszahlen bei rund 8 Prozent gegenüber Samsung mit 38 und SK Hynix mit 29 Prozent. Micron selbst kam in dieser Aufstellung auf etwa 22 Prozent.

Analysten sehen die unmittelbare Bedrohung für Micron dennoch als begrenzt ein. CXMT gilt bei Speicherchips für Künstliche Intelligenz als technologisch zurück, insbesondere bei High-Bandwidth-Memory-Bausteinen, die für KI-Beschleuniger zentral sind. Micron gilt in diesem margenstarken Segment weiterhin als führend. Entsprechend reagierte die Micron-Aktie im US-Handel am heutigen Montag vorbörslich mit einem Kursplus von rund 3 Prozent auf CXMTs Debüt – ein Zeichen, dass Anleger die neue Konkurrenz zunächst nicht als existenzielle Gefahr einstufen.

Burry erhöht seinen Einsatz gegen den Speicherchip-Riesen

Parallel dazu wächst der Gegenwind von prominenter Seite. Michael Burry, bekannt geworden durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt vor der Finanzkrise, hat seine Short-Position gegen Micron weiter ausgebaut. Auf seinem Substack-Kanal teilte er am 2. Juli mit, den Einsatz bei einem Kurs von 1.051,87 Dollar je Aktie erhöht zu haben. Gleichzeitig baute er Short-Positionen gegen Nvidia bei 210,28 Dollar, gegen Caterpillar bei 893,49 Dollar und gegen den Chip-ETF SOXX bei 535,83 Dollar auf. Seine Wetten gegen Tesla und Palantir behält er unverändert bei.

Burrys Argument bleibt dasselbe: Ein Großteil der aktuellen und künftigen KI-Nachfrage werde nicht von Endkunden getragen, sondern außerbilanziell finanziert – ein zirkuläres Geflecht, das er unter Berufung auf einen Bericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich beschreibt. Diese Skepsis trifft auf einen ohnehin nervösen Chipsektor. Am vergangenen Freitag brach die Micron-Aktie im US-Handel um rund 7 Prozent auf 920,95 Dollar ein, im Sog eines branchenweiten Ausverkaufs, der auch SK Hynix mit einem Minus von 9 Prozent und SanDisk mit einem Rückgang von 11 Prozent erfasste. Die Erholung der vergangenen Woche spiegelt sich auch in den deutschen Handelsdaten: Auf Sieben-Tage-Sicht steht ein Plus von 7,44 Prozent zu Buche, während die Aktie mit einem Abstand von 4,04 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt weiterhin unter dem kurzfristigen Trend notiert.

Rekordquartal trifft auf ambitionierte Kursziele

Operativ liefert Micron derzeit Zahlen, die die Burry-Skepsis konterkarieren. Im dritten Geschäftsquartal des Fiskaljahres 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 41,46 Milliarden Dollar, ein Sprung von 345,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Gewinn je Aktie von 25,11 Dollar gegenüber einem Analystenkonsens von 21,39 Dollar. Für das laufende vierte Quartal stellt Micron einen Umsatz von rund 50 Milliarden Dollar sowie eine Bruttomarge von 86 Prozent in Aussicht.

Die Analysten von Bernstein bekräftigten angesichts neuer KI-Partnerschaften von Nvidia, Broadcom, Samsung und SK Hynix ihre Einstufung „Outperform“ für Micron. Noch optimistischer positioniert sich Cantor Fitzgerald mit einem Kursziel von 2.000 Dollar, während der breitere Analystenkonsens ein durchschnittliches Kursziel von etwa 1.569 Dollar sieht – ein Aufschlag von rund 70 Prozent gegenüber dem zuletzt genannten US-Kursniveau. Für Anleger bleibt die Gemengelage damit zweigeteilt: robuste operative Zahlen und ein wachsender HBM-Vorsprung stehen einem lauter werdenden Short-Lager und einem ambitionierten neuen Wettbewerber aus China gegenüber.

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