Micron Aktie: Fabriken laufen – Analysten zögern

Micron eröffnet erste Chipfabrik in Indien und meldet starke Quartalszahlen, während Morgan Stanley die Aktie als Top-Pick durch Nvidia ersetzt.

Die Kernpunkte:
  • Eröffnung der ersten Halbleiterfabrik in Indien
  • Starke Quartalszahlen mit Umsatzplus von 57 Prozent
  • Morgan Stanley tauscht Micron als Top-Pick gegen Nvidia
  • Wachstumstreiber ist KI-Speicher HBM

Micron Technology eröffnet Indiens erste Chipfabrik und meldet Rekordfinanzen. Gleichzeitig stuft Morgan Stanley die Aktie herab und ersetzt sie durch Nvidia als Top-Pick im Halbleitersektor. Was bedeutet das für Anleger?

Indiens erste Chipfabrik nimmt Betrieb auf

Ende Februar weihte Micron seine Halbleiter-Montage- und Testanlage in Sanand, Gujarat, ein. Die Investition: 2,75 Milliarden US-Dollar, gemeinsam mit indischen Partnern finanziert. Die Anlage verarbeitet DRAM- und NAND-Wafer zu fertigen Speicherprodukten – auf über 46.000 Quadratmetern Reinraum, einer der weltweit größten zusammenhängenden Produktionsflächen dieser Art.

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Bereits jetzt läuft die kommerzielle Fertigung, zertifiziert nach ISO 9001:2015. Zur Eröffnung lieferte Micron die ersten in Indien gefertigten Speichermodule an Dell Technologies aus. Das Ziel: Dutzende Millionen Chips in diesem Jahr, Hunderte Millionen ab 2027.

Die Fabrik erfüllt LEED Gold-Standards und arbeitet mit Technologien zur Wasseraufbereitung, die Abwasser komplett vermeiden. Premierminister Narendra Modi und Technologieminister Ashwini Vaishnaw betonten bei der Eröffnung die strategische Bedeutung für Indiens Halbleiter-Ambitionen.

Morgan Stanley wechselt den Favoriten

Parallel dazu revidierte Morgan Stanley ihre Sektoreinschätzung. Nvidia löst Micron als Top-Pick unter den Halbleiteraktien ab – nachdem Micron diese Position erst im November von Sandisk übernommen hatte, das wiederum im September Nvidia verdrängt hatte.

Die Begründung: Analyst Joseph Moore zweifelt an der Annahme, dass Memory-Chips einen längeren und nachhaltigeren Zyklus durchlaufen als Prozessoren. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit Morgan Stanley erstmals von Nvidia zu Sandisk und dann zu Micron wechselte, legten Memory-Aktien um 300 bis 900 Prozent zu – während Nvidia stagnierte.

Die Skepsis kommt nicht aus dem Nichts. Trotz starker Fundamentaldaten bei Micron scheint die Bank eine Überhitzung im Memory-Segment zu befürchten.

Rekordquartal stützt die Bewertung

Die operative Leistung gibt Morgan Stanleys Wechsel zusätzliche Brisanz. Im ersten Fiskalquartal 2026 erzielte Micron einen Umsatz von 13,64 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Vorjahr und deutlich über den erwarteten 13,2 Milliarden. Die Bruttomarge erreichte 56 Prozent, der operative Cashflow 8,41 Milliarden US-Dollar.

Für das zweite Quartal prognostiziert Micron 18,7 Milliarden US-Dollar Umsatz, was einem sequenziellen Wachstum von 37 Prozent entspricht. Analysten hatten mit 17,75 Milliarden gerechnet. Die Non-GAAP-Bruttomarge soll auf 68 Prozent steigen, der Gewinn je Aktie auf 8,42 US-Dollar.

Der Treiber dahinter: High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Anwendungen. Der Markt für HBM erreichte 2025 ein Volumen von 35 Milliarden US-Dollar und soll bis 2028 jährlich um 40 Prozent wachsen – auf insgesamt 100 Milliarden US-Dollar vor Jahrzehntwechsel. Micron konkurriert nur mit Samsung und SK Hynix, was die Preissetzungsmacht stärkt. Für 2026 sind die Preise mit nahezu allen Kunden bereits vereinbart.

Analysten uneins über Bewertung

Während Morgan Stanley auf 450 US-Dollar aufstockt, hebt die Deutsche Bank ihr Kursziel auf 500 US-Dollar an. UBS folgt mit 450 US-Dollar und verweist auf anhaltende Preisdynamik bei DRAM und NAND.

Goldman Sachs bleibt vorsichtiger. Die Bank bestätigt ihr „Neutral“-Rating mit einem Kursziel von 360 US-Dollar. Sie erwartet zwar weitere positive Schätzungsrevisionen nach dem Mai-Quartal, sieht aber begrenzte Luft nach oben bei der aktuellen Bewertung.

Am 18. März legt Micron die Zahlen für das zweite Fiskalquartal vor. Investoren werden drei Punkte beobachten: Tempo der HBM-Produktion, Nachhaltigkeit der DRAM-Preise und Ausweitung der KI-Server-Nachfrage über Hyperscaler hinaus ins klassische Unternehmensgeschäft.

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