Micron Aktie: HBM4 läuft doppelt so schnell wie HBM3E

Micron meldet Rekordbilanz und schnelleren HBM4-Hochlauf. Analysten erwarten starkes drittes Quartal mit Gewinnsprung.

Die Kernpunkte:
  • Stärkste Bilanz der Firmengeschichte
  • HBM4-Produktion läuft doppelt so schnell
  • Umsatzprognose von 33,5 Milliarden Dollar
  • Aktie nahe Allzeithoch trotz Rücksetzer

Während die Micron-Aktie seit Jahresbeginn um über 140 Prozent zugelegt hat, schürt das Management auf der J.P.-Morgan-Technologiekonferenz weitere Erwartungen. Die Botschaft war eindeutig: Der KI-Speicherboom beschleunigt sich, und die Nachfrage übersteigt die Lieferfähigkeit der gesamten Branche.

Stärkste Bilanz der Unternehmensgeschichte

Micron-Chef Sanjay Mehrotra ließ keinen Zweifel daran, dass das dritte Geschäftsquartal auf Rekordkurs liegt. Der freie Cashflow soll erneut einen historischen Höchststand erreichen, die Bilanz sei die stärkste in der Firmengeschichte — untermauert durch Hochstufungen aller drei großen Ratingagenturen.

Die Engpässe bei HBM, DRAM und NAND sollen weit über 2026 hinaus anhalten. Als strukturelle Ursachen nennt das Management unter anderem geringere Bit-Dichtezuwächse bei neuen Speicherknoten, größere Die-Flächen bei HBM, die die Ausbeute pro Wafer senken, sowie längere Bauzeiten für neue Chipfabriken.

HBM4 läuft schneller als erwartet

Der Hochleistungsspeicher HBM4 ist der eigentliche Taktgeber. Der 36-GB-Stack mit 12 Schichten erreicht mehr als 11 Gb/s pro Pin und über 2,8 TB/s Bandbreite — eine Effizienzsteigerung von mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorgänger HBM3E. Die Produktionsrampe läuft doppelt so schnell wie beim HBM3E-Anlauf im Vorjahr, die Ausbeuten verbessern sich.

Parallel hat Micron die Entwicklung von HBM4E gestartet. Das erste JEDEC-konforme Bauteil soll 2027 in Serie gehen. Hinzu kommt ein struktureller Nachfrageschub: Der Übergang von Mensch-Maschine-Interaktionen hin zu autonomen, maschinellen Workloads erhöht die Speicherintensität pro Server weiter.

Quartalsbericht Ende Juni als nächster Prüfstein

Für das dritte Fiskalquartal peilt Micron einen Umsatz von rund 33,5 Milliarden Dollar an, bei einer Bruttomarge von etwa 81 Prozent und einem Gewinn je Aktie von 19,15 Dollar. Der Konsens der Analysten liegt beim EPS bei 18,97 Dollar — was einem Anstieg von knapp 997 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspräche.

Micron hat die Wall-Street-Schätzungen in jedem der letzten vier Quartale übertroffen. Das zweite Fiskalquartal 2026 brachte einen Umsatz von 23,86 Milliarden Dollar und den größten sequenziellen Umsatzsprung in der Unternehmensgeschichte. Das Quartalsdividende wurde um 30 Prozent auf 0,15 Dollar je Aktie angehoben.

Die Bandbreite der Analystenprognosen für Q3 reicht von 33,7 bis 40,9 Milliarden Dollar — ein Spread, der die echte Unsicherheit über das Tempo der KI-Infrastrukturinvestitionen widerspiegelt.

Wettbewerb und Kapazitätsausbau

Im HBM-Markt führt SK Hynix, gefolgt von Samsung, Micron liegt auf Rang drei. Alle drei Anbieter qualifizieren ihre nächste HBM-Generation bei Hyperscalern und KI-Chip-Designern.

Micron baut die Kapazitäten über mehrere Projekte aus: die Fab Idaho One soll Mitte 2027 in Betrieb gehen, eine neue NAND-Anlage in Singapur produziert voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte 2028 erste Wafer. Das bedeutet, dass Angebotsengpässe strukturell bis 2028 anhalten könnten.

Die Aktie schloss am Freitag bei 647 Euro — rund 5,6 Prozent unter dem Allzeithoch von 685,40 Euro, das am 13. Mai erreicht wurde. Der RSI liegt bei 35,7 und signalisiert damit eine technisch überverkaufte Zone, was das Aufwärtspotenzial vor dem Quartalsbericht am 24. Juni zusätzlich schärft.

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