Micron Aktie: KGV von 43,6 erhöht den Druck

Der Speicherchip-Hersteller präsentiert am 24. Juni die Q3-Zahlen. Nach einer enormen Kursrally sind die Erwartungen an das KI-Wachstum extrem hoch.

Die Kernpunkte:
  • Quartalszahlen am 24. Juni erwartet
  • Aktie erreicht neues Jahreshoch
  • Marktkapitalisierung übersteigt Billionen-Dollar-Marke
  • KI-Nachfrage treibt Speichergeschäft an

Micron hat den nächsten Prüfstein gesetzt. Am 24. Juni öffnet der Speicherchip-Konzern das nächste Zahlenfenster zum fiskalischen dritten Quartal. Nach der KI-getriebenen Kursrally reicht ein solides Update kaum noch. Der Markt hat schon viel Zukunft eingepreist.

Rally setzt die Messlatte hoch

Die Aktie kostet am Freitag 805,60 Euro und markiert ein neues Jahreshoch. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 199,48 Prozent zu Buche, über zwölf Monate sogar 845,65 Prozent.

Die Rally hat Tempo. In den vergangenen 30 Tagen gewann der Titel 81,58 Prozent. Kein Wunder, dass der nächste Bericht mehr Gewicht bekommt als ein normaler Quartalstermin.

Am 26. Mai überschritt Micron erstmals eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar. Zuletzt lag der Börsenwert bei rund 1,05 Billionen US-Dollar. Der Treiber bleibt klar: KI-Anwendungen brauchen enorme Mengen an Speicher.

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 43,6 lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Genau deshalb wird der Juni-Termin zum Test für die Bewertung.

Jüngste Zahlen legen Latte höher

Operativ hat Micron zuletzt stark geliefert. Im jüngsten gemeldeten Fiskalquartal stieg der Umsatz auf 23,86 Milliarden US-Dollar. Ein Quartal zuvor waren es 13,64 Milliarden US-Dollar.

Vor einem Jahr lag der Wert bei 8,05 Milliarden US-Dollar. Der GAAP-Nettogewinn erreichte 13,79 Milliarden US-Dollar oder 12,07 US-Dollar je Aktie.

Wichtig ist die Breite des Wachstums. Micron meldete Zuwächse in Cloud-Speicher, Kerngeschäft für Rechenzentren, Mobil- und Client-Produkten sowie Auto- und Embedded-Anwendungen. Das passt zur KI-Story, macht die Erwartung aber anspruchsvoller.

Auch der Cashflow stützt die These. Micron meldete 11,90 Milliarden US-Dollar operativen Cashflow. Die Nettoinvestitionen lagen bei 5,0 Milliarden US-Dollar, der bereinigte freie Cashflow bei 6,9 Milliarden US-Dollar.

Zum Quartalsende verfügte der Konzern über 16,7 Milliarden US-Dollar an Cash, marktgängigen Anlagen und gebundenen Mitteln. Das gibt Spielraum für Kapazitäten, Forschung und mögliche Schwankungen im Speicherzyklus.

Was am Termin zählt

Micron führt die Telefonkonferenz am 24. Juni um 14.30 Uhr Mountain Time. Auf der Investor-Relations-Seite nennt der Konzern 16.30 Uhr Eastern Time. Auch Prognosen und andere zukunftsgerichtete Aussagen können Thema sein.

Der Markt wartet vor allem auf Hinweise zu DRAM, NAND und Speicherprodukten für Rechenzentren. Starke Nachfrage allein reicht nicht. Entscheidend ist, ob Preise, Margen und Kapazitätsauslastung die aktuelle Bewertung tragen.

Am 24. Juni zählt deshalb jedes Detail zum Ausblick. Bestätigt das Management robuste KI-Nachfrage und stabile Margen, bekommt die Rally fundamentale Rückendeckung. Klingen Bestellungen oder Preistrends schwächer, wirkt der enorme Kursanstieg schnell wie eine Hypothek.

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