Micron Aktie: SK Hynix startet bis 10. Juli

SK Hynix' Nasdaq-Listing belastet Micron massiv. Trotz Rekordumsätzen und starkem Wachstum fällt die Aktie deutlich.

Die Kernpunkte:
  • SK Hynix plant Nasdaq-Börsengang
  • Micron verliert Investoren-Rampenlicht
  • KI-Sektor-Rotation belastet Chipwerte
  • Ex-Dividende bei geringer Ausschüttung

Starke Zahlen schützen nicht vor schmerzhaften Kursverlusten. Bei Micron klaffen fundamentale Stärke und Marktstimmung aktuell weit auseinander. Ein direkter Rivale drängt an die US-Börse. Das setzt die Papiere des Speicherchip-Spezialisten massiv unter Druck.

Der Abverkauf beschleunigt sich zum Wochenstart. Die Aktie rutschte am Montag um weitere 3,60 Prozent auf 879,20 Euro ab. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust damit auf rund zwölf Prozent.

Der Auslöser für diese Talfahrt kommt aus Südkorea. Der Rivale SK Hynix plant bis zum 10. Juli ein Listing an der Nasdaq. Damit erhält ein führender Anbieter von High-Bandwidth-Memory (HBM) direkten Zugang zum US-Kapitalmarkt. Die Folge: Micron verliert sein exklusives Rampenlicht bei amerikanischen Investoren.

Rotation im KI-Sektor

Parallel dazu belastet eine generelle Umschichtung im Technologiesektor. Investoren ziehen Geld aus KI-Chip-Werten ab und stecken es in Software-Titel. Hinzu kommen Neuigkeiten von Meta Platforms. Der Konzern plant den Start eines eigenen KI-Verarbeitungsdienstes für Dritte.

Marktbeobachter werten dies als Zeichen für überschüssige Rechenkapazitäten bei dem Tech-Giganten. Das schürt Ängste vor sinkenden Investitionen in neue KI-Hardware. Der gesamte Chip-Sektor leidet unter dieser Aussicht.

Starke Zahlen, magere Dividende

Der heutige Montag bringt zudem einen wichtigen technischen Termin. Die Aktie wird ex-Dividende gehandelt. Aktionäre erhalten eine Ausschüttung von 15 US-Cent je Anteilsschein. Diese Summe wirkt im Vergleich zur rasanten Profitabilität extrem gering. Im vergangenen Quartal verdiente Micron stolze 24,67 US-Dollar pro Aktie.

Operativ läuft das Geschäft nämlich auf Hochtouren. Im abgelaufenen Quartal explodierte der Umsatz auf 41,4 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 345 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Höhere Preise für NAND- und DRAM-Speicher trieben das Wachstum im Cloud-Segment massiv an.

Laut CEO Sanjay Mehrotra hat Micron bereits sechzehn mehrjährige Lieferverträge mit festen Abnahmemengen gesichert. Nvidia-Chef Jensen Huang stützt diesen Optimismus. Er rechnet für die kommenden Jahre weiterhin mit einem drastischen Nachfrageüberhang bei Speicherchips.

Diese fundamentale Stärke federt den aktuellen Rücksetzer etwas ab. Die Aktie notiert zwar rund 20 Prozent unter ihrem Rekordhoch vom Juni. Seit Jahresbeginn steht aber immer noch ein beeindruckender Kursgewinn von 226 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der Fokus liegt in den kommenden Tagen vollständig auf dem geplanten Börsengang von SK Hynix bis zum 10. Juli. Ein erfolgreiches Debüt des Konkurrenten dürfte den Druck auf die Micron-Aktie kurzfristig hoch halten. Verteidigt das Papier jedoch die Unterstützung am 50-Tage-Durchschnitt bei rund 771 Euro, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.

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