Micron Aktie: UBS setzt auf Rückkäufe

Nach einem massiven Kursrutsch bewerten Morgan Stanley und UBS Micron neu. Der Chiphersteller profitiert von starken Speicherchip-Verträgen und Rekordzahlen.

Die Kernpunkte:
  • Aktie springt um 5,4 Prozent
  • Morgan Stanley sieht Kaufgelegenheit
  • Rekordumsatz von 41,46 Milliarden Dollar
  • Langfristige Lieferverträge bis 2030

Micron Technology schafft die Kehrtwende. Am Dienstag springt die Aktie um 5,40 Prozent auf 797,90 Euro, nachdem bereits der Vorhandel deutliche Kaufsignale gezeigt hatte. Zwei Wall-Street-Banken haben den Chiphersteller nach wochenlangem Ausverkauf neu bewertet — und lösen damit eine spürbare Kaufwelle aus.

Analysten sehen Einstiegschance

Morgan Stanley und UBS geben am Montag den Ausschlag. Analyst Joseph Moore von Morgan Stanley bezeichnet den Kursrutsch der Vorwoche als Kaufgelegenheit. Seine Begründung: Die Nachfrage nach Speicherchips aus Rechenzentren bleibt außergewöhnlich stark, während sich die Knappheit weiter verschärft. Moore rechnet im dritten Quartal mit einem Preisanstieg von 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

UBS-Analyst Timothy Arcuri erwartet zusätzliche Unterstützung von anderer Seite. Micron könnte eigene Aktien zurückkaufen. Auch bei SanDisk zeigt sich die Erholung — die Speicherchip-Konkurrenz klettert am selben Handelstag um rund 5,5 Prozent.

Ein brutaler Rücksetzer ging voraus

Der aktuellen Rally ging eine schmerzhafte Phase voraus. Die Aktie notiert derzeit 27,71 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro und liegt weiterhin 4,02 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 831,35 Euro. Der Halbleiterindex PHLX war in der Vorwoche um mehr als 9 Prozent eingebrochen, auf Monatssicht sogar um 20 Prozent — Speicherchip-Werte wurden dabei mit nach unten gezogen.

UBS ordnet die Korrektur als reine Positionsauflösung ein. Nach einem Kursplus von rund 90 Prozent seit Jahresbeginn hätten viele Investoren einfach Gewinne mitgenommen. Trotz des Rückschlags steht bei Micron auf Jahressicht immer noch ein Plus von 216,50 Prozent zu Buche.

Die Zahlen stützen die Wette

Die optimistischen Einschätzungen der Analysten stehen auf solidem Fundament. Micron meldete für das dritte Geschäftsquartal einen Rekordumsatz von 41,46 Milliarden Dollar — ein Plus von 345,72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 25,11 Dollar und damit deutlich über der Analystenschätzung von 20,28 Dollar. Es ist bereits die siebte Quartalszahl in Folge, die die Erwartungen übertrifft.

Noch wichtiger für die langfristige Bewertung: Micron hat inzwischen 16 große Lieferverträge abgeschlossen, die bis 2030 laufen. Chief Business Officer Sumit Sadana betont, dass diese Verträge bindend sind — Kunden können nicht aussteigen. Die Vereinbarungen umfassen zusammen 22 Milliarden Dollar an finanziellen Verpflichtungen, davon rund 18 Milliarden Dollar bereits als Bareinlagen hinterlegt.

Kursziele klettern deutlich

Die Stimmung unter den Analysten bleibt trotz der Turbulenzen mehrheitlich positiv. 45 von S&P Global befragte Analysten vergeben im Schnitt die Einstufung „Strong Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 1.486 Dollar. Einzelne Häuser sind zuletzt noch optimistischer geworden:

  • Morgan Stanley hebt sein Kursziel von 1.050 auf 1.200 Dollar an, die Einstufung bleibt „Overweight“.
  • Cantor Fitzgerald setzt am 29. Juni ein Kursziel von 2.000 Dollar, ebenfalls „Overweight“.
  • Barclays zieht am 25. Juni nach, mit demselben Kursziel von 2.000 Dollar.
  • UBS-Analyst Nicolas Gaudois nennt den jüngsten Rücksetzer vorübergehend und sieht ein Kursziel von 1.625 Dollar, gestützt auf steigende Speicherpreise.

Die Schwankungsbreite bleibt hoch: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 103,57 Prozent. Der RSI von 46,2 signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Marktbedingungen. Bis zum nächsten Quartalsbericht dürften die Ausschläge bei Micron damit voraussichtlich anhalten, während der Markt Speicherpreise und KI-Nachfragesignale neu einpreist.

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