Micron Technology Aktie: Asien folgt dem KI-Signal
Microns Quartalszahlen übertreffen Erwartungen; steigende Kosten dämpfen die Margen, während Technologiewerte in Asien und Europa zulegen.

- Umsatz und bereinigter Gewinn über Erwartungen
- Micron-Aktie steigt nachbörslich um 1,4 Prozent
- Nikkei legt um 3,3 Prozent zu
- Sechs Analystenhäuser setzen Kursziele
Die Zahlen von Micron wirken über die eigene Aktie hinaus. Der US-Speicherspezialist meldete für das jüngste Quartal Umsatz und bereinigten Gewinn je Aktie über den Erwartungen. Der Ausblick fiel ebenfalls überzeugend aus. Die Börsen in Asien und Europa griffen das Signal am Donnerstag sofort auf.
Branche profitiert stärker als der Konzern
Die Micron-Aktie selbst reagierte nachbörslich verhalten. Sie legte außerbörslich um 1,4 Prozent zu, auf Tradegate lag das Plus am Morgen bei 2,45 Prozent. Der Grund für die Zurückhaltung: Das Unternehmen warnte zugleich, dass steigende Kosten an der Marge zehren. Charttechnisch notiert das Papier damit nahe seinem bisherigen Allzeithoch.
Die Branche zeigte sich deutlich kauffreudiger. In Tokio schloss der Nikkei 225 mit 3,3 Prozent im Plus bei 68.956,72 Punkten, der südkoreanische Kospi gewann rund zwei Prozent. Gefragt waren vor allem technologielastige Märkte, die den ungebrochenen KI-Boom einpreisten.
In Europa setzte sich das Muster fort. Infineon zog im vorbörslichen Handel um gut zwei Prozent an. Ausrüster und Zulieferer wie Aixtron, Suss Microtec, Jenoptik, PVA Tepla und Siltronic legten um bis zu 2,2 Prozent zu. Der Nasdaq 100 steuerte laut Indikation auf Rekordniveau zu und lag über 30.800 Punkten.
Ein gespaltener Markt
Nicht alle Börsen profitierten. Der australische S&P ASX 200 verlor knapp zwei Prozent auf 8.614,40 Punkte, auch indische Aktien gaben nach. Die Deutsche Bank verwies auf Druck am Anleihemarkt: In den USA waren die Renditen weiter gestiegen, weil hohe Energiepreise die Inflation anheizen könnten.
Marktanalyst Andreas Lipkow von CMC Markets beschreibt ein zunehmend gespaltenes Umfeld. Die KI-Euphorie liefere weiter starke Wachstumsfantasie, während Ölpreise und Renditen die Bewertungsgrundlage für Aktien verschlechterten. Micron steht damit exemplarisch für beide Seiten: Die Nachfrage ist stark, die Kosten steigen.
Die Analysten bleiben dennoch zuversichtlich. Sechs Häuser setzen Kursziele zwischen 1.100 und 1.625 Dollar, nur eines rät zum Halten. Ob die Marge den Nachfrageschub künftig schmälert, zeigt sich erstmals mit den nächsten Quartalszahlen.
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