Micron Technology Aktie: Günstig trotz Rekordlauf

12,4 – so niedrig steht das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Micron auf Basis der Gewinnschätzungen für die kommenden zwölf Monate. Für ein Unternehmen, das zuletzt ein Umsatzwachstum von 167 Prozent auswies und seit vier Quartalen in Folge die Erwartungen deutlich übertrifft, ist das ein bemerkenswert niedriger Wert. Die Aktie notiert aktuell bei 923,15 Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 1,04 Billionen Dollar.
Der Grund für die vermeintliche Unterbewertung: Der Markt behandelt Micron noch immer wie einen klassischen Speicherchip-Hersteller mit den bekannten Auf-und-Ab-Zyklen. Die Zahlen erzählen inzwischen eine andere Geschichte. Der Umsatz fiel im Geschäftsjahr 2023 auf einen Tiefpunkt von 15,54 Milliarden Dollar, erholte sich bis 2025 auf 37,38 Milliarden Dollar – und für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konsens mit 129,55 Milliarden Dollar.
Der HBM-Effekt
Treiber dieser Entwicklung ist der Speicherchip-Typ HBM, der in KI-Beschleunigern zum Einsatz kommt. Die Kapazitäten für 2026 sind bereits vollständig über bindende Verträge verkauft, Preisobergrenzen in Langfristverträgen werden zunehmend aufgehoben. Micron selbst schätzt, dass der globale HBM-Markt von 35 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 100 Milliarden Dollar im Jahr 2028 wächst.
Die Verschiebung hin zu HBM-Produktion verknappt zugleich das Angebot an klassischem DRAM-Speicher – ein Effekt, der die Marge zusätzlich stützt. Bank of America bewertet das Geschäft entsprechend getrennt: Für das klassische Speichergeschäft setzt die Bank das Dreifache des für 2028 erwarteten Buchwerts an, für die HBM-KI-Sparte einen Multiplikator, der sich an reinen KI-Compute-Werten orientiert. Macht in Summe ein Kursziel von 1.550 Dollar – Micron ist dabei die Top-Empfehlung der Bank.
Personalie unterstreicht Forschungsfokus
Neben den Zahlen setzt Micron auch strukturell ein Zeichen. Deirdre Hanford, 37 Jahre lang bei Synopsys tätig, übernimmt die Leitung der neu geschaffenen Micron Research Labs in Boise, Idaho.
Die Einrichtung ist Teil eines auf ein Jahrzehnt angelegten Investitionsplans von rund 10 Milliarden Dollar für Grundlagenforschung – eingebettet in ein Gesamtinvestitionsprogramm von mehr als 250 Milliarden Dollar in Fertigung und Forschung in den USA, das laut Unternehmensangaben 90.000 Arbeitsplätze schaffen soll.
Nicht alles spricht für eine reibungslose Fortsetzung des Höhenflugs. Der freie Cashflow blieb 2025 mit 1,67 Milliarden Dollar überschaubar, weil der milliardenschwere Fertigungsausbau viel Kapital bindet. Chinesische Speicherhersteller drängen zudem mit wachsendem Ehrgeiz in den DRAM-Markt, und im margenstärksten HBM-Segment bleibt Micron hinter SK Hynix, das über die engere Nvidia-Anbindung verfügt, die Nummer zwei.
Am 30. September legt Micron die nächsten Quartalszahlen vor. Der Konsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 31,14 Dollar bei einem Umsatz von 50,41 Milliarden Dollar. Nach vier Überraschungsquartalen in Folge dürfte sich dort zeigen, ob die ambitionierten Wachstumsschätzungen für das kommende Geschäftsjahr – nahezu eine Verdopplung des Umsatzes – tatsächlich tragfähig sind.
Micron Technology-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Micron Technology-Analyse vom 15. September liefert die Antwort:
Die neusten Micron Technology-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Micron Technology-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. September erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Micron Technology: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




