Micron Technology Aktie: Lai mahnt zur Einigung
Lai Ching-te drängt Micron und Gewerkschaften zu Gesprächen, während der Streit um die Gewinnbeteiligung weiterläuft.

- Gewerkschaften verlangen Gewinnbeteiligungsmodell
- Vermittlung in Taoyuan blieb erfolglos
- Kundgebung in Taipeh am 19. Oktober geplant
- Micron-Aktie verlor 4,1 Prozent
Taiwans Präsident greift persönlich in den Tarifkonflikt bei Micron ein. Bei der Eröffnung einer neuen Anlage für Montage und Tests in Taichung rief Lai Ching-te das Unternehmen und seine Beschäftigten heute zu aufrichtigen Verhandlungen auf. Im Hintergrund droht ein Streik am wichtigsten Fertigungsstandort des Speicherchipherstellers.
Streit um das Bonussystem
Auslöser ist ein Konflikt über die Bonusregelung. Die Gewerkschaft hat sich vergangene Woche von ihren Mitgliedern die Befugnis für einen Ausstand geholt. Die beiden Arbeitnehmervertretungen an den Standorten Taoyuan und Taichung fordern ein konkretes Gewinnbeteiligungsmodell für die Belegschaft.
Die Vermittlung in Taoyuan endete im September ohne Ergebnis. In Taichung laufen die Gespräche noch. Für den 19. Oktober rufen die Gewerkschaften ihre Mitglieder dazu auf, sich freizunehmen und an einer Kundgebung in Taipeh teilzunehmen. Einen Streik wollen sie das ausdrücklich nicht nennen.
Lai appellierte an beide Seiten, im Geist gegenseitiger Abhängigkeit zu verhandeln. Harmonische Arbeitsbeziehungen nützten allen. Zugleich würdigte er Microns Engagement auf der Insel und hoffte auf weitere Investitionen. Das Unternehmen habe zudem staatliche Unterstützung für die Forschung an Hochbandbreitenspeicher (HBM) erhalten. Micron und die Gewerkschaften äußerten sich zunächst nicht.
Taiwan als Rückgrat der KI-Chips
Das Gewicht des Standorts ist enorm. Micron beschäftigt in Taiwan rund 15.000 Menschen und hat dort nach eigenen Angaben mehr als 49 Milliarden Dollar investiert. Hier entstehen DRAM- und HBM-Chips, die in KI-Servern stecken.
Operativchef Manish Bhatia erwähnte den Arbeitskampf in seiner Rede nicht. Er betonte stattdessen die Nachfrage: Die Kapazität der neuen Fabrik für 2027 sei bereits ausverkauft. HBM soll nach seiner Erwartung bis einschließlich 2028 schneller wachsen als der übrige DRAM-Markt.
Aktie unter Druck
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 914,13 Dollar, ein Minus von 4,1 Prozent. Nachbörslich gab sie weiter nach. Ein Streik würde die Lieferketten für KI-Speicher treffen, die bereits knapp sind. Ein erster Hinweis auf die Richtung dürfte die Kundgebung am 19. Oktober liefern: Gewinnt die Mobilisierung an Breite und bleibt ein konkretes Angebot zur Gewinnbeteiligung aus, steigt das Risiko eines Ausstands.
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