Micron Technology Aktie: Netlist zielt auch auf Nvidia und Google

Baird erhöhte Microns Kursziel auf 1.520 Dollar; Netlists Antrag gegen HBM-Produkte ist bei der USITC noch offen.

Die Kernpunkte:
  • Netlist beantragt US-Importverbote für HBM
  • Nvidia, Broadcom und Google ebenfalls im Visier
  • USITC startete separates DRAM-Verfahren
  • Baird setzt Micron-Kursziel auf 1.520 Dollar

Der juristische Streit um Speichertechnologien für Künstliche Intelligenz weitet sich aus. Gestern reichte das US-Unternehmen Netlist eine neue Beschwerde bei der US-Handelskommission USITC ein. Im Visier stehen dabei nicht nur Speicherchips von Micron Technology, sondern auch prominente Kunden des Konzerns, darunter Nvidia, Broadcom und Google.

Die Vorwürfe betreffen Microns modernste Produktreihen im Bereich High-Bandwidth Memory (HBM). Konkret beanstandet Netlist angebliche Schutzrechtsverletzungen durch die Speichergenerationen HBM3E, HBM4 sowie HBM4E.

Das Unternehmen fordert von der Behörde Importverbote sowie Unterlassungsverfügungen für den US-Markt. Bei dem Schritt handelt es sich bislang um einen Antrag; eine förmliche Untersuchung hat die Behörde noch nicht eingeleitet, ebenso wenig liegt eine inhaltliche Entscheidung vor.

Paralleles Verfahren um DRAM-Speicher

Für Micron reiht sich der Vorstoß in eine Serie rechtlicher Auseinandersetzungen ein. Bereits am 23. September eröffnete die USITC ein separates Ermittlungsverfahren nach Section 337. Gegenstand dieser Untersuchung sind mutmaßliche Patentverletzungen im klassischen DRAM-Segment.

Neben Micron selbst und Tochtergesellschaften werden dort auch Hardwarehersteller wie HPE, Lenovo und Super Micro als Beteiligte geführt. Auch zu diesem Vorgang betonte die Behörde ausdrücklich, dass die Einleitung des Verfahrens noch kein Urteil über die Begründetheit der Vorwürfe darstellt.

Die rechtlichen Schritte fallen in eine Phase hoher technologischer Abhängigkeit der Halbleiterindustrie von leistungsfähigen Speichern. Insbesondere HBM-Bausteine gelten als unverzichtbare Komponenten für Beschleunigerkarten, die rechenintensive KI-Anwendungen verarbeiten.

Analysten heben Knappheit hervor

An der Wall Street stützen Branchenbeobachter ihre Bewertungen ungeachtet der juristischen Streitigkeiten auf die anhaltend hohe Nachfrage. Am Montag passte das Analysehaus Baird seine Erwartungen nach oben an und hob das Kursziel für Micron auf $1.520 an, bei einer Beibehaltung der Einstufung Outperform. Baird-Analyst Tristan Gerra begründete den Schritt mit anziehenden DRAM-Preisen und dem Bedarf an Serverkapazitäten für KI-Anwendungen.

Ebenfalls am Montag bekräftigte Harlan Sur von JPMorgan seine Einstufung mit Overweight und einem Kursziel von $1.540. Nach seiner Einschätzung dürften Engpässe bei HBM-Speichern noch bis ins Jahr 2028 anhalten und die Preise weiter antreiben.

Im europäischen Handel zeigte sich die Notierung heute stabil. Der Kurs legte um 0,3 % auf 942,00 Euro zu. Während Anleger die Verfahren im Blick behalten, richtet sich der unmittelbare Fokus nun auf die Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Geschäftsquartal nach US-Börsenschluss.

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