Micron Technology Aktie: Nvidia bittet um TSMC-Fertigung für NVHBM
Volle HBM-Zuteilungen für 2026 und gebuchte Kapazitäten für 2027 untermauern Microns Geschäft trotz neuer Konkurrenzsorgen.

- Aktie steigt im Handel um 3,2 Prozent
- Mehr als 75 Prozent der Produktion 2027 gebucht
- HBM-Kontingent für 2026 vollständig vergeben
- Webinar zu DRAM, HBM und NAND am 21. Oktober
Nach den deutlichen Kursverlusten der vergangenen Woche fassen die Papiere von Micron Technology zu Beginn der neuen Handelswoche wieder Tritt. Im heutigen Handel legt die Aktie um 3,2 Prozent auf 806,80 Euro zu. Auslöser der vorangegangenen Verkaufswelle waren Meldungen über technologische Fortschritte beim chinesischen Speicherchip-Hersteller CXMT, die am Markt Befürchtungen über ein mittelfristiges Überangebot schürten.
Aufkommende Zuversicht bezüglich der anhaltenden Nachfrage nach Speicher für Künstliche Intelligenz bremste die Abwärtsbewegung nun jedoch ab. Mit dem heutigen Zuwachs verzeichnet das Papier seit Jahresanfang weiterhin ein Kursplus von 220 Prozent, wenngleich der Abstand zum Rekordniveau der vergangenen Monate spürbar bleibt.
Konkurrenzängste treffen auf volle Auftragsbücher
In der vorangegangenen Woche hatte der Titel knapp 15 Prozent an Wert eingebüßt. Der chinesische Konkurrent CXMT stellte eine neue Speicherarchitektur vor und peilt an, bis Ende 2026 neuartige DDR5-Servermodule auszuliefern. Zudem baute das Unternehmen seinen weltweiten Anteil am DRAM-Umsatz binnen Jahresfrist auf rund zehn Prozent aus.
Marktbeobachter relativierten die unmittelbare Bedrohung für die etablierten Anbieter jedoch rasch. Analyst Kevin Cassidy von Rosenblatt Securities bezeichnete den Ausverkauf als übertrieben und bekräftigte seine Kaufempfehlung für Micron. Eine spürbare kommerzielle Großserienfertigung von Spitzen-Speichern durch den chinesischen Herausforderer gilt branchenweit vor allem im High-Bandwidth-Memory-Segment (HBM) auf absehbare Zeit als unbewiesen.
Zugleich stützt die Auftragslage das US-Unternehmen: Nach Angaben des Managements sind mehr als 75 Prozent der Speicherproduktion für das Geschäftsjahr 2027 bereits fest gebucht. Auch für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte Micron Erlöse zwischen 60 und 63 Milliarden US-Dollar sowie eine Bruttomarge von 86 Prozent in Aussicht.
Hoher Bedarf an High-Bandwidth-Memory
Verantwortlich für die Auslastung bleibt der unverminderte Bedarf an Spezialbausteinen für KI-Beschleuniger. Die gesamte HBM-Zuteilung des Konzerns für 2026 ist vollständig ausverkauft. Beim kommenden HBM4-Standard, der für neue Grafikprozessoren zwingend vorausgesetzt wird, meldete der Konzern deutliche Leistungssprünge bei der Inferenzgeschwindigkeit.
Um die hohen Fertigungsstandards abzusichern, zeichnet sich zudem eine engere Kooperation mit Auftragsfertigern ab. Medienberichten zufolge bat der Chipkonzern Nvidia die führenden Speicherhersteller, die Basisbausteine künftiger NVHBM-Speicher im fortschrittlichen 3-Nanometer-Verfahren von TSMC fertigen zu lassen. Dies soll Ausbeuten vereinheitlichen und Risiken in der Validierung senken.
Ausblick auf neue Speicherarchitekturen
Zusätzliche Impulse erhoffen sich Marktteilnehmer von einer anstehenden Präsentation: Am 21. Oktober veranstaltet das Unternehmen ein Technologie-Webinar mit Chief Technology Officer Scott DeBoer. Thema der Veranstaltung sind Entwicklungsschritte bei DRAM, HBM und NAND.
Gleichzeitig forscht das Management bereits an neuen Einsatzfeldern jenseits von Rechenzentren. Unter der Bezeichnung Edge Inference Memory (EIM) entwickelt der Konzern spezielle Speicherlösungen für physische KI-Anwendungen wie humanoide Roboter, für die Experten in den kommenden Jahren einen exponentiell steigenden Speicherbedarf erwarten. Eine Serienfertigung dieser neuen Chipstapel wird in der Branche für die zweite Jahreshälfte 2028 erwartet.
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