Micron Technology Aktie: Rosenblatt hebt Ziel auf 1.900 Dollar

Micron erwartet eine stärkere Speicherknappheit 2027 und 2028; die HBM-Volumenproduktion in Taichung soll Mitte Oktober beginnen.

Die Kernpunkte:
  • Investitionen in Taiwan: 1,6 Billionen NT$
  • HBM-Volumenfertigung in Taichung soll starten
  • Rosenblatt hebt Kursziel auf 1.900 Dollar
  • Micron stellt 61,5 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht

Die weltweite Nachfrage nach Hochleistungsspeichern für Künstliche Intelligenz übertrifft das Angebot auf absehbare Zeit deutlich. Micron Technology rechnet damit, dass sich die Marktbedingungen in den Kalenderjahren 2027 und 2028 noch spürbarer anspannen werden als im laufenden Jahr. Die Kapazitäten der Halbleiterindustrie stoßen an ihre Grenzen, während Betreiber von Rechenzentren ihre Serverinfrastruktur massiv aufrüsten.

Taichung vor Start der HBM-Fertigung

Um dem Bedarf an modernen Modulen für KI-Anwendungen zu begegnen, forciert Micron Memory Taiwan den Kapazitätsausbau an vier Standorten. Bis Juni summierten sich die dortigen Investitionen auf 1,6 Billionen NT$ beziehungsweise 50,2 Milliarden US$.

Ein wichtiger Meilenstein steht unmittelbar bevor: Ein spezialisiertes Werk für sogenanntes HBM-Packaging in Taichung soll Mitte Oktober die Volumenproduktion aufnehmen. Mit solchen Bausteinen stellt das Unternehmen die hohen Datenübertragungsraten sicher, die moderne Beschleunigerchips benötigen. Dieser Ausbau unterstreicht, wie kapitalintensiv neue Fertigungslinien sind, um künftige Lieferengpässe abzufedern.

Rosenblatt Securities hebt Kursziel an

Am Donnerstag passten auch Analysten ihre Bewertungen an die anhaltende Verknappung im Speichermarkt an. Analyst Kevin Cassidy von Rosenblatt Securities schraubte sein Kursziel für die Aktie von 1.500 $ auf 1.900 $ nach oben und bestätigte seine Kaufempfehlung. Cassidy begründete seine Einschätzung mit den soliden Ertragsaussichten sowie dem dauerhaft knappen Angebot an Speicherbausteinen.

Medienberichten zufolge geriet das Papier im US-Handel nach den vorangegangenen Unternehmensmeldungen zeitweise unter Druck. Marktbeobachter werteten diese Kursverluste jedoch als klassische Gewinnmitnahmen nach einer ausgeprägten Rally und sahen darin keine Verschlechterung der operativen Perspektiven.

Hohe Erwartungen an das neue Geschäftsjahr

Die geschäftliche Dynamik spiegelt sich in den Zielmarken des Halbleiterkonzerns wider. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellte Micron einen Umsatz von 61,5 Milliarden $ mit einer Spanne von 1,5 Milliarden $ in Aussicht. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie soll bei 38,15 $ liegen.

Dem Ausblick war ein Geschäftsjahr 2026 vorausgegangen, das das Unternehmen mit operativen Rekordwerten beendete. Parallel dazu meldete Micron routinemäßige Aktienzuteilungen für Führungskräfte: Die Verwaltungsratsmitglieder Robert Swan und Alexis Björlin erhielten laut Pflichtmitteilungen jeweils aktienbasierte Vergütungsansprüche, während Teyin M. Liu zusätzliche Stammaktien bezog.

Am heutigen Montag legt die Aktie um 1,1 % auf 964,90 € zu und notiert damit 13 % unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Ob das Papier diesen Abstand verringern kann, dürfte in den kommenden Monaten vor allem vom planmäßigen Produktionshochlauf in Taichung und der weiteren Preisentwicklung im Speichermarkt abhängen.

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