Micron Technology Aktie: Sadana erwartet Engpass 2027
Mizuho reduziert das Kursziel für Micron auf 1.300 Dollar, während das Management einen noch engeren Speichermarkt für 2027 prognostiziert. UBS bleibt mit 1.625 Dollar deutlich optimistischer.

- Mizuho senkt Kursziel auf 1.300 Dollar
- Management erwartet angespannteren Markt 2027
- UBS bestätigt optimistischeres Kursziel von 1.625 Dollar
- Micron investiert 10 Milliarden in Forschungslabore
Mizuho hat das Kursziel für Micron Technology gestutzt – von 1.375 auf 1.300 US-Dollar. An der grundsätzlich positiven Einstufung mit „Outperform“ hielten die Analysten am Dienstag fest. Die Kürzung fällt in eine Phase, in der das Unternehmen selbst deutlich zuversichtlicher klingt als noch vor wenigen Wochen.
Sadana erwartet engeren Markt für 2027
Auf dem KeyBanc Capital Markets Technology Leadership Forum am 10. August äußerte sich Sumit Sadana, Chief Business Officer und Executive Vice President bei Micron, ungewöhnlich deutlich. Die Nachfragesignale hätten sich seit dem letzten Quartalsbericht weiter verstärkt, so Sadana.
Seine Prognose: Das Kalenderjahr 2027 dürfte für den Speichermarkt sogar noch angespannter ausfallen als das laufende Jahr 2026 – ein Hinweis auf anhaltend knappe Kapazitäten und damit potenziell stützende Preise für Speicherchips.
Diese Einschätzung aus dem Unternehmen selbst steht im Kontrast zur vorsichtigeren Kurszielanpassung von Mizuho. Zuvor hatte UBS am 18. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 1.625 US-Dollar bestätigt – deutlich über der Mizuho-Marke und ein Beleg dafür, wie unterschiedlich Analysehäuser die weitere Preisentwicklung im Speichergeschäft derzeit einschätzen.
Boise als langfristige Wette
Parallel zu den kurzfristigen Marktsignalen treibt Micron seine langfristige Positionierung voran. Am 20. August stellte das Unternehmen die Micron Research Labs vor, eine neue US-Forschungseinrichtung mit Sitz in Boise. Dahinter steht eine geplante Investition von 10 Milliarden US-Dollar über das kommende Jahrzehnt. Die Ansiedlung soll die technologische Führungsrolle des Unternehmens in der Speicherchip-Entwicklung langfristig absichern.
Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 hatte Micron bereits am 24. Juni eine Umsatzguidance von 50,0 Milliarden US-Dollar mit einer Schwankungsbreite von plus/minus 1,0 Milliarde US-Dollar ausgegeben.
Die Bruttomarge sollte demnach bei rund 86 Prozent liegen, der Gewinn je Aktie bei 30,73 US-Dollar nach GAAP beziehungsweise 31,00 US-Dollar auf non-GAAP-Basis, jeweils mit einer Toleranz von einem US-Dollar. Diese Zahlen unterstreichen das Ausmaß des aktuellen Speicherbooms, von dem Micron nach eigener Einschätzung noch länger profitieren dürfte.
Insiderverkauf als Randnotiz
Am 1. Juli führte eine Führungskraft des Unternehmens 18 Aktienverkäufe im Gesamtwert von rund 43,4 Millionen US-Dollar durch. Solche Transaktionen sind bei Führungskräften nach starken Kursanstiegen nicht unüblich und lassen sich nicht ohne Weiteres als Signal für die Geschäftsaussichten deuten.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Auf der operativen Seite mehren sich die Zeichen für einen anhaltend engen Speichermarkt bis weit ins Jahr 2027 hinein, gestützt durch Aussagen des Managements selbst.
Auf der Bewertungsseite zeigen sich Analysten uneins – während UBS mit ihrem Kursziel deutlich optimistischer bleibt, hat Mizuho seine Erwartungen trotz beibehaltener Kaufempfehlung leicht zurückgenommen. Die milliardenschwere Wette auf Boise signalisiert derweil, dass Micron selbst von einer langfristig anhaltenden Nachfrage nach Speicherchips ausgeht.
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