Micron Technology Aktie: Taoyuan-Protest eskaliert?

Ein Sektor-Ausverkauf belastete Micron, während DA Davidson das Kursziel anhob und Rosenblatt an seiner Kaufempfehlung festhielt.

Die Kernpunkte:
  • Micron-Aktie verlor am Freitag 5,9 Prozent
  • Taiwan-Protest betrifft betriebliches Bonussystem
  • Streikermächtigung erhielt 99 Prozent Zustimmung
  • DA Davidson hob Kursziel auf 3.000 Dollar

Die Aktien von Micron Technology gerieten zum Ende der vergangenen Handelswoche spürbar unter Druck. Am Freitag verbuchte das Papier einen Verlust von 5,9 Prozent und schloss bei 781,80 Euro.

Auslöser der Abgaben war ein breit angelegter Ausverkauf im Technologiesektor, bei dem Halbleiterhersteller zu den größten Verlierern zählten. Marktbeobachter verwiesen dabei auf wachsende Sorgen der Investoren hinsichtlich der Dauer und Nachhaltigkeit des weltweiten Investitionsbooms rund um künstliche Intelligenz.

Bereits im Vorfeld hatten Berichte über technologische Fortschritte des chinesischen Konkurrenten CXMT im Bereich von Speicherchips die Sorge vor einem verschärften Wettbewerb geschürt und den Sektor belastet.

Kundgebung im Tarifstreit in Taiwan

Zusätzlich zu den marktweiten Belastungsfaktoren sieht sich das Management mit innerbetrieblichen Spannungen konfrontiert. Am heutigen Montag versammelten sich Mitglieder der Gewerkschaft des Standorts Taoyuan zu einer Kundgebung in Taipeh. Hintergrund des Protests ist ein anhaltender Konflikt über das betriebliche Bonussystem des Speicherchip-Herstellers.

Die Aktion folgt auf ein Votum der Arbeitnehmervertreter, bei dem sich 1.994 Mitglieder und damit 99 Prozent der Abstimmenden für eine Streikermächtigung ausgesprochen hatten. Die Gewerkschaft betonte ausdrücklich, dass die Kundgebung in der Hauptstadt keinen Arbeitsausstand darstelle.

Ein konkreter Termin für einen Streik wurde bislang nicht festgelegt. Micron erklärte diesbezüglich, die Anliegen der Beschäftigten ernst zu nehmen und sich weiterhin für einen Dialog nach Treu und Glauben einzusetzen.

Analysten halten an positiven Zielen fest

Trotz der kurzfristigen Kursschwäche und des Abstands zu den Höchstständen bleibt das Papier auf Jahressicht stark nachgefragt: Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 210 Prozent.

Auch aufseiten institutioneller Analysten überwiegt weiterhin der Optimismus. Das Analysehaus Rosenblatt Securities bekräftigte am 13. Oktober seine Kaufempfehlung für Micron mit einem Kursziel von 1.900 $.

Zuvor hatte das Analysehaus DA Davidson am 7. Oktober seine Einschätzung bestätigt und das Kursziel für die Aktie von 2.100 $ auf 3.000 $ angehoben. Beide Häuser sehen die langfristigen Perspektiven des Unternehmens im Speicherchipmarkt ungeachtet der aktuellen Sektorschwankungen intakt.

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