Microns 330-Dollar-Vision, Teslas Absatz-Lücke und der Funke im Pulverfass

Der Speicherhersteller Micron profitiert vom KI-Boom, während Tesla unter Subventionsende leidet und die geopolitische Lage eskaliert.

Die Kernpunkte:
  • Micron-Aktie steigt nach Analysten-Hochstufung stark
  • Teslas Auslieferungen brechen nach US-Steuerreform ein
  • Trump droht Iran mit militärischer Bereitschaft
  • Ethereum überholt Bitcoin und erreicht Jahreshoch

Liebe Leserinnen und Leser,

selten klafften Börsenwahrheit und Weltrealität so weit auseinander wie an diesem ersten Freitag des Jahres. Wer heute ausschließlich auf die grünen Vorzeichen im DAX (24.539 Punkte) oder den Rekordlauf des STOXX 600 blickte, sah eine Welt im Aufbruch. In den Handelsräumen herrscht jene spezifische Gier, die immer dann entsteht, wenn Analysten neue Kursziele in den Himmel schrauben.

Doch wer den Blick vom Monitor hob, sah eine Welt, die lichterloh brennt. Die Nachrichten aus dem Schweizer Wallis, wo eine Silvesterfeier in einer Katastrophe endete, lassen jede Renditeberechnung makaber erscheinen. Gleichzeitig erinnert uns Donald Trump daran, dass geopolitische Ruhephasen in seiner Welt nicht vorgesehen sind. Wir erleben einen kognitiven Spagat zum Jahresauftakt: Die Depots füllen sich, während sich die geopolitische Lage zuspitzt.

Hier ist die Bilanz dieses ambivalenten Freitags.

Hardware schlägt Effizienz: Microns KI-Renaissance

Erinnern Sie sich an die Debatten über “KI-Effizienz” und günstigere Modelle? Der Markt hat heute eine andere Antwort gegeben: Hardware bleibt King. Der US-Speicherhersteller Micron Technology sorgte zum Handelsstart für das erste Ausrufezeichen des Jahres. Die Aktie schoss um fast 8 Prozent nach oben.

Treibstoff dieser Rallye ist eine Analyse des Hauses Bernstein, die das Kursziel auf ambitionierte 330 Dollar anhob. Die Logik besticht durch ihre Schlichtheit: Der Datenhunger der KI-Modelle ist so gewaltig, dass Rechenzentren weltweit ihre alten Festplatten radikal durch schnelle Flash-SSDs ersetzen müssen. Die Folge: Die Preise für DRAM-Speicher sollen allein im ersten Quartal um bis zu 25 Prozent anziehen.
Das zieht den gesamten Sektor mit – Nvidia und SanDisk profitieren im Windschatten. Für Anleger ist die Botschaft klar: Bevor die KI die Welt rettet (oder vernichtet), muss sie erst einmal gespeichert werden. Und das kostet.

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Diese Entwicklung verdeutlicht einen Megatrend, den Börsenexperte Bernd Wünsche detailliert analysiert hat. In seinem kostenlosen Webinar „Der Eine-Billion-Dollar-Chip” identifiziert er vier Chip-Aktien, die vom KI-Boom massiv profitieren könnten. Er zeigt konkret, warum Halbleiter das neue Öl sind und welche Unternehmen jetzt vor einem ähnlich spektakulären Wachstum wie die großen Tech-Giganten stehen. Webinar: Die 4 Chip-Aktien für die KI-Revolution

Teslas Realitätscheck: Wenn die Politik den Stecker zieht

Während die Chip-Branche feiert, erlebt Elon Musk einen Kater, der nichts mit Champagner zu tun hat. Die heute veröffentlichten Auslieferungszahlen von Tesla für das vierte Quartal 2025 sind ernüchternd: 418.000 Fahrzeuge. Das ist nicht nur eine Verfehlung der Erwartungen, sondern ein Einbruch von über 15 Prozent.

Die Ursache liegt nicht in der Fabrik, sondern im Weißen Haus. Seit Präsident Trump Ende September die Steuervergünstigungen für E-Autos strich, fehlt in den USA der entscheidende Kaufanreiz. Musk mag politisch Einfluss haben, doch ökonomisch spürt sein Konzern nun die volle Härte der marktwirtschaftlichen Realität ohne Subventions-Stützräder. Die Aktie reagierte prompt und gab die Gewinne der letzten Wochen teilweise wieder ab.

Geopolitik: “Locked and Loaded”

Der Ton zwischen Washington und Teheran verschärft sich in einer Geschwindigkeit, die an die heißesten Phasen der ersten Trump-Amtszeit erinnert. Der US-Präsident nutzte heute seine Plattform Truth Social, um sich direkt in die seit Tagen schwelenden Unruhen im Iran einzumischen. Seine Warnung an das Regime in Teheran war unmissverständlich: Bei Gewalt gegen Demonstranten seien die USA „locked and loaded” – entsichert und schussbereit.

Obwohl der Ölpreis (Brent) heute noch moderat bei rund 60 Dollar notierte, ist diese Rhetorik brandgefährlich. Sie verwandelt einen internen Konflikt potenziell in eine internationale Konfrontation.
Parallel dazu stellt Kiew die Weichen auf Härte. Präsident Selenskyj ernannte heute Kyrylo Budanow zum neuen Stabschef des Präsidialamtes. Der bisherige Geheimdienstchef ersetzt Andrij Jermak. Das Signal ist deutlich: In der Ukraine verschmelzen militärische Aufklärung und politische Strategie nun vollständig.

Krypto-Märkte: Die große Rotation?

Auch im digitalen Sektor sehen wir heute eine interessante Verschiebung. Der Bitcoin, das Zugpferd des letzten Jahres, wirkt an der 90.000-Dollar-Marke erschöpft und sucht nach Orientierung. Die Wettmärkte auf Polymarket preisen die Chance auf 150.000 Dollar vor 2027 nur noch mit mageren 23 Prozent ein.

Das Kapital wandert stattdessen eine Etage tiefer: Ethereum durchbrach heute die 3.000-Dollar-Marke und markierte ein neues Jahreshoch. Es wirkt, als rotierten Anleger aus dem “digitalen Gold” in die “digitale Infrastruktur”.

Konjunktur & Banken: Rezession trifft Fusion

Der Blick auf die europäische Realwirtschaft bleibt trüb. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Eurozone fiel im Dezember auf 48,8 Punkte – der tiefste Stand seit März. Besonders bitter: Deutschland ist der Bremsklotz, der den Schnitt nach unten zieht. Wir stecken in einer industriellen Rezession, die sich auch durch Zweckoptimismus nicht wegdiskutieren lässt.

Dennoch wird hinter den Kulissen die Zukunft gebaut. Das Kartellamt hat den Weg für die Übernahme der Commerzbank durch die UniCredit freigemacht. Was lange als politisches Tabu galt, wird nun ökonomische Realität. Gleichzeitig verliert die Berliner Fintech-Szene eine ihrer Galionsfiguren: N26-Mitgründer Maximilian Tayenthal räumt seinen Posten vorzeitig. Ein weiteres Indiz dafür, dass die wilde Wachstumsphase der Neobanken in eine Ära der nüchternen Konsolidierung übergeht.

Schatten über dem Wallis

Zum Schluss müssen wir den Blick in die Schweiz richten, wo die Nachrichten heute Abend fassungslos machen. Die Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation” in Crans-Montana entpuppt sich als Tragödie historischen Ausmaßes. 40 junge Menschen verloren ihr Leben, 119 wurden verletzt, viele davon kämpfen in Spezialkliniken – auch in Berlin – noch um ihr Überleben.

Auslöser waren offenbar Wunderkerzen auf Champagnerflaschen, die die Decke entzündeten. Es ist ein brutaler Kontrast zu den Rekordständen an den Börsen: Ein Funke genügt, um Feierstimmung in pures Entsetzen zu verwandeln.

Quintessenz

Wir gehen in dieses erste Wochenende des Jahres 2026 mit gemischten Gefühlen. Die Märkte spielen – getrieben von Micron und Co. – das Lied der technologischen Super-Zukunft, während die physische Welt von Kiew bis Teheran, von Wolfsburg bis Crans-Montana ihre Wunden leckt. Für Ihr Depot bedeutet das: Reiten Sie die Technologiewelle, aber behalten Sie den Finger am Abzug. Die Welt ist volatiler, als es der DAX heute Abend vermuten lässt.

Ich wünsche Ihnen trotz der schweren Nachrichten ein erholsames Wochenende. Sammeln Sie Kraft.

Herzlichst,

Ihr

Felix Baarz

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