Microsoft Aktie: 18 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Trotz starkem Cloud-Wachstum und Umsatzplus leidet der Microsoft-Kurs unter hohen KI-Ausgaben und Zinsängsten.

Die Kernpunkte:
  • Operatives Geschäft wächst rasant
  • Cloud-Sparte Azure mit 40 Prozent Plus
  • KI-Investitionen von 40 Milliarden Dollar
  • Insiderverkäufe belasten die Stimmung

Starke Zahlen, schwacher Kurs. Bei Microsoft klaffen operatives Geschäft und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Der Softwarekonzern wächst rasant. Die Börse sorgt sich aber um die explodierenden Kosten für Künstliche Intelligenz. Am Mittwoch schloss das Papier bei 329,60 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf gut 18 Prozent. Vom Rekordhoch ist der Titel mittlerweile 31 Prozent entfernt.

Teure Infrastruktur

Ein Blick auf die Bilanz zeigt das Dilemma. Microsoft investiert gigantische Summen in neue Rechenzentren. Im laufenden Quartal fließen voraussichtlich 40 Milliarden US-Dollar in die Infrastruktur. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet der Markt mit fast 190 Milliarden US-Dollar. Diese Ausgabenangst drückt die Stimmung.

Dabei liefert das operative Geschäft exzellente Ergebnisse. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahresviertel auf knapp 83 Milliarden US-Dollar. Besonders die Cloud-Sparte Azure glänzt mit einem Wachstum von 40 Prozent. Das reine KI-Geschäft verdoppelte sich im Jahresvergleich nahezu.

Zinsangst und Insiderverkäufe

Zwei weitere Faktoren belasten den Kurs. Die US-Notenbank unter dem neuen Chef Kevin Warsh signalisiert eine harte Linie. Höhere Zinsen machen Kredite teurer. Das dämpft den Appetit auf Technologiewerte.

Parallel dazu trennen sich Führungskräfte von ihren Anteilen. Im Juni verkauften Insider Aktien im Wert von zehn Millionen US-Dollar. Allein Marketingchef Takeshi Numoto fiel durch größere Verkäufe auf. Kein Wunder. Solche Signale machen den Markt nervös.

Das Management muss nun liefern. Die Auftragsbücher sind mit 627 Milliarden US-Dollar prall gefüllt. Der Konzern muss aber beweisen, dass die massiven KI-Investitionen auch zeitnah attraktive Renditen abwerfen. Gelingt das nicht, droht weiterer Druck auf den Aktienkurs.

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