Microsoft Aktie: 2,1 Milliarden Pfund Sammelklage in Großbritannien

Globale Kartellverfahren belasten Microsofts Aktie. FTC und EU prüfen Cloud- und KI-Geschäft, während Milliardeninvestitionen anstehen.

Die Kernpunkte:
  • FTC ermittelt gegen Azure und Copilot
  • Sammelklage in Großbritannien über 2,1 Milliarden Pfund
  • Geplante Investitionen von über 40 Milliarden US-Dollar
  • Aktienkurs zehn Prozent unter Jahresstart

Microsoft steht vor entscheidenden Wochen. Der Softwarekonzern beendet im Juni sein Geschäftsjahr und bereitet milliardenschwere Investitionen vor. Parallel dazu zieht sich die regulatorische Schlinge weltweit enger. Von Washington bis London formiert sich massiver Widerstand gegen die Marktmacht des Tech-Giganten.

An der Börse hinterlässt diese Unsicherheit deutliche Spuren. Die Papiere schlossen am Freitag bei 361,70 Euro. Damit notiert der Kurs gut zehn Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Der Abstand zum letzten Rekordhoch wächst spürbar.

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Die FTC macht ernst

In den USA verschärft die Federal Trade Commission (FTC) ihre Gangart. Die Behörde verschickte formelle Auskunftsersuchen an mindestens sechs Konkurrenten. Im Zentrum der Ermittlungen steht die Cloud-Plattform Azure. Der Vorwurf: Microsoft bindet Kunden durch hohe Wechselgebühren an die eigene Infrastruktur.

Auch das KI-Geschäft rückt in den Fokus. Die FTC untersucht die Bündelung des KI-Assistenten Copilot mit gängiger Bürosoftware. Zusätzlich durchleuchten die Ermittler die enge Partnerschaft mit OpenAI. Sie wollen klären, ob Microsoft anderen Anbietern den Zugang zu wichtigen KI-Modellen verwehrt.

Globale Klagewelle rollt

Auch in Europa droht Ungemach. In Großbritannien scheiterte Microsoft im Mai mit einem Einspruch. Nun muss sich der Konzern einer Sammelklage über 2,1 Milliarden Pfund stellen. Der Vorwurf lautet auf systematische überhöhte Preise für britische Unternehmen. Microsoft soll diese bei der Nutzung von Windows Server auf fremden Clouds benachteiligt haben.

Die britische Wettbewerbsbehörde prüft zudem die Einstufung als strategisch marktbeherrschendes Unternehmen. Weltweit schließen sich weitere Länder an. Die EU-Kommission untersucht die Marktposition seit November 2025. Im Januar 2026 starteten auch Brasilien und die Schweiz eigene Verfahren.

Milliarden für KI und Dividende

Der Konzern wehrt sich aktiv. Microsoft engagierte hochrangige Anwälte und warnt vor Wettbewerbsvorteilen für chinesische Cloud-Anbieter. Das operative Geschäft läuft derweil auf Hochtouren. Das Ende Juni auslaufende Geschäftsjahr verspricht starke Zahlen.

Das Management plant im vierten Quartal Investitionen von über 40 Milliarden US-Dollar. Diese fließen primär in den Ausbau der KI-Kapazitäten. Aktionäre erhalten obendrein eine Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie. Das Cloud-Wachstum soll währungsbereinigt bei fast 40 Prozent liegen.

Analysten bleiben trotz der regulatorischen Risiken optimistisch. Das durchschnittliche Kursziel der Wall Street liegt bei 560,63 US-Dollar. Keine einzige Bank rät aktuell zum Verkauf. Die Vorlage der Jahreszahlen im Juli liefert den nächsten harten Datenpunkt für diese bullische These.

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