Microsoft Aktie: 2,67 Gigawatt für Rechenzentrum

Die Erholung der Microsoft-Aktie steht auf dem Prüfstand. Entscheidende US-Konjunkturdaten und der Ausbau der KI-Infrastruktur prägen die neue Handelswoche.

Die Kernpunkte:
  • US-Arbeitsmarktbericht und ISM-Index im Fokus
  • KI-Cloud-Geschäft treibt Umsatzwachstum an
  • Stromliefervertrag für Rechenzentrum in Texas
  • Kurs erholt sich von 52-Wochen-Tief

Microsoft startet in eine verkürzte US-Handelswoche — und der Freitagsanstieg von 5,71 Prozent auf 327,90 Euro ist noch keine Trendwende. Der Kurs liegt weiterhin rund 31 Prozent unter dem Oktober-Hoch. Ob die Erholung trägt, entscheidet sich in den nächsten Tagen.

Zwei Datenpunkte, die den Ton setzen

Am 1. Juli veröffentlicht das Institute for Supply Management den Manufacturing PMI für Juni. Einen Tag später folgt der US-Arbeitsmarktbericht des Bureau of Labor Statistics — diesmal bereits am Mittwoch, weil die Märkte am Freitag wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen bleiben.

Beide Berichte sind für Microsoft direkt relevant. Im Mai wuchs die Beschäftigung um 172.000 Stellen, die Arbeitslosenquote blieb bei 4,3 Prozent. Starke Juni-Zahlen stützen die Nachfrageerwartungen für Unternehmenssoftware. Sie könnten aber auch den Zinsdruck auf wachstumsstarke Technologietitel erhöhen — ein klassisches Dilemma für den Sektor.

KI-Infrastruktur als Kernthema

Microsofts letzter Quartalsbericht vom 29. April zeigte ein klares Bild. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 82,9 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis legte um 20 Prozent zu. Der verwässerte Gewinn je Aktie kletterte um 23 Prozent auf 4,27 Dollar. Treiber war die Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten.

Parallel baut Microsoft seine Infrastruktur weiter aus. Chevron gab am 22. Juni bekannt, dass eine Tochtergesellschaft mit Microsoft einen Stromliefervertrag über 20 Jahre abgeschlossen hat. Das Projekt Kilby in West Texas soll rund 2,67 Gigawatt Kapazität für ein Microsoft-Rechenzentrum liefern. Die finale Investitionsentscheidung ist für Ende 2026 geplant, erste Stromlieferungen werden 2028 erwartet.

Das Volumen dieser Investitionen ist beeindruckend — und genau deshalb beobachten Anleger die Makrodaten so genau. Schwächere Konjunktursignale würden die Frage nach dem Timing der KI-Renditen neu entfachen.

Technisches Bild: Erholung mit Lücken

Der Freitagsschluss liegt 6,77 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro vom 25. Juni. Das ist die unmittelbare Unterstützungszone. Hält sie nicht, wäre das Tief schnell wieder in Reichweite.

Nach oben fehlt noch viel. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei 352,96 Euro — rund 7 Prozent über dem aktuellen Kurs. Der 200-Tage-Durchschnitt bei 383,98 Euro ist noch weiter entfernt. Der RSI von 43 signalisiert neutrales Terrain, keine Überhitzung. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von knapp 39 Prozent zeigt: Große Ausschläge um Makrodaten sind eingepreist.

Das YTD-Minus von fast 19 Prozent macht deutlich, wie viel Boden Microsoft in diesem Jahr verloren hat. Die Frage der kommenden Woche ist konkret: Hält der Kurs über 307 Euro, während der Arbeitsmarktbericht am 2. Juli neue Impulse setzt?

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