Microsoft Aktie: 45 Prozent des Backlogs hängen an OpenAI

Microsoft verzeichnet ein starkes Cloud-Wachstum, doch massive Investitionen von 190 Milliarden Dollar drücken auf den freien Cashflow und die Aktie.

Die Kernpunkte:
  • Cloud-Plattform Azure wächst um 40 Prozent
  • Auftragsbestand steigt auf 627 Milliarden Dollar
  • Geplante Investitionen von 190 Milliarden Dollar
  • OpenAI-Partnerschaft wird neu strukturiert

Starke Cloud-Zahlen, aber eine schwache Jahresperformance. Bei Microsoft klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Seit Jahresanfang hat die Aktie rund 13 Prozent an Wert verloren und notiert aktuell bei 352,30 Euro. Ein Grund für die Zurückhaltung der Investoren ist der beispiellose Investitionszyklus, der die Rekordumsätze überschattet.

Klumpenrisiko im Auftragsbuch

Auf den ersten Blick glänzt das vertraglich zugesicherte Geschäft. Der Auftragsbestand kletterte im abgelaufenen Quartal um 99 Prozent auf 627 Milliarden US-Dollar. Finanzchefin Amy Hood lieferte jedoch ein entscheidendes Detail mit: Etwa 45 Prozent dieser Summe hängen direkt an OpenAI.

Rechnet man den ChatGPT-Entwickler heraus, schrumpft das Wachstum der kommerziellen Aufträge auf 26 Prozent. Im direkten Quartalsvergleich verliert die Dynamik spürbar an Tempo. Gegenüber dem Vorquartal wuchs das Polster lediglich um zwei Milliarden Dollar.

Azure wächst, die Ausgaben explodieren

Das operative Kerngeschäft liefert derweil ab. Die Cloud-Plattform Azure verzeichnete währungsbereinigt ein Plus von 40 Prozent und beschleunigte sich damit das fünfte Quartal in Folge. Die Konkurrenz schläft allerdings nicht. Alphabets Google Cloud wuchs im ersten Quartal 2026 um 63 Prozent, Amazons AWS legte um 28 Prozent zu.

Die eigentliche Überraschung lieferte Microsoft bei den geplanten Investitionen. Für das Kalenderjahr 2026 plant der Konzern Ausgaben von rund 190 Milliarden Dollar. Das übertrifft die Erwartungen der Analysten um gut 35 Milliarden Dollar. Ein beträchtlicher Teil dieses Aufschlags fließt nicht in neue Kapazitäten, sondern fängt gestiegene Komponentenpreise auf.

Diese Ausgabenflut drückt auf die Liquidität. Der freie Cashflow sank im dritten Geschäftsquartal um 22 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar. Für 2027 kündigte das Management bereits weitere signifikante Steigerungen an.

Neue Spielregeln für die KI-Allianz

Parallel dazu ordnet Microsoft seine wichtigste Partnerschaft neu. Der Vertrag mit OpenAI wurde umstrukturiert. Die Exklusivität für Azure entfällt, im Gegenzug werden die Umsatzbeteiligungen, die OpenAI an Microsoft zahlt, bis 2030 gedeckelt. Die Vereinbarung streicht außerdem die Kündigungsklausel für den Fall, dass OpenAI eine künstliche allgemeine Intelligenz (AGI) erreicht.

Bei der eigenen KI-Monetarisierung geht es in kleinen Schritten voran. Die Zahl der zahlenden Copilot-Nutzer stieg sequenziell um 33 Prozent auf über 20 Millionen. Gemessen an den mehr als 1,4 Milliarden aktiven Windows-Nutzern weltweit zahlen aktuell jedoch nur etwa drei bis vier Prozent für den Premium-Assistenten.

Im kommenden Quartal rechnet das Management mit einem Umsatz von rund 87 Milliarden Dollar. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 ist die Aktie historisch moderat bewertet. Technisch hat sich der Wert zuletzt leicht stabilisiert und notiert knapp über der 50-Tage-Linie.

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