Microsoft Aktie: Abfindungen für 60.000

Das erweiterte Programm betrifft mehrere Länder und Bereiche; zugleich steigen die Quartalsinvestitionen in Rechenzentren auf 41 Milliarden Dollar.

Die Kernpunkte:
  • Zweite freiwillige Ausstiegsrunde dieses Jahres
  • Angebot reicht bis zur Vizepräsidentenebene
  • Rechenzentren kosteten zuletzt 41 Milliarden Dollar
  • Anthropic sagt Microsoft 44,9 Milliarden Dollar zu

Zwei Tage vor den Quartalszahlen sorgt Microsoft für Gesprächsstoff: Der Konzern bietet rund 60.000 Beschäftigten ein freiwilliges Ausscheiden an. Es ist die zweite Runde dieser Art in diesem Jahr, und sie reicht deutlich weiter als die erste.

Freiwilliges Programm, breiter Kreis

Das Angebot gilt für Mitarbeiter in den USA, Kanada, Indien und Großbritannien bis Erfahrungsstufe 70. Betroffen sind unter anderem die Bereiche KI-Erlebnisse, Copilot, Finanzen, Personal, Xbox sowie Windows und Geräte. Marketing, das kommerzielle Geschäft und Sicherheit bleiben ausgenommen. Einzelne Teams aus Vertrieb und Entwicklung haben sich nach Angaben eines Eingeweihten gegen eine Teilnahme entschieden.

Die Entscheidung fällt im Dezember, wer annimmt, scheidet zum 31. Dezember aus. Ein festes Ziel habe der Konzern diesmal nicht, heißt es. Im April hatte Microsoft erstmals ein freiwilliges Ruhestandsprogramm aufgelegt, das mehr als 30 Prozent der Berechtigten nutzten. Damals reichte der Kreis bis zur Ebene Senior Director, jetzt geht er bis zur Vizepräsidentenebene.

Personalchefin Amy Coleman spricht von mehr Flexibilität für Beschäftigte. Marktbeobachter sehen auch einen finanziellen Hintergrund: Der Konzern will den teuren Ausbau der KI-Infrastruktur mit Kapitaleffizienz in Einklang bringen.

Kostendruck trifft auf Rekordnähe

Die Rechenzentren fressen Geld. Die Investitionen lagen zuletzt bei 41 Milliarden Dollar im Quartal, perspektivisch sollen sie 2027 über 50 Milliarden Dollar pro Quartal steigen. Die Bruttomarge sank zuletzt auf 67 Prozent. Positiv fällt auf, dass Microsoft anders als Alphabet und Amazon im zweiten Quartal einen positiven freien Cashflow auswies.

Die Aktie notiert mit rund 530 Dollar etwa ein Prozent im Plus und damit nahe ihrem Rekordhoch. Ein Bewertungsmodell-Verbund sieht den fairen Wert bei 564 Dollar, die Wall Street liegt mit ihren Kurszielen über 600 Dollar. Das lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen.

Anthropic-Dokumente liefern Rückenwind

Neue Details aus dem Börsenprospekt von Anthropic stützen das Cloud-Geschäft. Der KI-Anbieter hat sich verpflichtet, mindestens 44,9 Milliarden Dollar für Rechenleistung bei Microsoft auszugeben, und zwar zwischen November 2026 und Mai 2033. Das ist weniger als bei Google und Amazon, aber ein langfristig planbarer Posten.

Am Mittwoch legt Microsoft die Zahlen vor, Alphabet berichtet am selben Tag. Im Zentrum stehen Azure-Wachstum, Investitionspläne und der Ausblick auf 2027. Ein Commerzbank-Analyst hält die Prognosen für wichtiger als die Quartalsergebnisse selbst.

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