Microsoft Aktie: Argus senkt Ziel auf 510 Dollar

Argus Research senkt Microsofts Kursziel auf 510 Dollar, bestätigt aber die Kaufempfehlung. Analysten fokussieren sich auf das anstehende Rekordquartal.

Die Kernpunkte:
  • Kursziel von Argus auf 510 Dollar gesenkt
  • Kaufempfehlung für Microsoft bestätigt
  • OpenAI integriert GPT-5.6 in Copilot
  • HSBC erwartet Rekordumsatz im Quartal

Argus Research hat sein Kursziel für die Aktie von 620 auf 510 US-Dollar gesenkt, die Kaufempfehlung aber bestätigt. Analyst Joseph Bonner begründet den Schritt nicht mit Zweifeln am Geschäft, sondern verweist auf die anhaltenden Investitionen in KI und Cloud sowie auf Konzernchef Satya Nadella, der generative KI weiterhin als grundlegenden Umbruch der Computerbranche einordnet. Die Umsatz- und Margenentwicklung falle stärker aus, als es die Marktsorgen vermuten ließen, so Bonner. An der Börse in Frankfurt schloss die Aktie am Freitag bei 337,35 Euro, ein Plus von 0,37 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 16,41 Prozent zu Buche, gegenüber dem 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro vom 28. Oktober 2025 fehlen fast 30 Prozent. Zum jüngsten Jahrestief von 307,10 Euro, markiert Ende Juni, beträgt der Abstand knapp zehn Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 49 signalisiert eine neutrale Marktlage, während der Kurs mit 378,98 Euro auch unter dem 200-Tage-Durchschnitt notiert.

OpenAI bindet Copilot enger an Microsoft

Parallel zur Kurszielsenkung sorgte eine Produktnachricht für Aufmerksamkeit: OpenAI hat GPT-5.6 als bevorzugtes Modell für Microsoft 365 Copilot benannt und damit die Integration in Word, Excel, PowerPoint und Cowork vertieft. Gleichzeitig baut Microsoft eigene MAI-Modelle aus, um Kosten zu senken. Analysten deuten das Nebeneinander nicht als Bruch, sondern als Diversifizierung der Lieferkette – OpenAI bleibt demnach für anspruchsvolle Anwendungen im Einsatz, während MAI-Modelle kostensensible Aufgaben übernehmen. Die Partnerschaft selbst gilt weiterhin als bestätigt.

Analysten blicken auf Rekordquartal

Die eigentliche Bewährungsprobe steht erst noch bevor: Microsoft meldet seine Zahlen zum vierten Geschäftsquartal 2026 am 29. Juli. HSBC Research rechnet mit einem Umsatzplus von 16,8 Prozent auf rund 89,3 Milliarden US-Dollar, getragen von einem Azure-Wachstum von 39,6 Prozent. Als Treiber nennt das Institut die anhaltende GPU-Knappheit, die zu höheren Preisen führt, bei einer erwarteten Non-GAAP-Marge von etwa 44,9 Prozent. Im vorangegangenen Quartal hatte Microsoft mit einem Umsatz von 82,9 Milliarden US-Dollar und einem Plus von 18 Prozent die Erwartungen übertroffen, das Ergebnis je Aktie lag mit 4,27 US-Dollar über dem Konsens. Die Sparte Intelligent Cloud wuchs auf 34,7 Milliarden US-Dollar, Azure legte um 40 Prozent zu. Bewertungsseitig verweist HSBC auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,88, verglichen mit einem Fünfjahresmedian von 33,92 – ein Hinweis darauf, dass die Aktie historisch günstig gehandelt wird. HSBC ordnet die kommende Berichtssaison ohnehin als besonders aufmerksamkeitsstark ein: Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Haus das stärkste US-Gewinnwachstum seit der Post-Pandemie-Zeit, angeführt von Technologie-, Energie- und Industriewerten. Insiderverkäufe bei Microsoft summierten sich zuletzt auf 10,5 Millionen US-Dollar innerhalb von drei Monaten.

Skepsis wächst trotz Wachstumszahlen

Nicht alle Marktteilnehmer teilen den Optimismus. Dan Niles von Niles Investment Management zählt Microsoft explizit nicht zu seinen bevorzugten KI-Werten. Jefferies wiederum spricht von einer gewissen Ermüdung der Investoren gegenüber KI-Aktien und rät eher zu Zulieferern wie Speicherchip-Herstellern als zu den großen Hyperscalern – auch wenn das Analysehaus den grundsätzlichen Investitionszyklus in künstliche Intelligenz für intakt hält. Die vier größten US-Technologiekonzerne, zu denen neben Amazon, Meta und Alphabet auch Microsoft zählt, dürften laut Berichten zusammen mindestens 700 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren stecken. Diese Summe treibt auch eine geldpolitische Debatte an: Fed-Chair Kevin Warsh geht davon aus, dass der KI-Ausbau die Preise langfristig senkt, während die Mehrheit seiner Kollegen im Offenmarktausschuss vor einem anhaltenden Inflationsdruck durch die KI-Investitionen warnt. Zugleich mehren sich Berichte, wonach Unternehmen ihre KI-Nutzung aus Kostengründen rationieren: Microsoft gehört neben Uber, Meta, Salesforce und DoorDash zu den Firmen, die den internen Zugriff auf KI-Tools inzwischen einschränken, weil Token-Kosten schneller steigen als geplant. Als Beispiel für die physische Infrastruktur hinter dem KI-Ausbau steht zudem ein 20-Jahres-Stromabkommen mit Chevron über eine 2,67-Gigawatt-Anlage in Westtexas, deren erste Kapazitäten 2028 ans Netz gehen sollen. Für Anleger bleibt damit ein zweigeteiltes Bild: robuste operative Zahlen und ein gesenktes, aber weiterhin deutlich über dem aktuellen Kurs liegendes Kursziel treffen auf wachsende Zweifel an der kurzfristigen Monetarisierung milliardenschwerer KI-Investitionen.

Anzeige

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 11. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Microsoft