Microsoft Aktie: Azure vor Gatekeeper-Status
Die EU-Kommission könnte Microsofts Cloud-Plattform Azure als Gatekeeper einstufen, was strenge DMA-Auflagen und hohe Strafen bei Verstößen nach sich ziehen würde.

- EU prüft Azure als Gatekeeper
- DMA-Auflagen drohen Microsoft
- Aktie verlor 17,74 Prozent im Jahr
- KI-Geschäft erzielt 37 Milliarden Dollar
Die Europäische Kommission nimmt das Cloud-Geschäft von Microsoft ins Visier. Brüssel könnte die Plattform Azure in den kommenden Tagen als sogenannten Gatekeeper einstufen. Das hätte weitreichende Folgen für den Tech-Giganten.
Strenge Regeln für Azure
Das Gesetz über digitale Märkte (DMA) sieht harte Auflagen vor. Die Folge: Microsoft müsste seine Systeme stärker für Konkurrenten öffnen. Eigene Dienste dürften nicht mehr bevorzugt behandelt werden. Bei Verstößen drohen drastische Strafen. Die EU kann Bußgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Im Wiederholungsfall verdoppelt sich dieser Wert.
Das regulatorische Risiko trifft auf eine ohnehin angespannte Marktstimmung. Im laufenden Jahr verlor das Papier bereits 17,74 Prozent an Wert. Der Schlusskurs lag am Freitag bei 332,00 Euro. Analysten bewerten die Aussichten derzeit unterschiedlich:
- Wells Fargo: Kursziel 650 US-Dollar, Rating „Overweight“
- TD Cowen: Kursziel 540 US-Dollar, Rating „Buy“
- Piper Sandler: Kursziel 500 US-Dollar, Rating „Overweight“
Ein Lichtblick bleibt das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz. Hier erreicht Microsoft mittlerweile einen hochgerechneten Jahresumsatz von 37 Milliarden US-Dollar. Hohe Investitionskosten bremsen allerdings die Euphorie.
Wichtige Daten im Fokus
Am 25. Juni veröffentlicht die US-Regierung neue Inflationsdaten. Der PCE-Preisindex gilt als bevorzugter Maßstab der US-Notenbank. Höhere Raten könnten Technologiewerte weiter unter Druck setzen.
Die charttechnische Lage ist ebenfalls eingetrübt. Die Aktie notiert deutlich unter der 200-Tage-Linie von 386,71 Euro. Der RSI-Indikator signalisiert derweil eine Annäherung an den überverkauften Bereich.
Das laufende Geschäftsjahr endet für Microsoft am 30. Juni. Diese Phase bringt oft Umschichtungen großer institutioneller Portfolios mit sich.
Aktionäre blicken parallel dazu auf den 10. September. Dann zahlt der Konzern die nächste bestätigte Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie aus.
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