Microsoft Aktie: Azure-Wachstum unter Google Cloud im Fokus
Microsoft veröffentlicht Quartalszahlen, während die Aktie nahe ihrem Jahrestief notiert. Entscheidend sind Azure-Wachstum und die Höhe der Kapitalausgaben.

- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
- Azure-Wachstum unter Druck
- Investitionsausgaben stark gestiegen
- Dividendenpolitik bleibt bestehen
Microsoft legt am Mittwoch die Zahlen zum vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 vor. Der Termin könnte zum Wendepunkt für eine Aktie werden, die sich seit Monaten im Abwärtstrend befindet. Im Mittelpunkt stehen zwei Fragen: Wie stark wächst die Cloud-Sparte Azure noch, und wie hoch fällt die Investitionsplanung für das kommende Fiskaljahr aus.
Kurs nahe Jahrestief vor entscheidenden Zahlen
Am Freitag schloss die Microsoft-Aktie bei 335,65 Euro, nahezu unverändert zum Vortag. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Minus von 18,76 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro beträgt der Abstand nur noch 9,30 Prozent – die Aktie bewegt sich damit tatsächlich in der Nähe ihrer Jahrestiefs, wie es auch mehrere Analysen vor dem Berichtstermin beschreiben. Die Schwäche zieht sich durch den gesamten Jahresverlauf und spiegelt die Skepsis der Anleger gegenüber den hohen Investitionssummen der gesamten Cloud-Branche wider.
Azure-Wachstum als Gradmesser
Im vorangegangenen Quartal wuchs Azure um 40 Prozent. Das reicht Investoren inzwischen nicht mehr, seit Konkurrent Google Cloud im zweiten Quartal ein Wachstum von 82 Prozent auswies. Ein Nachlassen der Wachstumsrate bei Microsoft würde die Sorge nähren, dass Alphabet im Cloud-Geschäft Marktanteile gewinnt. Das eigene KI-Geschäft von Microsoft weist dagegen mit einer annualisierten Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar ein Plus von 123 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Der kommerzielle Auftragsbestand kletterte auf 627 Milliarden US-Dollar und hat sich damit nahezu verdoppelt; rund ein Viertel davon soll binnen zwölf Monaten als Umsatz verbucht werden, ein Plus von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Kapitalausgaben und Cashflow-Sorgen belasten die Bewertung
Die Investitionsausgaben sind zuletzt kräftig gestiegen: Im vergangenen Quartal beliefen sie sich auf 30,88 Milliarden US-Dollar, ein Zuwachs von 84,39 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Kalenderjahr 2026 rechnen Marktbeobachter mit Ausgaben von rund 190 Milliarden US-Dollar bei Microsoft – Teil eines branchenweiten Investitionsschubs von vier großen Cloud-Anbietern auf zusammen etwa 730 Milliarden US-Dollar. Die Ratingagentur Moody’s warnt in diesem Zusammenhang vor einem Cashflow-Engpass der gesamten Technologiebranche: Der freie Cashflow von Microsoft dürfte im laufenden Fiskaljahr auf rund 25,4 Milliarden US-Dollar sinken, nach 58,7 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Das Verhältnis von Investitionen zu Umsatz liegt bei Microsoft bei etwa 45 Prozent. Moody’s sieht die großen Anbieter Microsoft, Amazon, Meta und Alphabet dennoch nicht unmittelbar vor einer Abstufung, warnt aber vor einem „zirkulären KI-Ökosystem“, in dem Tech-Konzerne in KI-Labore investieren, die wiederum Cloud-Kapazitäten der gleichen Investoren buchen.
Dividende und Analystenerwartungen
Trotz der Investitionslast hält Microsoft an seiner Ausschüttungspolitik fest: Die jährliche Dividende liegt bei 3,56 US-Dollar je Aktie, im zweiten Quartal des Fiskaljahres flossen 12,7 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre zurück, ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der erwarteten Gewinne liegt bei etwa 20, das PEG-Verhältnis bei 1,18. Der Analystenkonsens sieht ein Kursziel von 556,75 US-Dollar vor, bei 54 Kaufempfehlungen und keiner einzigen Verkaufsempfehlung. Bestätigt Microsoft am Mittwoch ein beschleunigtes Azure-Wachstum und liefert eine als angemessen eingeschätzte Investitionsprognose für 2027, könnte dies die Talfahrt der Aktie stoppen. Enttäuscht der Konzern auf einer der beiden Achsen, dürfte der Abwärtsdruck anhalten.
Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 26. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




