Microsoft Aktie: Cashflow trotz Rekordinvestitionen
Umsatz, Gewinn und Azure legten zu; Microsoft plant eine Anleihe über rund 25 Milliarden Dollar.

- Quartalsumsatz erreicht 92,3 Milliarden Dollar
- Azure wächst um 48 Prozent
- Fast 19 Milliarden Dollar freier Cashflow
- Anleihe über rund 25 Milliarden geplant
Starke Zahlen, aber die Aktie gibt nach: Microsoft liefert im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 ein Plus bei Umsatz und Gewinn und kündigt zugleich den Gang an den Anleihemarkt an. Genau diese Kombination dämpfte die anfängliche Kauflaune.
Zahlen über den Erwartungen
Der Umsatz stieg um fast ein Fünftel auf 92,3 Milliarden Dollar, der Gewinn legte um ein Drittel auf 36,6 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie lag bei 4,92 Dollar, erwartet worden waren 4,71 Dollar. Azure wuchs um 48 Prozent und übertraf damit die Eigenprognose von 45 Prozent.
Positiv überraschte auch die Investitionsseite. Die Ausgaben fielen niedriger aus als befürchtet, was das Unternehmen mit Verzögerungen bei der Bereitstellung von Cloud-Kapazitäten durch Drittanbieter begründete. Der freie Finanzmittelzufluss lag trotz Investitionen von rund 45 Milliarden Dollar bei fast 19 Milliarden Dollar.
Damit sticht Microsoft unter den Tech-Schwergewichten heraus. Für das laufende Geschäftsjahr bis Juni 2027 erwartet der Konzern weiter positiven freien Cashflow, während Alphabet im Quartal Geld verbrannte und Meta zuletzt erstmals seit über zehn Jahren ebenfalls.
Erste Anleihe seit 2017
Die Bremse kam am Donnerstag: Microsoft plant eine US-Unternehmensanleihe über rund 25 Milliarden Dollar, die erste seit mehr als neun Jahren. Geplant sind bis zu zehn Tranchen mit Laufzeiten von zwei bis 40 Jahren. Eine endgültige Entscheidung über das Volumen steht Berichten zufolge noch aus, es kann sich an der Nachfrage orientieren. Wells Fargo, JPMorgan und UBS führen die Platzierung.
Finanzchefin Amy Hood hatte am Vorabend angekündigt, weitere Finanzierungsquellen zu nutzen, „wenn wir es für attraktiv halten“. Marktbeobachter sehen darin den Hauptgrund, warum ein vorbörsliches Plus von fast fünf Prozent im Handelsverlauf verpuffte. Zuletzt notierte die Aktie bei rund 533 Dollar, etwa 1,5 Prozent im Minus. Das Rekordhoch von gut 555 Dollar aus dem Sommer 2025 bleibt vorerst außer Reichweite.
Analysten bleiben zuversichtlich
Die Analystenreaktion fällt klar positiv aus. JPMorgan sieht Optimisten in der Erwartung einer Wachstumsbeschleunigung bestätigt. 68 von 72 befragten Experten empfehlen die Aktie zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel stieg um gut drei Prozent auf fast 625 Dollar.
Der Investitionsbedarf bleibt allerdings hoch. Hood rechnet im zweiten Quartal mit rund 50 Milliarden Dollar Ausgaben, Anfang 2027 sollen sie weiter steigen. Die Anleihe dürfte daher kaum die letzte Finanzierungsmaßnahme der Branche sein. Auch Amazon legt am Donnerstagabend Zahlen vor und liefert den nächsten Vergleichswert für die Cloud-Konkurrenz.
Stand heute, 30. Oktober: Microsoft – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Microsoft investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 30. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.




