Microsoft Aktie: CLSA startet mit 535-Dollar-Ziel
Trotz Kursschwäche: Mehrere Großbanken bekräftigen ihre Kaufempfehlungen für Microsoft vor den anstehenden Quartalszahlen.

- CLSA startet mit Outperform-Rating
- Deutsche Bank sieht günstigen Einstieg
- Azure-Wachstum im Analystenfokus
- Auftragsbestand von 627 Milliarden Dollar
Microsoft-Aktien bauen ihre Erholung aus. Am Montag ging es um 2,35 Prozent nach oben, auf 352,50 Euro. Der Kurs liegt damit 1,52 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 347,22 Euro — ein Zeichen, dass sich der kurzfristige Trend gedreht hat.
Der Auslöser: Eine Welle bullischer Analystenkommentare, nur wenige Tage vor dem Quartalsbericht am Mittwoch, den 29. Juli. Und die Stimmung unter den Experten könnte kaum optimistischer sein.
CLSA startet mit „Outperform“
CLSA hat die Coverage für Microsoft neu aufgenommen. Die Bank vergibt ein „Outperform“-Rating und ein Kursziel von 535 Dollar. Ihre Begründung: Die Cloud-Sparte Azure wächst mit fast 40 Prozent, während der Rest des Konzerns mit rund 10 Prozent pro Jahr zulegen kann.
Bemerkenswert ist ein Detail zur KI-Monetarisierung. Microsoft zählt 20 Millionen zahlende Copilot-Nutzer — gegenüber 450 Millionen zahlenden Office-Kunden ist das noch ein kleiner Bruchteil. CLSA sieht darin trotzdem Potenzial und zählt Microsoft neben Adobe zu seinen bevorzugten Software-Werten. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt derzeit bei umgerechnet rund 2.557 Milliarden Euro.
Deutsche Bank und Bank of America bleiben bei „Buy“
Die Deutsche Bank bekräftigt ihr Kaufrating mit einem Kursziel von 550 Dollar. Die Bank sieht in der aktuellen Kursschwäche einen attraktiven Einstiegspunkt. Ihre Einschätzung: Microsoft kann sein Ergebnis je Aktie über die kommenden Jahre im mittleren zweistelligen Prozentbereich steigern.
Die Analysten benennen drei Sorgen, die den Kurs zuletzt belastet haben. Erstens steigende Komponentenpreise, die Investitionen nach oben und Margen nach unten drücken. Zweitens anhaltende Zweifel an der Rendite der KI-Investitionen. Drittens die Konzentration des Auftragsbestands auf den Partner OpenAI.
Die Deutsche Bank hält alle drei Sorgen für übertrieben — und mittlerweile mehr als eingepreist. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 auf Basis der nächsten zwölf Monate sieht die Bank Spielraum nach oben.
Bank of America schlägt in dieselbe Kerbe. Das Institut bestätigt sein Kaufrating und ein Kursziel von 500 Dollar. Im Fokus steht vor allem das Azure-Wachstum: Die Analysten erwarten für das abgelaufene Quartal ein Plus von 39,5 Prozent in konstanten Währungen — nahe an der Unternehmensprognose von 39 bis 40 Prozent.
Der Auftragsberg wartet auf Umsetzung
Ein zentrales Argument der Bank-of-America-Analysten: Die Nachfrage übersteigt weiterhin die verfügbaren Kapazitäten. Das neue Fairwater-Rechenzentrum in Wisconsin soll jetzt helfen, den gewaltigen Auftragsbestand in Umsatz umzuwandeln.
Microsoft beendete das vergangene Quartal mit kommerziellen Restverpflichtungen von 627 Milliarden Dollar. Das Management rechnet damit, rund ein Viertel davon in den kommenden zwölf Monaten als Umsatz zu verbuchen.
Auf der Kostenseite bleibt Bank of America wachsam. Die Bank rechnet für das vierte Quartal mit Investitionsausgaben von rund 42 Milliarden Dollar. Citi weist zusätzlich darauf hin, dass der Markt die Margenprognosen für das Geschäftsjahr 2027 genau prüfen wird — angesichts eines weiteren Jahres mit hohen Investitionen dürfte das Management dabei vorsichtig kommunizieren.
Bewertung unter dem historischen Schnitt
Die Argumentation vieler Analysten stützt sich auf die Bewertung. Bank of America verweist darauf, dass die Aktie mit dem 19-Fachen der für 2027 erwarteten Gewinne gehandelt wird — deutlich unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von 29.
Rund 95 Prozent der Analysten, die Microsoft covern, empfehlen die Aktie zum Kauf. Der mediane Kurszielwert liegt bei 550 Dollar, spürbar über dem konservativeren Ziel von Bank of America.
Zusätzliche Rückendeckung kommt aus einer aktuellen Jefferies-Umfrage unter IT-Chefs. Demnach nutzen inzwischen 55 Prozent der befragten US-CIOs Azure als primären Cloud-Anbieter — ein Sprung von 45 Prozent im Dezember 2025.
Der Kurs bleibt trotz der jüngsten Erholung 26,27 Prozent unter seinem Rekordhoch von 478,10 Euro aus dem Oktober 2025 entfernt. Am 29. Juli zeigt sich, ob die Zahlen die geballte Analystenzuversicht auch wirklich rechtfertigen.
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