Microsoft Aktie: Freier Cashflow um 22 Prozent eingebrochen

Microsoft entdeckt raffinierte Schadsoftware für Krypto-Diebstahl, während hohe KI-Investitionen den Aktienkurs belasten.

Die Kernpunkte:
  • Neuer Trojaner stiehlt Krypto-Wallets
  • KI-Investitionen drücken Cashflow
  • Rabattaktion für Copilot-Kunden
  • Umsatzwachstum trotz Kursverlusten

Microsoft schlägt Alarm. Sicherheitsexperten des Konzerns haben einen neuen Trojaner entdeckt. Die Schadsoftware stiehlt digitale Vermögenswerte direkt aus der Zwischenablage. Parallel dazu kämpft der Tech-Gigant an der Börse mit den enormen Kosten seiner KI-Offensive.

Raffinierter Krypto-Raub

Die Schadsoftware ist bereits seit Februar aktiv. Sie verbreitet sich wurmartig über Windows-Systeme. Für die Kommunikation nutzen die Angreifer das anonyme Tor-Netzwerk. Das Ziel: Der Trojaner überwacht die Zwischenablage und tauscht bei Transaktionen heimlich die Adressen von Krypto-Wallets aus. So leiten die Hacker Gelder unbemerkt um. Die Verschlüsselung macht das Programm extrem widerstandsfähig gegen klassische Abwehrmaßnahmen.

Hohe Kosten drücken den Kurs

An der Nasdaq notiert das Papier aktuell bei rund 380 US-Dollar. Vom 52-Wochen-Hoch bei 555 US-Dollar ist der Wert damit weit entfernt. Der Grund für die Zurückhaltung liegt in den explodierenden Investitionen.

Sogenannte Hyperscaler wie Microsoft stecken dieses Jahr schätzungsweise über 700 Milliarden US-Dollar in neue KI-Infrastruktur. Das hinterlässt Spuren in der Bilanz. Der freie Cashflow von Microsoft brach im letzten Quartal um 22 Prozent ein. Die hohen Ausgaben belasten die Kasse spürbar.

Rabatte für die Kundenbindung

Um die teuren KI-Dienste schneller zu Geld zu machen, lockt Microsoft nun Firmenkunden. Wer sich für drei Jahre an den „Microsoft 365 Copilot“ bindet, erhält 15 Prozent Rabatt. Voraussetzung sind mindestens 300 Lizenzen.

Das Kerngeschäft brummt derweil weiter. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz um 18 Prozent auf knapp 83 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn erreichte fast 32 Milliarden US-Dollar.

Besonders die Künstliche Intelligenz liefert ab. Das KI-Geschäft erzielt mittlerweile eine jährliche Umsatzrate von 37 Milliarden US-Dollar. Aktionäre profitieren ebenfalls von der soliden Basis. Der Vorstand hat eine Quartalsdividende von 0,91 US-Dollar je Aktie beschlossen.

CEO Satya Nadella richtet den Fokus nun voll auf das Zeitalter der autonomen KI-Agenten. Um diesen Wandel im Vertrieb zu verankern, tritt am 1. Dezember ein neues Partnerabkommen in Kraft. Die nächste Auszahlung der Dividende am 10. September dürfte die aktuelle Kursschwäche bis dahin etwas abfedern.

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