Microsoft Aktie: Gewinnrekord ignoriert

Microsoft meldet starke Quartalszahlen mit Umsatz- und Gewinnwachstum, doch die Aktie verliert aufgrund von Skepsis gegenüber den massiven KI-Ausgaben an Wert.

Die Kernpunkte:
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Analystenerwartungen
  • Azure-Cloud wächst um beeindruckende 39 Prozent
  • Anleger zweifeln an Rendite der KI-Investitionen
  • Copilot-Akzeptanz bleibt bisher verhalten

Microsoft liefert Rekordzahlen – doch die Aktie bricht ein. Seit Jahresbeginn verlor der Tech-Gigant rund 15 Prozent an Wert, vom Höchststand sind es sogar 25 Prozent. Der Grund: Anleger zweifeln daran, ob die massiven KI-Investitionen von über 100 Milliarden Dollar jemals zu entsprechenden Einnahmen führen werden.

Starke Zahlen, schwache Reaktion

Im zweiten Geschäftsquartal steigerte Microsoft den Umsatz um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte um 24 Prozent auf 4,14 Dollar und übertraf die Analystenerwartungen um knapp 7 Prozent. Die Azure-Cloud wuchs um beeindruckende 39 Prozent.

Besonders auffällig: Die kommerziellen Buchungen explodierten um 230 Prozent, getrieben durch Azure-Verträge und Großaufträge über 100 Millionen Dollar. Der Auftragsbestand erreichte 625 Milliarden Dollar – ein Plus von 110 Prozent zum Vorjahr. Microsoft schüttete 12,7 Milliarden Dollar an Aktionäre aus, 32 Prozent mehr als im Vorjahr.

Trotz dieser Zahlen verlor die Aktie seit Jahresbeginn deutlich. Der Grund liegt in der Bewertung: Während Microsoft über 100 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investiert, wächst die Skepsis, ob sich dieser Aufwand rechnet.

Die Copilot-Wette

Nur 3,3 Prozent der potenziellen Nutzer zahlen bisher für Microsofts KI-Assistenten Copilot. Sollten Unternehmenskunden Ende 2026 zu dem Schluss kommen, dass KI-Agenten zu teuer oder unzuverlässig sind, könnte der erhoffte Umsatztreiber wegbrechen.

Hinzu kommt die Abhängigkeit von OpenAI. Der Partner soll in diesem Jahr 14 Milliarden Dollar Verlust machen. Verliert OpenAI im Wettbewerb mit Googles Gemini oder Open-Source-Modellen an Boden, trifft das auch Microsoft – trotz der nicht-exklusiven Partnerschaft.

Die EU prüft zudem Microsofts Rolle als „Gatekeeper“ nach dem Digital Markets Act, insbesondere wie Azure mit Drittanbieter-Software interagiert.

Bewertung unter Druck

Microsoft wird aktuell mit einem KGV von 26,2 für die letzten zwölf Monate gehandelt, für die kommenden zwölf Monate liegt das KGV bei 24,6. Die Eigenkapitalrendite übersteigt 32 Prozent, die Gewinnmarge liegt über 36 Prozent. Dennoch notiert das aktuelle KGV unter dem Dreijahresdurchschnitt – ein Zeichen dafür, dass die hohen KI-Ausgaben auf der Bewertung lasten.

Institutionelle Investoren wie Vanguard und BlackRock halten etwa 72 Prozent der Anteile. Doch auch bei ihnen macht sich eine gewisse „KI-Müdigkeit“ bemerkbar, die zur Volatilität beiträgt.

Am 28. April stehen die nächsten Quartalszahlen an. Bis dahin wird der Markt genau auf die Azure-Wachstumsraten, die Copilot-Verbreitung und die Margenentwicklung achten. Solange Azure schneller wächst als der gesamte Cloud-Markt, bleibt die Bewertungsprämie vertretbar. Die entscheidende Frage lautet: Wann zahlt sich der Infrastruktur-Ausbau in messbaren, wiederkehrenden Umsätzen aus?

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