Microsoft Aktie: Goldman Sachs diskutiert KI-Ausbau

Microsoft will seine Rechenzentrumskapazität bis 2032 auf 38 Gigawatt steigern, während Azure wächst und neue Urheberrechtsklagen drohen.

Die Kernpunkte:
  • Rechenzentren sollen auf 38 Gigawatt wachsen
  • 175 Milliarden US-Dollar Capex für 2026
  • Azure erzielt 101,9 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz
  • Bank of America hebt Kursziel an

Der Softwarekonzern Microsoft bereitet sich mit einer massiven Investitionsoffensive auf die langfristige Dominanz im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) vor.

Um den rasant steigenden Bedarf an Rechenpower für Anwendungen wie Copilot und Azure-Dienste zu decken, plant das Unternehmen einen beispiellosen Ausbau seiner technischen Kapazitäten. Im Kern steht dabei die Zielsetzung, die globale Infrastruktur für Rechenzentren bis zum Jahr 2032 mehr als zu verdreifachen.

Gigawatt-Pläne und Milliardeninvestitionen

Laut Berichten von Reuters beabsichtigt Microsoft, seine Rechenzentrumskapazität auf rund 38 Gigawatt auszuweiten. Zum Vergleich: Derzeit verfügt der Konzern über eine Kapazität von etwa 12 Gigawatt. Dieser Ausbau spiegelt den strategischen Fokus wider, KI-Modelle nicht nur zu entwickeln, sondern auch im industriellen Maßstab zu betreiben. Für die Umsetzung dieser Pläne nimmt die Unternehmensführung erhebliche finanzielle Mittel in die Hand.

Allein für das Kalenderjahr 2026 rechnet Microsoft Medienberichten zufolge mit Investitionsausgaben (Capex) in Höhe von 175 Milliarden US-Dollar. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 werden bereits Investitionen von 50 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Auf der jüngsten Goldman Sachs Communacopia + Technology Conference diskutierte das Management die Herausforderung, diesen massiven Ausbau der KI-Infrastruktur mit der notwendigen Ausgabendisziplin in Einklang zu bringen. Das Vertrauen in die langfristige Rentabilität der Hardware-Investitionen scheint jedoch ungebrochen.

Neue Berichtsstruktur nach starken Azure-Zahlen

Die strategische Neuausrichtung wird auch in der Bilanzierung sichtbar. Anfang September kündigte Microsoft an, seine Berichterstattung von bisher drei auf nur noch zwei Segmente umzustellen. Künftig werden die Aktivitäten in den Bereichen „Agents and Infra“ sowie „Devices and Consumer“ zusammengefasst.

Diese Maßnahme folgt auf ein starkes viertes Quartal des Geschäftsjahres 2026, in dem der Konzern einen Umsatz von 90,01 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 4,74 US-Dollar auswies.

Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Cloud-Plattform Azure, deren Relevanz für das Gesamtunternehmen stetig wächst. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, erzielte Azure einen Jahresumsatz von 101,9 Milliarden US-Dollar.

Für das laufende erste Quartal des Fiskaljahres 2027 gab Microsoft eine Prognose für den Bereich „Intelligent Cloud“ ab, die einen Umsatz zwischen 40,95 Milliarden und 41,25 Milliarden US-Dollar vorsieht. Der Gesamtumsatz des Konzerns soll in diesem Zeitraum die Marke von 90 Milliarden US-Dollar erneut überschreiten.

Rechtliche Herausforderungen und Analysteneinschätzung

Trotz der wirtschaftlichen Dynamik sieht sich Microsoft zunehmend juristischem Gegenwind ausgesetzt. Die Seattle Times und Newsday reichten am 4. September eine Klage gegen Microsoft und dessen Partner OpenAI ein. Den Unternehmen wird vorgeworfen, urheberrechtlich geschützte journalistische Inhalte ohne Genehmigung zum Training von KI-Systemen wie Copilot und Bing verwendet zu haben.

Microsoft verteidigte sich in einem ähnlichen Rechtsstreit mit der New York Times mit dem Argument, dass die Befürchtung, KI-Modelle könnten Autoren und Journalisten verdrängen, unbegründet sei und das Training unter die „Fair Use“-Doktrin falle.

An der Börse wird die konsequente KI-Strategie dennoch positiv gewürdigt. Analyst Tal Liani von der Bank of America hob am 2. September das Kursziel für die Microsoft-Aktie von 500 auf 600 US-Dollar an und bekräftigte die Kaufempfehlung.

Am gestrigen Freitag schloss das Papier bei 427,95 Euro, was einem Plus von 0,9 % entspricht. Damit notiert der Wert aktuell 15 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 370,69 Euro. Seit Jahresbeginn konnte die Aktie ein moderates Plus von 3,6 % verbuchen und liegt damit weiterhin deutlich unter dem im Oktober erreichten 52-Wochen-Hoch.

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