Microsoft Aktie: Mutlose Zeichen?

Microsofts Quartalszahlen übertreffen Erwartungen, doch hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur und ein nachlassendes Azure-Wachstum führen zu Kursabschlägen und gesenkten Analystenziele.

Die Kernpunkte:
  • Kapitalausgaben erreichen Rekordwert von 37,5 Milliarden USD
  • Azure-Wachstum verlangsamt sich auf 39 Prozent
  • Aktienkurs fällt deutlich unter 50-Tage-Durchschnitt
  • Goldman Sachs und JPMorgan senken ihre Kursziele

Microsoft liefert solide Quartalszahlen – und wird trotzdem abverkauft. Der Grund: Die Rechnung für den KI-Ausbau wird immer größer, während ausgerechnet das Cloud-Wachstum an Tempo verliert. Anleger schauen derzeit besonders genau hin, wie effizient die Tech-Riesen ihr Kapital einsetzen.

Teure KI-Infrastruktur drückt die Stimmung

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 hat Microsoft beim Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen. Der Markt fokussierte sich aber auf die Ausgabenseite: Die Investitionen (Capital Expenditures) kletterten auf den Rekordwert von 37,5 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 66% gegenüber dem Vorjahr.

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Ein wesentlicher Treiber waren KI-Investitionen. Das Unternehmen brachte innerhalb von drei Monaten 1 Gigawatt neue Rechenzentrumskapazität ans Netz. Genau hier liegt der Knackpunkt: Hohe Ausgaben sind für den KI-Wettlauf zwar logisch, doch sie erhöhen den Druck, dass diese Kapazitäten auch zeitnah profitabel ausgelastet werden.

Azure wächst – aber langsamer als erhofft

Zusätzlich sorgte die Entwicklung in der Cloud für lange Gesichter. Azure wuchs um 39% – weiterhin stark, aber eben langsamer als in den Vorquartalen und unter den ambitionierteren Erwartungen mancher Investoren.

Gleichzeitig meldete Microsoft einen kräftigen Auftragsbestand: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) sprangen um 110% auf 625 Milliarden US-Dollar. Das klingt nach viel Visibilität, hat aber einen Haken: 45% dieses RPO sollen auf Verpflichtungen von OpenAI zurückgehen. Damit hängt ein großer Teil der Perspektive an wenigen, sehr großen Commitments – was die Einordnung der künftigen Umsatzdynamik komplexer macht.

Wichtige Zahlen aus dem Bericht:
Umsatz Q2: 81,27 Mrd. USD (über Konsens von ca. 80,3 Mrd. USD)
Bereinigtes EPS: 4,14 USD (Erwartung: 3,92 USD)
Investitionen Q2: 37,5 Mrd. USD (+66% YoY)
Azure-Wachstum: 39%
RPO: 625 Mrd. USD (+110%), davon 45% laut Daten OpenAI-bezogen

Kursreaktion, Analysten und der Blick auf die Branche

Die Aktie geriet am Donnerstag deutlich unter Druck: In den bereitgestellten Kursdaten liegt der Schlusskurs bei 425,11 USD, die Aktie steht zudem rund 5,6% unter dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Signal, dass der Markt die neuen Informationen klar negativ bewertet.

Auch Analysten reagierten schnell: Am 29. Januar senkten unter anderem Goldman Sachs das Kursziel von 655 auf 600 US-Dollar, JPMorgan von 575 auf 550 US-Dollar. Als Begründung nannten sie die hohe Kapitalintensität sowie Kapazitätsengpässe, die Azure beeinflussen.

Auffällig war zudem der Kontrast im Sektor: Während Microsoft nachgab, sprang Meta am selben Tag zweistellig nach oben. Das unterstreicht, was derzeit zählt: Nicht KI als Schlagwort, sondern die Frage, welcher Konzern Wachstum und Investitionen am überzeugendsten zusammenbringt.

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