Microsoft Aktie: Nettogewinn steigt auf 133,7 Milliarden

Microsoft steigert Nettogewinn auf 133,7 Mrd. Dollar trotz massiver KI-Ausgaben. Analysten sehen Kurspotenzial, während Zinssorgen die Aktie belasten.

Die Kernpunkte:
  • Nettogewinn steigt um 31 Prozent
  • KI-Investitionen erreichen 115,9 Milliarden Dollar
  • Azure-Wachstum übertrifft 100-Milliarden-Marke
  • Moody's bestätigt Top-Bonitätsrating

Microsoft hat mit den Ergebnissen für das Fiskaljahr 2026, das Ende Juni schloss, eine beeindruckende Bilanz vorgelegt. Der Nettogewinn stieg um 31,3 Prozent auf 133,7 Milliarden Dollar. Für mich ist das die eigentliche Schlagzeile der vergangenen Woche – nicht die Dividendenerhöhung, nicht die Bestätigung des AAA-Ratings durch Moody’s, so erfreulich beides ist.

Unterm Strich zeigt diese Zahl, dass Microsoft trotz gigantischer KI-Investitionen profitabel bleibt, und genau das unterscheidet den Konzern derzeit von vielen Wettbewerbern in der Branche.

Die Kapex-Frage entscheidet über die Bewertung

Microsoft gab im Fiskaljahr 2026 rund 115,9 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur aus, ein Plus von fast 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. CFO Amy Hood kündigte an, dass die Investitionen im laufenden Jahr weiter steigen sollen.

Diese Größenordnung lässt viele Anleger zusammenzucken – zu Recht, denn der freie Cashflow sank im selben Zeitraum um 6,5 Prozent auf knapp 67 Milliarden Dollar. Wer nur auf diese Kennzahl schaut, könnte zu dem Schluss kommen, dass Microsoft sein Pulver verschießt.

Ich sehe das differenzierter. Der Auftragsbestand (RPO) kletterte auf 678 Milliarden Dollar, ein Plus von 84 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist kein diffuses Zukunftsversprechen, sondern vertraglich gebundene Nachfrage. Azure wuchs im vierten Quartal um 43 Prozent und übersprang im Jahresumsatz die Marke von 100 Milliarden Dollar.

Microsoft 365 Copilot verzeichnet mittlerweile mehr als 30 Millionen zahlende Nutzer. Diese Kombination aus explodierenden Ausgaben und ebenso stark wachsender vertraglicher Nachfrage spricht dafür, dass die Kapitalintensität kein Warnsignal, sondern eine bewusste Wette auf Marktführerschaft ist.

Bondmärkte und Bewertung: Ein Spannungsfeld

Die Analysten von JPMorgan sehen ein Kursziel von 625 Dollar, Citi nennt 600 Dollar, Bernstein sogar 660 Dollar. Der Analystenkonsens aus 56 Häusern liegt bei rund 570 Dollar. Das wäre, gemessen am aktuellen deutschen Schlusskurs von 413,70 Euro am Freitag, ein erhebliches Aufwärtspotenzial – vorausgesetzt, das Azure-Wachstum bleibt über 40 Prozent, wie es zuletzt mit 43 Prozent der Fall war.

Doch die Rahmenbedingungen sind nicht ohne Risiko. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte zuletzt nahe an ein 19-Jahres-Hoch, was Bewertungen wachstumsstarker Technologiewerte grundsätzlich unter Druck setzt.

Genau das erklärt auch, warum die Aktie in den vergangenen sieben Tagen um 3,3 Prozent nachgab, während sie auf Monatssicht noch immer 21 Prozent im Plus liegt. Diese Diskrepanz zwischen kurzfristiger Schwäche und mittelfristiger Erholung halte ich für aufschlussreich: Der Markt differenziert offenbar zwischen Zinsangst und Geschäftsmodell.

Moody’s liefert das Fundament, nicht den Kurstreiber

Dass Moody’s das AAA-Rating von Microsoft bestätigte und den Ausblick als stabil einstufte, wirkt auf den ersten Blick wie eine Randnotiz. Microsoft gehört damit zu den wenigen Konzernen weltweit, deren Bonität über der von US-Staatsanleihen eingestuft wird.

Für mich ist das eher ein Fundament als ein Kurstreiber: Es erlaubt Microsoft, seine milliardenschweren Kapazitätserweiterungen zu günstigen Konditionen zu finanzieren, ohne dass die Verschuldung zur Belastung wird. Eine Herabstufung droht laut Moody’s nur bei großen schuldenfinanzierten Übernahmen oder einer veränderten Ausschüttungspolitik – beides ist aktuell nicht in Sicht.

Mein Fazit

Die Kombination aus Rekordinvestitionen, wachsendem Auftragsbestand und stabiler Bonität überzeugt mich mehr als es die kurzfristige Kursschwäche vermuten lässt.

Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro beträgt derzeit 13 Prozent, während der Kurs rund 13 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt notiert – ein Zeichen dafür, dass die jüngste Erholung noch nicht ausgereizt ist, selbst wenn Zinssorgen kurzfristig belasten.

Die Kapitalintensität bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor, doch solange Azure und Copilot die Investitionen mit Nachfrage untermauern, überwiegen für mich die Chancen gegenüber den Risiken.

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