Microsoft Aktie: OpenAI-Erbe kassiert!

Microsoft erweitert seine KI-Infrastruktur, indem es ein weiteres von OpenAI verlassenes Rechenzentrum in Norwegen übernimmt. Der Tech-Konzern profitiert von der strategischen Neuausrichtung seines Partners.

Die Kernpunkte:
  • Übernahme eines 230-Megawatt-Campus in Narvik
  • OpenAI reduziert eigene Infrastrukturinvestitionen
  • Microsoft-Aktie zeigt Erholung nach Meldung
  • Quartalszahlen Ende April als nächster Prüfstein

Microsoft sammelt auf, was OpenAI liegen lässt. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen übernimmt der Konzern Rechenzentrums-Kapazitäten, die sein KI-Partner aufgegeben hat — diesmal im norwegischen Narvik.

Narvik statt OpenAI

Der britische KI-Cloud-Anbieter Nscale hat seinen Vertrag mit Microsoft für den 230-Megawatt-Campus in Narvik ausgeweitet. Ursprünglich sollte OpenAI rund die Hälfte der Kapazität als sogenannter „Initial Offtaker“ belegen. Die Verhandlungen scheiterten jedoch, woraufhin Microsoft einsprang. Das Ergebnis: mehr als 30.000 zusätzliche Nvidia-Rubin-GPUs, die ab 2026 in einem Fünfjahresvertrag betrieben werden — vollständig mit erneuerbarer Energie, mit einem Ziel von bis zu 100.000 Nvidia-GPUs insgesamt.

OpenAI begründet den Rückzug pragmatisch: Die Rechenkapazität werde stattdessen über Microsoft bezogen, da dies die bereits im Rahmen eines 250-Milliarden-Dollar-Vertrags mit Azure gebundenen Mittel effizienter nutze. Schon im vergangenen Monat hatte Microsoft ein von OpenAI und Oracle verlassenes Rechenzentrum in Texas übernommen — 700 Megawatt Kapazität, direkt neben dem Stargate-Flaggschiff-Standort.

OpenAIs Rückzug hat System

Der Narvik-Schritt ist kein Einzelfall. OpenAI fährt seine direkten Infrastrukturpläne spürbar zurück. Gegenüber Investoren nannte das Unternehmen zuletzt 600 Milliarden Dollar als Infrastrukturbudget bis 2030 — deutlich konkreter und konservativer als die früher kommunizierten 1,4 Billionen Dollar an langfristigen Verpflichtungen. Auch das britische Stargate-Projekt wurde vergangene Woche gestoppt, als Grund nannte OpenAI Energiekosten und das regulatorische Umfeld.

Ein bevorstehender Börsengang dürfte die Ausgabendisziplin weiter schärfen. Wer an die Börse will, muss Investoren zeigen, dass die Milliardenausgaben für Serverfarmen nicht außer Kontrolle geraten.

Kurs erholt sich, Quartalszahlen als nächster Test

Die Microsoft-Aktie legte am Mittwoch rund 4 Prozent zu — getragen von der Narvik-Meldung, einer positiven KeyBanc-Umfrage zu Nachfrage nach KI-, Cloud- und Cybersecurity-Produkten sowie einer breiteren Tech-Rallye. Mit einem Schlusskurs von 347,25 Euro liegt das Papier rund 26 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 467,45 Euro und hat seit Jahresbeginn knapp 14 Prozent verloren. Die Erholung der vergangenen sieben Tage beträgt fast zehn Prozent.

Am 29. April veröffentlicht Microsoft die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Im Vorquartal wuchs der Umsatz um 17 Prozent, Azure legte 39 Prozent zu, und der verbleibende Auftragsbestand im Geschäftskundenbereich schnellte um 110 Prozent auf 625 Milliarden Dollar. Ob die Infrastruktur-Expansion in Narvik und Texas diese Dynamik weiter befeuert, werden die Zahlen in zwei Wochen zeigen.

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