Microsoft Aktie: Oracle-Deal über 3 Milliarden geplatzt

Microsofts Cloud-Deal mit Oracle scheitert, während Azure in China boomed. Der Konzern mietet Notkapazitäten bei Amazon und prüft günstigere KI-Modelle.

Die Kernpunkte:
  • Drei-Milliarden-Deal mit Oracle geplatzt
  • Azure-KI-Umsätze in China verdreifacht
  • Notlösung: Cloud-Kapazitäten bei Amazon gemietet
  • Aktie mit 18 Prozent Minus seit Jahresbeginn

Microsoft baut sein Geschäft mit Künstlicher Intelligenz rasant aus. Allein in China fließen jährlich über eine Milliarde US-Dollar von ByteDance in die Kassen. Parallel dazu kämpft der Softwarekonzern mit massiven Infrastrukturproblemen. Die Folge: Engpässe.

Geplatzter Deal und neue Milliarden

Das asiatische Geschäft floriert. Die KI-Umsätze der Azure-Plattform in China haben sich im Geschäftsjahr 2025 verdreifacht. Microsoft umgeht US-Exportkontrollen geschickt. Der Konzern hostet die Modelle für Kunden wie Tencent und Meituan in Singapur.

Im Heimatmarkt zieht das Management derweil Konsequenzen. Ein geplanter Cloud-Deal mit Oracle über drei Milliarden US-Dollar ist vom Tisch. Oracle verfehlte eine wichtige Sicherheitszertifizierung für US-Regierungsdaten. Microsoft investiert das Geld nun in eigene Rechenzentren. Das Budget für 2026 liegt bei gewaltigen 190 Milliarden US-Dollar. Damit bedient der Konzern auch einen milliardenschweren Pentagon-Auftrag.

Flucht zu Amazon

Der immense Bedarf an Rechenleistung bringt Microsoft an seine Grenzen. Nach Ausfällen bei der Entwicklerplattform GitHub im April 2026 greift der Konzern zu einer Notlösung. Microsoft mietet vorübergehend Cloud-Kapazitäten beim Rivalen Amazon Web Services an. Erst 2027 sollen diese Workloads zurück zu Azure fließen.

Auch bei den Kosten zieht der Konzern die Zügel an. Entwickler testen das chinesische DeepSeek V4 Modell für den Copilot-Dienst. Die Rechnung ist simpel. Während Modelle von Anthropic rund 50 US-Dollar pro Million Token kosten, verlangt DeepSeek nur 87 Cent.

Harte Zeiten an der Börse

Aktionäre reagieren auf den teuren Umbau nervös. Die Microsoft-Aktie notiert aktuell bei 330,55 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein sattes Minus von gut 18 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zum Rekordhoch beträgt fast 31 Prozent.

Hinzu kommt politischer Gegenwind. Die Europäische Union prüft derzeit die Marktmacht im Cloud-Sektor. Obendrein drohen im Gaming-Bereich bei ZeniMax und Bethesda weitere Studioschließungen. Mit einem RSI von 36,8 nähert sich die Aktie nun dem stark überverkauften Bereich.

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