Microsoft Aktie: Quartalszahlen am 28. Juli

Microsoft sieht sich EU-Vorwürfen und einer Sammelklage gegenüber, während Milliarden in KI fließen. Der Aktienkurs erholt sich trotz negativer Jahresbilanz.

Die Kernpunkte:
  • EU stuft Azure als Gatekeeper ein
  • Sammelklage wegen KI-Angaben eingereicht
  • Milliardeninvestition in Rechenzentrum in Texas
  • Aktie erholt sich um über fünf Prozent

Starke Gegenwinde aus Europa, eine frische Sammelklage und trotzdem ein plötzlicher Kurssprung. Bei Microsoft prallen derzeit extreme Gegensätze aufeinander. Die EU nimmt das Cloud-Geschäft ins Visier. Das schickte den Kurs am Donnerstag auf ein neues 52-Wochen-Tief. Am Freitag folgte die scharfe Gegenreaktion.

Ärger in Brüssel und vor Gericht

Die EU-Wettbewerbshüter bereiten einen schweren Schlag vor. Sie wollen die Cloud-Plattform Azure formell als „Gatekeeper“ einstufen. Das bringt strenge Auflagen für den Datenaustausch mit sich. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

Parallel dazu formiert sich juristischer Widerstand. Institutionelle Investoren reichten am 24. Juni eine Sammelklage ein. Sie werfen dem Konzern vor, falsche Angaben zur Leistung der KI-Software Copilot gemacht zu haben. Das drückte die Aktie am Donnerstag auf 307,10 Euro.

Milliarden für die KI-Infrastruktur

Das Management treibt den Ausbau der Infrastruktur unbeeindruckt voran. In Texas entsteht ein neuer Rechenzentrums-Campus mit zwei Gigawatt Leistung. Diese Milliardeninvestition soll die gewaltige Nachfrage nach KI-Diensten decken.

Um die Software im Büroalltag zu verankern, greift Microsoft zu einer aggressiven Strategie. Bis Mitte Juli installiert der Konzern die Copilot-App automatisch auf geeigneten Firmenrechnern. Europa bleibt wegen der strengen Vorschriften vorerst außen vor.

Sektor-Rotation stützt den Kurs

Am Freitag griffen Anleger plötzlich wieder zu. Die Aktie schoss um 5,31 Prozent auf 326,30 Euro nach oben. Der Grund: Kapital fließt aktuell aus teuren Hardware-Werten ab. Investoren suchen stattdessen etablierte Software-Konzerne.

Trotz der Erholung bleibt die Jahresbilanz tiefrot. Seit Januar verlor das Papier rund 19 Prozent an Wert. Der Kurs notiert deutlich unter seiner 200-Tage-Linie.

Am 28. Juli legt Microsoft die neuen Quartalszahlen vor. Dann muss das Management beweisen, dass die teuren KI-Investitionen die Gewinnmargen nicht erdrücken.

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