Microsoft Aktie: Quartalszahlen am Mittwoch entscheidend

Microsoft legt Quartalszahlen vor: Azure-Wachstum und Milliarden-Capex für KI-Infrastruktur prägen die Erwartungen der Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Azure-Wachstum von rund 40% erwartet
  • KI-Investitionen von 190 Milliarden Dollar
  • Analysten sehen Kurspotenzial bei Microsoft
  • Quantenchip-Ankündigung enttäuschte Anleger

Azure wächst mit rund 40 Prozent pro Jahr, doch die Aktie steckt tief im Minus. Diesen Widerspruch muss Microsoft am Mittwoch auflösen, wenn der Konzern nach Börsenschluss die Zahlen für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorlegt. Der Termin fällt zusammen mit der Zinsentscheidung der US-Notenbank, die an diesem Tag mit einer Pause rechnen lässt. Investoren dürften trotzdem vor allem auf Redmond schauen.

Umsatz- und Azure-Prognose als Prüfstein

Der Konzern hatte für das Quartal einen Umsatz zwischen 86,7 und 87,8 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt, der Gewinn je Aktie wird zwischen 4,21 und 4,33 Dollar erwartet. Für die Cloud-Sparte Azure hatte das Management ein währungsbereinigtes Wachstum von 39 bis 40 Prozent angepeilt. Wichtiger als die reinen Quartalszahlen dürfte der Ausblick auf das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres sein – er zeigt, ob sich das Tempo bei Azure hält oder abflacht.

Die Investitionen in die KI-Infrastruktur bleiben der zweite große Streitpunkt. Für das Kalenderjahr 2026 hat Microsoft rund 190 Milliarden Dollar an Capex veranschlagt. Bei Copilot, dem KI-Assistenten für Microsoft 365, zählt der Konzern gut 20 Millionen zahlende Nutzer – bei mehr als 450 Millionen M365-Abonnenten insgesamt bleibt das Verhältnis überschaubar. Zusätzliche Unsicherheit bringt die Abhängigkeit von OpenAI: Das Unternehmen soll für rund 45 Prozent des Azure-Auftragsbestands stehen, diversifiziert nach Einschätzung von Beobachtern aber zunehmend auch zu AWS und Google Cloud.

Die Kapitalintensität der gesamten Branche belastet zusätzlich die Stimmung. Vier große Hyperscaler – Microsoft, Alphabet, Amazon und Meta – dürften 2026 zusammen etwa 724 Milliarden Dollar investieren, 2027 könnten es rund 950 Milliarden Dollar werden. Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei bezifferte zudem die außerbilanziellen Verpflichtungen von fünf Tech-Konzernen, darunter Microsoft, für KI-Infrastruktur auf insgesamt 1,65 Billionen Dollar – Posten, die häufig erst in den Fußnoten der Geschäftsberichte auftauchen.

Analysten zwischen Optimismus und Vorsicht

Morgan-Stanley-Analyst Adam Wood erwartet eine Beschleunigung bei Azure und mehr Zugkraft bei Copilot. In seinem Bull-Case-Szenario nennt er ein Kursziel von 795 US-Dollar, sein Basisszenario liegt bei 600 Dollar mit Übergewichten-Einstufung. Goldman Sachs siedelt sein Kursziel bei 610 Dollar an. Der breitere Analystenkonsens fällt mit 36 Kaufempfehlungen gegenüber nur einer Halten-Einstufung deutlich bullischer aus, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 555,73 Dollar.

Diese Zielmarken zeigen: Ein Großteil der Wall Street sieht in den aktuellen Kursniveaus eine Kaufgelegenheit, solange Azure und Copilot liefern. Bleibt die Guidance hinter den Erwartungen zurück oder wächst der Kapitalbedarf weiter ungebremst, dürfte der Markt das ähnlich hart bestrafen wie zuletzt bei Alphabet, dessen Aktie nach einer Anhebung der Investitionsprognose deutlich nachgab.

Quantenchip-Ankündigung kam schlecht an

Auch abseits der Cloud-Zahlen sorgte Microsoft zuletzt für Schlagzeilen. Am 2. Juni stellte der Konzern auf der Entwicklerkonferenz Build den Quantenchip Majorana 2 vor. Er verfügt über 12 Qubits statt zuvor 8, die Stabilität der Qubits stieg von unter 12 Millisekunden auf über 20 Sekunden. Blei-basierte Supraleiter ersetzen dabei Aluminium, kommerzielle Systeme sollen aber erst 2029 verfügbar sein. Der Markt reagierte dennoch mit einem Kursrückgang um 4,17 Prozent – die lange Zeitachse bis zur Kommerzialisierung überzeugte Anleger offenbar nicht. Parallel dazu verkauften Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 5,6 Millionen Dollar, Käufe blieben aus.

Am deutschen Markt hat sich die Skepsis der vergangenen Monate in den Kursen niedergeschlagen. Am Freitag schloss die Microsoft-Aktie bei 335,65 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier 18,76 Prozent verloren, zum 52-Wochen-Hoch fehlen noch 29,80 Prozent. Ob sich daran etwas ändert, entscheidet sich am Mittwoch – dann muss Microsoft zeigen, dass die milliardenschweren KI-Investitionen tatsächlich in Wachstum münden.

Anzeige

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 27. Juli liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 27. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Microsoft