Microsoft Aktie: Saint-Gobain als Rechenzentrumspartner
Vorlage der Q4-Zahlen bei Microsoft: Analystenschätzungen stark gestreut. Partnerschaft mit Saint-Gobain und Azure-Wachstum im Fokus.

- Gewinnprognosen zwischen 3,71 und 4,24 Dollar
- Strategische Allianz mit Saint-Gobain
- UBS senkt Kursziel auf 480 Dollar
- Azure-Wachstum entscheidend für Bewertung
Microsoft öffnet heute nach US-Börsenschluss die Bücher für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026. Die Erwartungen der Analysten liegen ungewöhnlich weit auseinander. Der Gewinn je Aktie wird zwischen 3,71 und 4,24 Dollar geschätzt, der Umsatz zwischen 76,7 und 87,7 Milliarden Dollar. Sieben Quartale in Folge hat der Softwarekonzern die Prognosen übertroffen.
Die Aktie ging mit leichtem Rückenwind in den Bericht. Am Dienstag schloss sie bei 345,30 Euro. Der Jahresverlauf bleibt dennoch schwach: Seit Jahresanfang steht ein Minus von 16,42 Prozent zu Buche, zum 52-Wochen-Hoch fehlen 27,78 Prozent.
Saint-Gobain öffnet Tür zur Dateninfrastruktur
Einen Tag vor den Zahlen meldete Microsoft eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Baustoffkonzern Saint-Gobain. Die Rahmenvereinbarung ruht auf zwei Säulen. Saint-Gobain nutzt Microsofts KI- und Digitallösungen, um Produktion und Kundenerlebnis zu verbessern.
Umgekehrt bringt sich Saint-Gobain als Baupartner für Microsofts Rechenzentren ins Spiel. Der Baustoffkonzern verweist auf eine Projektpipeline von über 1.000 Rechenzentren in 32 Ländern. Für Microsoft ist das ein Signal: Der Ausbau der globalen KI-Infrastruktur bleibt oberste Priorität, auch beim physischen Bau.
UBS kappt Kursziel, Zweifel an Kapitalkosten wachsen
Die Stimmung vor den Zahlen ist nicht ungetrübt. UBS-Analyst Karl Keirstead senkte sein Kursziel für Microsoft von 510 auf 480 Dollar. Die Kaufempfehlung bleibt bestehen, die Kürzung zeigt aber wachsende Zweifel am Verhältnis von Investitionen und Umsatz.
Rechtfertigen die aktuellen Erlöse aus KI-Diensten die hohen Ausgaben schon? Diese Frage begleitet aktuell den gesamten Cloud-Sektor. Microsoft selbst hat für das Kalenderjahr 2026 Investitionen von rund 190 Milliarden Dollar angekündigt, größtenteils für KI-Infrastruktur.
Azure-Wachstum als Nadelöhr
Im Zentrum des Earnings Calls um 23:30 Uhr MESZ steht die Cloud-Sparte Azure. Analysten sehen eine Wachstumsrate von 39 bis 40 Prozent währungsbereinigt als Schwelle. Nur so lässt sich die aktuelle Bewertung und die aggressive Investitionsstrategie aus ihrer Sicht rechtfertigen.
Investoren wollen sehen, dass die Milliardenausgaben tatsächlich mehr Nutzung von Werkzeugen wie Microsoft 365 Copilot bringen. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2027 dürfte über die Kursrichtung im zweiten Halbjahr entscheiden.
Der Optionsmarkt preist nach den Zahlen eine Kursbewegung von rund 7 Prozent ein, in beide Richtungen. Ein weiterer Übertreffer würde die Serie auf acht Quartale verlängern. Eine Verfehlung würde sie beenden.
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