Microsoft Aktie: Unbeständigkeit droht?
Microsofts Quartalszahlen übertreffen Erwartungen, doch die Aktie stürzt ab. Grund ist eine leichte Wachstumsverlangsamung im Cloud-Geschäft Azure, die Anleger nervös macht.

- Azure-Wachstum verfehlt knapp Analystenschätzungen
- Starker Nettogewinn durch OpenAI-Beteiligung gepusht
- Bank of America senkt Kursziel deutlich
- Investitionen in eigene KI-Infrastruktur priorisiert
Microsoft hat Zahlen vorgelegt, die auf den ersten Blick hervorragend aussehen: Umsatz und Gewinn übertrafen die Erwartungen deutlich. Dennoch reagierte die Börse mit dem stärksten Tagesverlust seit Jahren und radierte hunderte Milliarden an Börsenwert aus. Der Grund für die Nervosität der Anleger liegt im Herzstück des Konzerns – der Cloud-Sparte Azure.
Das Haar in der Suppe: Azure-Wachstum
Verantwortlich für den Abverkauf waren vor allem Sorgen über die Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft. Die wichtige Azure-Sparte legte zwar um beeindruckende 39 Prozent zu, verfehlte damit aber knapp die Konsensschätzungen von 39,4 Prozent. Zudem verlangsamte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal (40 Prozent) leicht.
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Finanzchefin Amy Hood lieferte eine plausible, aber für Investoren schmerzhafte Erklärung: Das Cloud-Ergebnis hätte höher ausfallen können, doch Microsoft stieß an Kapazitätsgrenzen. Der Konzern musste Rechenzentrumskapazitäten für die eigene KI-Entwicklung priorisieren, statt sie externen Kunden zur Verfügung zu stellen. Diese Entscheidung zugunsten der langfristigen Strategie kostete kurzfristig Umsatzpotenzial.
Starke Finanzdaten und der OpenAI-Effekt
Abseits der Cloud-Sorgen lieferte der Tech-Gigant solide Ergebnisse ab. Der Gesamtumsatz kletterte im zweiten Geschäftsquartal um 17 Prozent auf 81,3 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn stieg um 21 Prozent.
Besonders der Nettogewinn stach hervor:
* Gewinn je Aktie (GAAP): 5,16 US-Dollar (+60 Prozent)
* Bereinigtes Ergebnis: Auch ohne Sondereffekte lag das Wachstum bei starken 24 Prozent.
Hierbei ist zu beachten, dass ein Bewertungsgewinn von 7,6 Milliarden US-Dollar aus der Beteiligung an OpenAI das GAAP-Ergebnis optisch deutlich aufhübschte. Analysten sehen das Engagement bei OpenAI trotz der hohen Kosten meist positiv, wenngleich die enormen Investitionsverpflichtungen genau beobachtet werden.
Analysten senken Kursziele
Die Reaktion der Experten auf die Zahlen fiel gemischt aus. Während einige Analysten auf das „Gesetz der großen Zahlen“ verwiesen, das bei einem Unternehmen dieser Größe zwangsläufig zu sinkenden Wachstumsraten führt, betonten andere die strategische Weitsicht des Managements. Die Entscheidung, interne KI-Projekte wie den „Copilot“ zu priorisieren, wird als langfristige Wette auf höhere Margen verstanden.
Dennoch hatte der Dämpfer Folgen: Die Bank of America bestätigte zwar ihre Kaufempfehlung, senkte jedoch das Kursziel deutlich von 640 auf 520 US-Dollar. Nach dem jüngsten Kursrutsch notiert die Aktie aktuell bei rund 425 US-Dollar und damit etwa 13 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 27 und einer Marktkapitalisierung von weiterhin 3,2 Billionen US-Dollar bleibt Microsoft ein Schwergewicht. Für Anleger verschiebt sich der Fokus nun darauf, ob die massiven Investitionen in die eigene KI-Infrastruktur in den kommenden Quartalen die erhoffte Beschleunigung im Cloud-Geschäft zurückbringen können.
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