Microsoft Aktie: Wells Fargo hebt Kursziel auf 700 Dollar

Analysten heben Kursziele für Microsoft an: Azure-Wachstum und KI-Monetarisierung treiben Optimismus. Aktie legt binnen Monatsfrist deutlich zu.

Die Kernpunkte:
  • Wells Fargo erhöht Kursziel auf 700 Dollar
  • JPMorgan folgt mit 625 Dollar
  • Azure-Wachstum von 43 Prozent gemeldet
  • Microsoft 365 Copilot erreicht 30 Millionen Nutzer

Wells Fargo-Analyst Michael Turrin hat am Mittwoch das höchste Kursziel für Microsoft am Markt ausgerufen: 700 Dollar, nach zuvor 650 Dollar. Turrin bestätigte die Einstufung „Overweight“ und begründete den Schritt mit der Beschleunigung des Cloud-Geschäfts Azure auf ein Wachstum von 43 Prozent sowie dem Vorsprung des Konzerns bei Unternehmens-KI.

Nur einen Tag später zog JPMorgan-Analyst Samik Chatterjee nach und erhöhte sein Kursziel auf 625 Dollar, ebenfalls mit Verweis auf KI-Rückenwind und die Monetarisierung von Azure als zentrale Wachstumstreiber.

Die Aktie notiert aktuell bei 428,90 Euro und gibt damit heute um 0,4 Prozent nach, nach einem Schlusskurs von 430,45 Euro am Donnerstag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 24 Prozent zu Buche – ein deutliches Signal dafür, dass der Markt die jüngsten Geschäftszahlen honoriert hat.

Starke Zahlen als Fundament der Kursziel-Anhebungen

Die optimistischen Analystenstimmen fußen auf den Ende Juli vorgelegten Ergebnissen für das vierte Geschäftsquartal 2026. Microsoft meldete einen Umsatz von 90,01 Milliarden Dollar, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 4,74 Dollar – deutlich über der Konsensschätzung von 4,24 Dollar.

Konzernchef Satya Nadella bestätigte im Rahmen der Telefonkonferenz, dass Microsoft 365 Copilot die Marke von 30 Millionen zahlenden Nutzern überschritten hat und dass Azure erstmals die Schwelle von 100 Milliarden Dollar Jahresumsatz genommen hat.

Ergänzend berichteten Medien Anfang August, dass die Zusammenarbeit mit OpenAI im Geschäftsjahr 2026 mehr als 24 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz beigetragen habe. Damit rückt die KI-Partnerschaft endgültig vom Kostenfaktor zum handfesten Ertragstreiber.

Produktoffensive und institutionelle Investoren

Parallel zu den Zahlen treibt Microsoft seine Produktstrategie voran. Am Donnerstag begann der Konzern mit dem gestaffelten Rollout einer vereinheitlichten Copilot-„Super-App“, die Verbraucher- und Business-Versionen in einer einzigen Anwendung für Mobilgeräte und Web zusammenführt.

Die Desktop-Variante soll im September folgen. Bereits am 30. Juni hatte Microsoft mit „Service Agent“ eine KI-gestützte Kundenservice-Lösung für Microsoft 365 und Dynamics 365 allgemein verfügbar gemacht.

Institutionelle Anleger reagieren unterschiedlich auf die jüngste Kursrally: Während die South Dakota Investment Council ihre Position um 2,4 Prozent auf rund 461.000 Aktien aufstockte, reduzierte Empire Financial Management ihren Bestand um 6,9 Prozent.

Auch Evelyn Partners Asset Management baute ihre Position deutlich aus – Microsoft zählt inzwischen zu den vier größten Positionen des Fonds. Konzern-Vizepräsident Takeshi Numoto verkaufte Anfang August rund 4.810 Aktien im Gesamtwert von knapp 2,4 Millionen Dollar, ein im Kontext der Insider-Aktivität eher moderater Vorgang.

Rechtliche Fragezeichen bleiben im Hintergrund

Nicht alle Nachrichten sind ungetrübt positiv: Mitte August lief die Frist für Klageberechtigte in einer Sammelklage ab, die Microsoft vorwirft, Engpässe bei Azure-Kapazitäten und die tatsächliche Copilot-Nutzung falsch dargestellt zu haben.

Zudem kündigte die Kanzlei Kahn Swick & Foti Anfang August eine Untersuchung möglicher Pflichtverletzungen von Führungskräften und Vorstandsmitgliedern an. Beide Verfahren befinden sich in einem frühen Stadium und haben die Kursziel-Anhebungen der vergangenen Woche bislang nicht gebremst.

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