Microsoft Aktie: Wolfe senkt Kursziel auf 525 Dollar
Wolfe Research senkt Microsoft-Kursziel auf 525 Dollar, während der Konzern 4.800 Stellen streicht. Analysten sehen KI-Investitionen als Belastung.

- Kursziel von 570 auf 525 Dollar gesenkt
- 4.800 Stellenstreichungen angekündigt
- Xbox-Sparte verliert 1.600 Mitarbeiter
- Negativer Cashflow für 2027 erwartet
Ein niedrigeres Kursziel und neue Stellenstreichungen treffen Microsoft am selben Tag. Die Kombination aus steigenden KI-Kosten und einem harten Einschnitt im Gaming-Geschäft sorgt für Verunsicherung — auch wenn sich die Aktie zuletzt leicht erholt hatte.
Wolfe Research warnt vor Kapitalkosten
Wolfe Research hat sein Kursziel für Microsoft von 570 auf 525 Dollar gesenkt. Die Einstufung „Outperform“ bleibt bestehen. Grund für die Kürzung sind deutlich höhere Investitionsschätzungen für die KI-Infrastruktur: Das Analysehaus rechnet für das Geschäftsjahr 2027 nun mit 270 Milliarden Dollar Investitionsausgaben, zuvor waren es 230 Milliarden.
Analyst Alex Zukin macht dafür vor allem steigende Speicherpreise verantwortlich. Aktuelle Aussagen aus dem jüngsten Micron-Quartalsbericht hätten die Preisdynamik am Speichermarkt bestätigt. Diese Entwicklung zieht sich durch mehrere Prognosewerte von Wolfe Research.
Die Auswirkungen auf den Cashflow sind erheblich. Wolfe erwartet für 2027 nun einen negativen freien Cashflow von 17,4 Milliarden Dollar. Zuvor hatte das Haus noch mit einem positiven Wert von rund 14,7 Milliarden gerechnet — das liegt etwa 48 Milliarden Dollar unter dem Marktkonsens von 31 Milliarden.
Zukin kappte zudem seine Schätzung für die Bruttomarge 2027 auf 63,1 Prozent, verglichen mit einem Konsens von 66,6 Prozent. Die Gewinnschätzung je Aktie sinkt um ein Prozent auf 19,02 Dollar, damit liegt Wolfe zwei Prozent unter dem Marktkonsens.
Trotz der gesenkten Schätzungen bleibt das Analysehaus strukturell optimistisch. Wolfe Research bezeichnet sich weiterhin als „langfristig bullish“ bei Microsofts KI-Monetarisierung über die gesamte Produktpalette hinweg. Für Azure erwartet das Haus ein Wachstum von 41 Prozent im Geschäftsjahr 2027 und 40 Prozent im Jahr 2028 — beides über dem Marktkonsens von 40 respektive 38 Prozent.
Ein Detail liefert zusätzlichen Kontext: Microsoft hatte im vergangenen Quartal 11,5 Milliarden Dollar an gebundenen Investitionen im Rahmen einer Lieferantenvereinbarung offengelegt. Wolfe vermutet dahinter eine Absicherung eines Teils der Speicherkosten — ein möglicher Puffer gegen weiter steigende Preise.
Xbox-Sparte trifft es besonders hart
Am selben Tag wie die Kursziel-Kürzung bestätigte Microsoft einen neuen Stellenabbau. Der Konzern streicht mit sofortiger Wirkung 4.800 Jobs, das entspricht 2,1 Prozent der Belegschaft.
Rund 1.600 dieser Stellen fallen im Xbox-Bereich weg. Weitere Kürzungen in den kommenden Monaten sollen die Gesamtzahl der Streichungen in der Gaming-Sparte auf etwa 3.200 treiben — rund 20 Prozent der weltweiten Xbox-Belegschaft in diesem Geschäftsjahr.
Personalchefin Amy Coleman stellte die Maßnahme als Teil eines größeren Umbaus dar, nicht als einmaligen Schnitt. Ihre Formulierung ließ aufhorchen: Man stehe „noch früh in diesem Prozess“, weitere Veränderungen würden folgen, auch in anderen Unternehmensteilen.
Der Markt reagierte verhalten. Die Aktie fiel am Montagnachmittag um etwa ein Prozent, nachdem sie im Tagesverlauf zunächst stärker nachgegeben hatte. Parth Talsania, Chef von Equisights Research, ordnete die Kürzungen als „eher Portfolio-Umschichtung und operative Disziplin“ ein — nicht als neuen Kurstreiber.
Wo die Aktie jetzt steht
Microsoft schloss am Montag bei 338,00 Euro. Auf Wochensicht steht ein Plus von 3,35 Prozent zu Buche, auf Monatssicht dagegen ein Minus von 5,36 Prozent. Seit Jahresbeginn verliert die Aktie 16,25 Prozent.
Zum 52-Wochen-Hoch von 478,10 Euro aus dem Oktober 2025 fehlen fast 30 Prozent. Zum 52-Wochen-Tief von 307,10 Euro, erreicht im Juni dieses Jahres, beträgt der Abstand gut 10 Prozent. Die Aktie notiert sowohl unter ihrem 50-Tage-Schnitt von 349,98 Euro als auch deutlich unter dem 200-Tage-Schnitt von 380,99 Euro — ein Zeichen für den anhaltenden Abwärtsdruck der vergangenen Monate. Der 14-Tage-RSI liegt bei 49,2, das signalisiert weder überkaufte noch überverkaufte Bedingungen.
Der nächste Quartalsbericht wird zum Test
Mit einem für 2027 prognostizierten negativen Cashflow und den zusätzlichen Fragezeichen durch den Stellenabbau rückt der nächste Quartalsbericht in den Vordergrund. Die Aktie liegt seit Jahresbeginn bereits rund 18 Prozent im Minus — Raum für eine positive Überraschung ist damit vorhanden.
Sollte Azure nahe oder über der 40-Prozent-Wachstumsmarke liegen und sich die Margen stabilisieren, könnte sich die Erzählung um die Aktie schnell drehen. Bis dahin wägen Anleger die aggressiven KI-Investitionen und den Stellenabbau gegen die Frage ab, wie lange das Wachstumstempo bei Azure trägt.
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