Microsoft Aktie: Zahlen top, Kurs flop
Microsoft übertrifft Erwartungen mit 83 Milliarden Dollar Umsatz, doch die Aktie fällt vorbörslich. Hohe Investitionen und Konkurrenz belasten die Stimmung.

- Umsatz steigt um 18 Prozent
- Azure wächst um 39 Prozent
- Investitionen von 190 Milliarden Dollar geplant
- Aktie verliert trotz guter Zahlen
Starke Quartalszahlen, schwache Kursreaktion — dieses Muster kennen Anleger von Microsoft inzwischen zu gut. Der Konzern übertraf im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 die Erwartungen auf ganzer Linie, und trotzdem gab die Aktie vorbörslich rund zwei Prozent nach.
Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf 83 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis stieg um ein Fünftel auf 38 Milliarden Dollar, der Nettogewinn erreichte beeindruckende 32 Milliarden Dollar — in nur drei Monaten. Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum bei 15 Prozent.
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Azure als Wachstumsmotor — mit Preisschild
Das stärkste Signal kam aus der Cloud-Sparte. Azure wuchs in konstanten Währungen um 39 Prozent, und für das laufende Quartal stellt das Management ein ähnlich hohes Tempo in Aussicht — konkret zwischen 39 und 40 Prozent. Das übertraf die Analystenerwartungen von rund 36,7 Prozent deutlich. Die KI-Nachfrage übersteige weiterhin die verfügbaren Kapazitäten, ließ Finanzvorständin Amy Hood verlauten.
Allerdings hat dieses Wachstum seinen Preis. Für das Gesamtjahr 2026 peilt Microsoft Kapitalinvestitionen von rund 190 Milliarden Dollar an — mehr als Analysten erwartet hatten. Rund 25 Milliarden Dollar davon entfallen auf steigende Komponentenkosten wie Chips. Investoren zeigten sich angesichts dieser Summe zurückhaltend, obwohl die operative Performance stimmt.
Die Investmentbank KeyBanc bestätigte ihr Kursziel von 600 Dollar und hält an der Kaufempfehlung fest. Azure soll demnach im zweiten Halbjahr 2026 auf über 40 Prozent Wachstum beschleunigen. Goldman Sachs erhöhte sein Kursziel leicht auf 610 Dollar. Truist Securities dagegen senkte das Ziel von 675 auf 575 Dollar — nicht wegen schwacher Zahlen, sondern wegen Bewertungsbedenken.
Copilot wächst, Google drückt
Beim KI-Assistenten Copilot vermeldet Microsoft Nutzerzuwächse: Das Engagement der aktiven Nutzer soll mittlerweile dem von Outlook entsprechen. Die Gesamtdurchdringung bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück. Ein Teil der Zurückhaltung bei Unternehmenskunden lässt sich mit dem wachsenden Wettbewerb erklären — Google Cloud wuchs zuletzt um 63 Prozent und gilt in Teilen der Branche als die präzisere und vertrauenswürdigere KI-Alternative.
Dass der Markt Microsofts Ergebnisse trotz eines PEG-Verhältnisses von unter 1,0 — ein klassisches Zeichen für eine günstige Bewertung relativ zum Wachstum — nicht feiert, spiegelt ein strukturelles Dilemma wider: Die Aktie hat seit ihrem Rekordhoch von 555 Dollar im Sommer 2025 fast ein Viertel eingebüßt. Auf Börsenwert gerechnet entspricht das einem Verlust von rund einer Billion Dollar. Damit ist Microsoft in der Rangliste der wertvollsten Unternehmen auf Platz vier zurückgefallen — hinter Nvidia, Alphabet und Apple.
Auf längere Sicht bleibt die Bilanz dennoch eindrucksvoll: Seit dem Frühjahr 2016 hat sich der Kurs mehr als verachtfacht.
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